Der perfekte Experte: Valdez holte mit Werder und Skripnik das Double, jetzt spielt er in Frankfurt

„Schaaf ist wieder hungrig“

+
Nelson Valdez gibt es derzeit nur in zivil, aber Anfang März will er nach seinem Kreuzbandriss wieder auf dem Platz stehen.

Bremen - Der Kreuzbandriss vor drei Monaten tat weh, ist aber schon ganz gut verheilt. Doch in diesen Tagen kehren die Schmerzen ein bisschen zurück – zumindest im Kopf. Denn Nelson Valdez verpasst am Sonntag ein Spiel, das, wie er selbst sagt, „besonderer kaum sein könnte“. Es ist nicht nur ein Duell seines aktuellen Arbeitgebers Eintracht Frankfurt mit seinem ehemaligen Club Werder Bremen. Da ist noch viel, viel mehr – und der 31-Jährige gesteht: „Ich bin richtig traurig, dass ich nicht spielen kann.“

Bei Werder ist Valdez groß geworden, Thomas Schaaf hat den jungen Mann aus Paraguay zum Bundesliga-Profi gemacht, mit ihm 2004 das Double gefeiert. Mit dabei war damals auch ein gewisser Viktor Skripnik – inzwischen Nach-Nachfolger von Schaaf bei Werder. Der wiederum ist seit Saisonbeginn Coach von Eintracht Frankfurt und hat Valdez von seiner Weltreise zurück nach Deutschland geholt.

„Ich bin so froh, wieder in der Bundesliga zu sein“, sagt Valdez und schwärmt: „Die Liga ist noch besser und interessanter geworden.“ Allerdings war es bislang nur ein kurzes Comeback. Schon am zweiten Spieltag Ende August hat sich Valdez schwer verletzt. Anfang März will er wieder auf dem Platz stehen. Von Schaaf ist der Stürmer begeistert: „Thomas hat wieder richtig Spaß am Fußball, das eine Jahr Pause hat ihm gut getan. Er ist wieder hungrig. Er macht viel Spaß. Ich fühle mich einfach wohl, bei ihm zu sein.“

Wäre Schaaf noch in Bremen, dann würde Valdez wohl das Werder-Trikot tragen. „Ich bin vor anderthalb Jahren mal gefragt worden, ob ich mir das vorstellen könnte“, verrät Valdez: „Aber da war Thomas schon weg, und deshalb war das für mich kein Thema.“ Mit einem typischen Valdez-Lacher fügt er dann noch an: „Aber jetzt mit Viktor wird das vielleicht noch mal was.“

Es ist ein kleiner Spaß. Schließlich steht der Angreifer bei Frankfurt noch bis 2016 unter Vertrag und hat gar nicht vor, den Club zu verlassen. Aber dahinter steckt auch eine große Wertschätzung für Skripnik, den ehemaligen Teamkollegen. „Viktor war der professionellste Spieler, den ich kenne“, hebt Valdez hervor: „Dabei war er auch sehr, sehr menschlich. Nicht alle erfahrenen Spieler waren damals so gut zu mir wie er. Viktor hat mir sehr geholfen.“

Während Valdez gerade am Anfang seiner Karriere stand, war für den 14 Jahre älteren Skripnik nach dem Double mit 35 Schluss, er wurde Trainer. „Eine sehr gute Entscheidung“, wie Valdez findet: „Wir haben uns im Frühjahr beim Doubiläum in Bremen lange über seinen Trainerjob bei der U23 unterhalten. Das war total interessant. Viktor ist so diszipliniert. Er ist Chef, aber auch Kumpel. Und er hat ganz viel von Thomas Schaaf gelernt.“ Also doch ein Schaaf-Klon? „Ähnlich sind sie sich schon“, findet Valdez und schmunzelt.

Für die Partie am Sonntag seien das allerdings nicht die günstigsten Voraussetzungen. „Das wird ein sehr taktisches Spiel, weil sich die Trainer so gut kennen“, glaubt Valdez, hat aber noch Hoffnung auf ein Fußball-Fest: „Beide Trainer denken sehr offensiv. Schon komisch, wo sie doch beide hinten gespielt haben.“

Seine Eintracht sieht der Paraguayer dabei natürlich im Vorteil: „Wir haben eine hohe Qualität in der Mannschaft. Uns fehlt nur etwas die Konstanz.“ Und was hält er von Werder? „Es war klar, dass es nach dem Vorjahr eine schwierige Saison wird. Aber Viktor wird den Klassenerhalt schon schaffen – auch ohne die Punkte gegen uns.“

Mehr Sorgen macht sich Valdez da schon um einen anderen Ex-Club: Borussia Dortmund. Der BVB war vergangenen Sonntag in der Commerzbank-Arena zu Gast, verlor 0:2 und ist nun Tabellenletzter. „Es ist unfassbar, dass sie mit dem Kader dort stehen“, wundert sich der 31-Jährige: „Ich war noch kurz in der Kabine, die Stimmung war natürlich ganz schlecht. Die müssen jetzt irgendwie da unten rauskommen.“ Kontakt hat er noch zu Keeper Roman Weidenfeller, Sebastian Kehl und Marcel Schmelzer. „Einmal im Jahr treffen wir uns im Urlaub.“

Aktive Bremer Profis stehen dagegen nicht mehr auf seiner aktuellen Telefonliste. „Meine Bremer Mannschaftskollegen sind schon so alt, die haben doch fast alle aufgehört“, lacht Valdez, der sich ab und zu mit Ivan Klasnic und Ailton trifft.

In Bremen ist er noch ziemlich oft, „in den letzten zwei Monaten sogar drei, vier Mal“. Aus gutem Grund: Er ist seit kurzem Restaurantbesitzer. Betrieben wird die „Südtiroler Hütte“ gegenüber vom Cinemaxx am Hauptbahnhof von seinen Schwiegereltern Beata und Fritz Rößler. „Bei uns geht niemand hungrig aus dem Restaurant“, verspricht Valdez, der auch am Bremer Hotel Zur Post (Best Western) beteiligt ist.

Der Paraguayer hat für die Zeit nach seiner Karriere also schon mal vorgesorgt, aber ans Aufhören denkt er noch lange nicht: „Ich will so schnell wie möglich wieder spielen.“ Einen Termin hat er dabei natürlich besonders im Blick: das Rückspiel Anfang Mai in Bremen.

kni

Doubiläum bei Werder Bremen

14 Jahre Thomas Schaaf bei Werder Bremen

Mehr zum Thema:

Schreckliches Busunglück in Italien: Bilder

Schreckliches Busunglück in Italien: Bilder

So zeigte sich das Präsidentenpaar Donald und Melania Trump

So zeigte sich das Präsidentenpaar Donald und Melania Trump

Schwarzenegger in Kitzbühel: „Trinkt's viel Schnaps und Bier“

Schwarzenegger in Kitzbühel: „Trinkt's viel Schnaps und Bier“

Grusel-Shots und erster Abschied: Der achte Dschungel-Tag in Bildern

Grusel-Shots und erster Abschied: Der achte Dschungel-Tag in Bildern

Meistgelesene Artikel

Gnabry und Eilers für "Tor des Jahres" nominiert

Gnabry und Eilers für "Tor des Jahres" nominiert

BVB mit Personalproblemen gegen Werder

BVB mit Personalproblemen gegen Werder

Bundesliga Rückrunde: Das vierte Gif-Quiz zu Werder gegen Dortmund

Bundesliga Rückrunde: Das vierte Gif-Quiz zu Werder gegen Dortmund

Kleinheisler wechselt nach Budapest

Kleinheisler wechselt nach Budapest

Kommentare