„Wir sollten unsere Einstellung in Frage stellen“ / Vorfreude auf Rückkehr in die Spitze

Petersen: Selbst- statt Systemkritik

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Dick eingepackt stand Nils Petersen gestern Rede und Antwort. 

Bremen - Nein, der Eindruck täuschte nicht. Nils Petersen verspürte nach dem Desaster gegen Dortmund (0:5) tatsächlich keinen Drang, mit Journalisten zu sprechen oder Autogrammwünsche der Fans zu erfüllen.

Der sonst redselige Werder-Stürmer war eindeutig zurückhaltender – und erklärte gestern, warum: „Man schämt sich eben für so eine Leistung, das ist doch klar. Das ist einem auch unangenehm vor den Fans. Die kommen ins Stadion und frieren sich den Arsch ab. Und wenn sie nach so einem Spiel Autogramme wollen, frage ich mich: Wofür?“

Petersen war gegen den BVB das Sinnbild für die völlig missglückte Ohne-Stürmer-Taktik von Trainer Thomas Schaaf. Der 24-Jährige sollte im rechten Mittelfeld viel nach hinten arbeiten und nur gelegentlich in die Spitze (sein eigentliches Revier) vorstoßen. Ein Experiment, auf das sich Petersen gefreut hatte: „Da ist man mehr eingebunden, eine interessante Aufgabe.“ Ein Experiment aber, das gegen Dortmund scheiterte. „Ich war nicht so im Spiel, wie ich es mir erhofft hatte“, urteilte er.

Kritik an der ungewohnten Schaaf‘schen Ausrichtung war von Petersen, ganz Musterprofi, jedoch nicht zu hören. Die Leihgabe des FC Bayern stellte lieber sich selbst und seine Teamkollegen in die Schusslinie und meinte: „Das System hat in der Vorbereitung funktioniert, jetzt eben nicht. Aber daran lag es nicht. Wir sollten unsere Einstellung in Frage stellen, haben uns nicht gewehrt und fast alles falsch gemacht.“

Trotzdem: Die Vorfreude auf die bevorstehende Rückkehr zur 4:1:4:1-Taktik ist Petersen anzumerken. Am Sonntag im Nordderby beim Hamburger SV ist Rechtsaußen Marko Arnautovic nach abgesessener Gelbsperre wieder dabei – und der Mittelstürmer kann wieder in der Mitte stürmen. Petersen: „Dort spiele ich am liebsten.“ · mr

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