Heimkönige sind auswärts nur Prügelknaben / Allofs hakt Champions League ab

Das peinliche Phänomen

Die pure Verzweiflung bei Claudio Pizarro. Das 0:5 auf Schalke fand er „total peinlich“.

Gelsenkirchen · Die Schalker Fans hatten einen Heidenspaß. Es wurde getuschelt und gerechnet, wie viele Tore ihr Club schießen müsse, um den Erzrivalen Borussia Dortmund am letzten Spieltag der Bundesliga-Hinrunde von Platz zwei zu verdrängen.

Zwölfmal hätte Schalke gegen Werder treffen müssen – dass davon am Samstagabend auf den Rängen der Veltins-Arena tatsächlich geträumt wurde, sagt alles über den Auftritt des SV Werder aus. Er war unfassbar schlecht.

0:12 endete die Partie in der mit 61.673 Zuschauern besetzten Veltins-Arena zwar nicht, aber das 0:5 (0:2) reichte locker aus, um die Bremer deprimiert und grübelnd in die Winterpause und den Weihnachtsurlaub zu schicken. Zum dritten Mal in Folge waren sie auswärts abgeschossen worden, wieder waren sie gegen ein Top-Team der Liga chancenlos gewesen. Aber weder nach dem 0:5 bei Borussia Mönchengladbach noch nach dem 1:4 bei Bayern München waren Schock und Scham so groß wie auf Schalke.

Die Einzelkritik

Werder in der Einzelkritik

„Wir kriegen es einfach nicht gebacken. Diese Leistung war indiskutabel“, zürnte Trainer Thomas Schaaf. „Die letzten drei Auswärtsspiele waren eine Katastrophe“, stammelte Verteidiger Andreas Wolf. „Wir haben schon wieder versagt“, flüsterte Kapitän Clemens Fritz. Und Claudio Pizarro fand die eigene Leistung „total peinlich“.

Recht hatten sie alle, Erklärungen jedoch nicht. Rätselnd und fassungslos stehen Spieler und Verantwortliche vor dem Phänomen, dass die beste Heimmannschaft der Hinrunde auswärts nicht mal das Niveau eines Sparringspartners erreicht. „Vielleicht haben wir eine Blockade im Kopf“, mutmaßte Fritz.

0:5-Debakel auf Schalke

Bremen erlebt 0:5-Debakel auf Schalke

Vielleicht hat sich in den Partien gegen Mönchengladbach, München und auf Schalke aber auch gezeigt, wo Werder Bremen in dieser Saison tatsächlich anzusiedeln ist. Nämlich leistungsmäßig weit unter den Top-Vier der Liga. Selbst Geschäftsführer Klaus Allofs, von Berufs wegen eigentlich ein Verkäufer positiver Sichtweisen, konnte sich am Samstag dieses Eindrucks nicht mehr erwehren. „Es wurde schon oft gesagt, dass wir für die Guten nicht gut genug sind. Das hätten wir gerne geradegerückt. Es ist aber bestätigt worden“, sagte er und hielt damit quasi die Grabrede für die Bremer Champions-League-Hoffnung. Denn wer mit den Guten nicht mithalten kann, hat unter den Besten nichts verloren. Allofs’ nüchterne Feststellung: „Wir haben noch kein Team, das wieder um die Champions League spielen kann.“

Dieser Behauptung mit Argumenten entgegenzutreten, macht keinen Sinn. Selbst wenn sich welche fänden, würden sie durch folgende erschütternde Zwischenbilanz entkräftet werden: In den Vergleichen mit den Top 6 der Liga hat Werder in der Hinrunde null Punkte und 1:17 Tore eingefahren. In der Auswärtstabelle ist das Team zudem mit acht Punkten nur Zwölfter. Allein die ausgeprägte Heimstärke mit sieben Siegen in acht Spielen hält den Club als Halbzeit-Fünfter auf Kurs Richtung Europa. Der Abstand zu den nicht-internationalen Plätzen beträgt sogar sieben Zähler. Doch die Momentaufnahme ist trügerisch, warnte Pizarro: „Wenn wir auswärts so weitermachen, gefährden wir unsere Ziele.“ Nur eine Woche zuvor hatte der Peruaner unter dem Eindruck des 4:1-Sieges über den VfL Wolfsburg noch von der Meisterschaft gesprochen. Ein Hirngespinst, wie sich einmal mehr herausstellte.

Gewinner und Verlierer der Hinrunde

Die Gewinner und Verlierer der Bundesliga-Hinrunde

Schalke hatte den Bremern überdeutlich die Grenzen aufgezeigt. Als der überragende Raul wie schon beim 4:0 in der Vorsaison einen Dreierpack (16./20./63.) geschnürt hatte, brach Werder total zusammen. Kyriakos Papadopoulos (67.) und Klaas-Jan Huntelaar (70.) schraubten nicht nur das Resultat, sondern auch den Frustpegel auf der Bremer Bank in die Höhe. „Von allen guten Geistern verlassen“, nannte Allofs die wehrlose Vorstellung. „Wir haben uns hingegeben, das darf nicht sein“, schimpfte Schaaf und bekannte am Tag nach dem Desaster, dass ihm die Lust auf Urlaub gründlich vergangen sei: „So ein Spiel wirkt nach. Das ist nicht so schnell vergessen.“

Die Aufarbeitung kann jedoch erst ab dem 3. Januar stattfinden – dann startet Werder die Vorbereitung auf die Rückrunde. Und die beginnt am 21. Januar mit der Partie gegen den 1. FC Kaiserslautern – es ist, oh Schreck, wieder ein Auswärtsspiel. · csa

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