Der Stürmer fordert „nach vorn mehr Akzente“ – und Verteidiger Prödl stimmt zu

Petersen hilft gern aus, will aber auch etwas zurück

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Kreiszeitung Syke

Jerez - Schluss mit lustig: Am Morgen nach Werder Bremens 0:1-Testspiel-Schlappe gegen den NEC Nijmegen zog Chefcoach Robin Dutt gestern die Zügel an – und fand deutliche Worte.

„Nachrücken, die Passwege zumachen, aktiver in der Ball eroberung“ – diese Kommandos rief er den Profis gestenreich auf dem Trainingsplatz zu. Die Langfassung dieser Ansagen zog sich deutlich länger hin: Mehr als zehn Minuten standen die Profis im Regen stramm. Bisher galt Dutt auf dem Rasen in Jerez als ruhiger Vertreter. Dass nun, am sechsten Tag des Trainingslagers, auch die Witterung im bisher so sonnigen Südspanien umschlug, passte irgendwie zur grün-weißen Gesamt-Stimmungslage.

„Da spielt man mal schlecht – und schon ist schlechtes Wetter“, grantelte Verteidiger Sebastian Prödl. Sein Teamkollege Nils Petersen nahm die Schauer und sinkenden Temperaturen mit Zweckoptimismus: „Das ist doch dieses Bremer Wetter – vielleicht liegt uns das mehr.“ Schön wär's. Petersen jedenfalls meinte gestern, dass es noch zu viel zu tun gebe und fühlte sich „schon unter Druck gesetzt, wenn man das erste Spiel der Vorbereitung gleich in den Sand setzt“.

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So problematisch sah es Prödl zwar nicht, aber die Partie „hat gezeigt, wo wir uns verbessern müssen: Wir müssen alles mit mehr Tempo abliefern – die Pässe, das Verschieben zwischen Defensive und Offensive, die Kompaktheit nach Ballverlusten“, forderte der 26-Jährige. Zur Halbzeit des Trainingslagers hatte der Österreicher eigentlich bereits mehr Fortschritte erwartet: „Das ist der Widerspruch, mit dem wir im Moment zu kämpfen haben: Wir trainieren gut, spielen jeden Tag elf gegen elf – und wer uns zusieht, erkennt viel Dampf und Kompaktheit. Es ist Zug dahinter“, unterstrich Prödl. Umso mehr „tut es weh, dass man das im Testspiel nicht rüberbringen kann“.

Auch Petersen geriet ins Grübeln: „Natürlich ärgern wir uns alle. Man weiß nicht, wo man steht. Da hat hier vorher Mainz Nijmwegen geschlagen, und wir fragen uns: Warum klappt das mit uns nicht?“, berichtete er mit Blick auf das 3:2 des Bundesliga-Konkurrenten am Mittwoch in Marbella – und lieferte die Antworten gleich mit: „Es fehlt noch an der Kommunikation und der Balance zwischen Offensive und Defensive.“ Regelmäßig heimst der Angreifer von Dutt Lob für seine Aushilfen in der Abwehr ein. Aber wenn die Kollegen „von uns Defensivarbeit verlangen, wollen wir auch, dass sie sich in die Offensive einschalten. Wir müssen wieder mehr nach vorn Akzente setzen.“ Das Nijmegen-Spiel „war jedenfalls nicht schön anzuschauen“.

Umso mehr freute sich der 25-Jährige, dass „man jetzt die Zeit hat, solche einfachen Sachen zu bearbeiten. Das sind Automatismen, die eigentlich schon da sein müssten.“ Als Beispiel nannte er die Sicherheit in den Spielzügen: „Wenn wir den Ball gewinnen, müssen wir nachrücken und sich die Außenverteidiger mit einschalten.“ Gegen Nijmegen verloren die Bremer die Bälle jedoch zu oft. „Dann kostet es doppelt Kraft, wenn man nur hinterherläuft.“

Trotz dieses Kraftakts stand am Vormittag mehr als bloßes Auslaufen an – und die Zuschauer erfuhren, was Dutt an der Niederlage gegen das niederländische Erstliga-Schlusslicht besonders gestört hatte: „Ins Pressing kommen – und da sind jetzt alle dabei!“, forderte er bei einem von ungezählten Spielzügen über außen. Weil ihm das bei Franco Di Santo zu langsam ging, bekam der Argentinier noch mal eine lautere Extra-Einladung. Mehrfach unterbrach Dutt diese Durchgänge, redete auf seine Profis ein. Irgendwann schien er zufrieden: „So kenne ich das aus dem Leverkusen-Spiel“, lobte Dutt.

Trainingslager am Montag

Werder im Trainingslager in Jerez - Montag

So wie bei jenem 1:0-Erfolgserlebnis gegen den Bundesliga-Zweiten muss es weiterlaufen, um im Abstiegskampf zu bestehen. Bis zum Rückrunden-Auftakt gegen Braunschweig wünscht sich Petersen „möglichst schnell diese Konstanz“. Doch Prödl ist da zuversichtlich: „Wir wissen, dass es jetzt einiges zu verbessern gilt. Aber die Rückrunde ist noch nicht im Eimer.“

Erster Lichtblick: Nachmittags schien über Jerez wieder die Sonne. · ck

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