Es wird heißer im Keller

„Perverse“ Schlafmützigkeit

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Auch wenn man es ihm hier nicht unbedingt ansieht: Werders Sebastian Prödl blickt dem Endspurt recht optimistisch entgegen.

Bremen - Das Daumendrücken hat nicht geholfen. „Heute bin ich ganz klar Frankfurt-Fan“, hatte Werder-Verteidiger Sebastian Prödl gestern Mittag gesagt. Doch die Eintracht verlor am Abend mit 0:2 beim FC Augsburg. Für Werder heißt das: Das Zittern wird größer!

Augsburg ist auf Relegationsplatz 16 nun nur noch fünf Punkte entfernt, das kann in den verbleibenden fünf Partien der Bundesliga eine richtig heiße Abstiegs-Kiste im Tabellenkeller werden.

Prödl ist optimistisch, allerdings auch gewarnt. Schon vor der Augsburg-Partie hatte er betont: „Die Art und Weise, wie wir zusammenstehen, macht mich zuversichtlich. Und wir haben weiter alles selbst in der Hand. Aber wir sollten mit der Situation nicht schlecht umgehen.“

Wenn sich die Bremer jedoch weiter solch katastrophale Anfangsphasen leisten, kann das am Ende richtig bitter ausgehen. Egal, ob in der ersten oder zweiten Hälfte: Werder pennt in unschöner Regelmäßigkeit, kassierte zu Beginn der Halbzeiten bereits 23 Gegentreffer und musste deshalb schon sehr oft hinterherhecheln (siehe Kasten rechts). Und es klappt eben nicht immer, nach diesen schnellen Rückständen zurückzukommen und zumindest noch irgendetwas Zählbares mitzunehmen.

In Düsseldorf bäumten sich die Bremer am Samstag erfolgreich auf, schafften nach einem 0:2 immerhin noch ein 2:2. Das war das Positive. Das Negative: die diesmal besonders schlimme Schlafmützigkeit kurz nach dem Anpfiff. Die Fortuna nutzte in beiden Durchgängen gleich die erste Chance. Stefan Reisinger schoss nach 83 Sekunden das 1:0 und war kurz nach der Pause erneut zur Stelle. Zwei Minuten und 56 Sekunden waren gespielt, als ihm das 2:1 gelang.

„Solche Gegentore nerven natürlich total“, stöhnte Werder-Keeper Sebastian Mielitz, der schon zum 55. und 56. Mal den Ball aus seinem Netz holen musste. Auch die Teamkollegen waren mächtig angefressen und beschimpften sich geradezu selbst. „Wir machen jede Woche doofe Fehler“, urteilte Kevin De Bruyne. „Wir haben beide Anfangsphasen total verschlafen. Es ist unglaublich, wie viele Gegentore wir uns da einfangen. Das ist frustrierend, pervers. Das darf einfach nicht sein“, haderte Zlatko Junuzovic. Und Prödl gestand: „Die frühen Gegentore sind brutal ärgerlich und momentan eine Riesenschwäche von uns.“

Warum, wissen die Bremer aber selbst nicht. Es herrscht große Ratlosigkeit, bei Spielern und Verantwortlichen. „Wir haben in der Woche darüber gesprochen, vor dem Spiel und auch in der Halbzeit“, staunte Sportchef Thomas Eichin, dass dies alles offenbar verpuffte. „Es ist schwer erklärbar, warum uns das immer passiert. Es ist irgendwie ein Teufelskreis“, sagte Prödl. Und auch Trainer Thomas Schaaf druckste bei diesem heiklen Thema herum: „Wir kriegen diese Dinge nicht raus. Wenn wir einen Ansatz hätten, könnten wir es gleich verändern. Aber es sind ja immer veschiedene Situationen, aus denen die Tore fallen. Es ist nicht immer nur ein definitiver Fehler.“

Die Bilder vom Spiel

Werder Bremen erreicht nur ein 2:2 in Düsseldorf

Was also tun, was ändern? „Wir machen uns natürlich Gedanken, was die Konzentration und die Vorbereitung auf Spiele angeht“, sagte Schaaf, ohne jedoch Details zu nennen. Prödls Idee, damit sich die Verunsicherung nicht noch mehr einbrennt: „Vielleicht sollten wir einfach nicht mehr so viel darüber reden . . .“ · mr

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