Imposante Erfolgsserie des Ex-Clubs Bayern soll heute in Bremen reißen

Petersen wittert den „Knick“

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Werders Nils Petersen will heute gegen seinen Ex-Club Bayern unbedingt spielen – und die Chancen stehen gut. ·

Bremen - Nils Petersen kam in den vergangenen Tagen an keiner Kamera, keinem Mikrofon und keinem Schreibblock ungefragt vorbei. Alle wollten wissen, wie sich der Werder-Stürmer denn nun fühlt vor dem Duell mit seinem Ex-Club FC Bayern.

Ob er heute Nachmittag (15.30 Uhr) im mit 42 100 Zuschauern ausverkauften Weserstadion eine Überraschung wittert – und ob er nach seinem Bankaufenthalt in Freiburg überhaupt wieder von Beginn an auflaufen darf. Das Ergebnis: Der 23-Jährige ist „extrem motiviert“, hofft auf einen Coup und darauf, „dass ich spiele“.

Diesen Wunsch wird ihm Trainer Thomas Schaaf höchstwahrscheinlich erfüllen. „Klar hätte man bei einem Stürmer am liebsten noch mehr Tore. Aber Nils hat seine Sache bisher gut gemacht. Und ich glaube, er wird gegen Bayern das Beste herausholen“, sagte Schaaf. Eine Garantie für die Startelf gab der Coach seinem Angreifer zwar nicht („Wir werden sehen“), doch auch das Abschlusstraining deutete auf Petersens Einsatz hin. Er spielte in der vermeintlichen B-Elf, allerdings flankiert von Eljero Elia und Marko Arnautovic. Schaaf wollte offenbar seine 1a-Dreierreihe in der Offensive gegen seine 1a-Viererkette in der Abwehr sehen.

Petersen, der für ein Jahr von den Bayern ausgeliehen ist, traut dem Braten jedoch noch nicht so ganz: „Dass es gegen meinen ehemaligen Verein geht, ist einerseits ein gutes Argument für mich. Andererseits sagt man auch: Never change a winning Team.“ In Freiburg (2:1) hatte Joseph Akpala in der Sturmmitte begonnen. „Ich hatte es irgendwie im Gefühl, dass ich draußen sitze. Natürlich habe ich mich darüber geärgert, aber ich muss es akzeptieren“, sagt Petersen. Beim 1:1 seines Sturmkonkurrenten habe er sich „für Joseph gefreut. Er hat damit das Vertrauen des Trainers zurückgezahlt.“ In Zukunft würden sich Akpala und er „gegenseitig hochpushen“, meint Petersen, der in der Scorerwertung mit einem Tor und drei Vorlagen (alle im Weserstadion) besser dasteht als Akpala (ein Tor), der aber auch weitaus weniger gespielt hat.

Insgesamt ist Petersen mit seiner Ausbeute noch nicht zufrieden: „Vor allem auswärts muss ich mich verbessern. Die Bilanz zu Hause ist ganz in Ordnung.“

Dass die Fans am liebsten genauso viele Tore von ihm sehen wollen wie von Vorgänger Pizarro, lastet nicht allzu sehr auf dem 23-Jährigen. „Das ist doch das, was ich wollte: Dass hier etwas von mir erwartet wird.“

In München saß er fast nur auf der Bank. Ob er nächsten Sommer zurückkehrt, lässt Jupp Heynckes offen. Der Bayern-Trainer pries Petersen gestern zwar als „großes Talent“, fügte aber an: „Es ist gut, den Umweg über Bremen zu nehmen. Denn hier war und ist es schwierig, sich gegen einen wie Mario Gomez durchzusetzen.“

Der deutsche Nationalstürmer Gomez fehlt zurzeit, ist nach seiner Operation am Sprunggelenk noch nicht wieder fit. Trotzdem läuft die bayrische Tormaschine auf Hochtouren, weil Neuzugang Mario Mandzukic ein Volltreffer ist. An dem Kroaten war Werder laut Sportchef Klaus Allofs „vor fünf, sechs Jahren“ interessiert, „aber er war zu teuer.“ Nun überwies Bayern rund 13 Millionen Euro an den VfL Wolfsburg – und fühlt sich bereits bestätigt, denn mit fünf Toren in fünf Spielen ist Mandzukic der Beste der Bundesliga. „Man kann nur den Hut davor ziehen, wie er bisher gespielt hat“, lobt Petersen: „Trotzdem glaube ich, dass gegen uns Pizarro den Vorzug erhält.“

Für Schaaf sind sowohl Pizarro (noch ohne Saisontor) als auch Mandzukic „hervorragende Stürmer. Beide sind sehr schwer zu stoppen. Egal, wer vorne spielt: Wir müssen richtig aufpassen.“ 17 Tore sprechen eine deutliche Sprache. Zudem haben die Münchner erst zwei kassiert – das sind zwei Bundesliga-Bestwerte, die auch Schaaf kennt und deshalb sagt: „Es ist sehr schwer, dort überhaupt irgendetwas Negatives zu finden. Die Bayern sind top drauf.“

Alle acht Pflichtspiele hat der souveräne Tabellenführer in dieser Saison gewonnen. „Das geht eigentlich gar nicht“, staunt Petersen. „Sie sind die stärkste Mannschaft in Deutschland, müssten eigentlich jedes Jahr Meister werden“, findet Elia. Dennoch glauben die Bremer daran, den großen Favoriten heute zu Fall bringen zu können. Petersen unkt: „Irgendwann muss es auch bei Bayern einen Knick geben – ich hoffe, gegen uns.“ · mr

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