„Mir war klar, dass es Adler werden würde“ / Allofs: Entscheidung kommt zu früh

„Pech gehabt“ – Wiese bei Löw nicht erste Wahl

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Tim Wiese muss sich erstmal mit der Rolle des Ersatztorhüters in der Nationalmannschaft abfinden.

Bremen - Von Carsten Sander · Nein, er fiel nicht aus allen Wolken. Als Tim Wiese gestern gegen 13.00 Uhr der erste Anruf erreichte, er möge doch die (Vor-)Entscheidung im Rennen um den Platz im deutschen WM-Tor kommentieren, wusste er noch von nichts.

Bundestorwarttrainer Andreas Köpke, der kurz zuvor auf der DFB-Pressekonferenz mitgeteilt hatte, dass die Wahl auf René Adler gefallen sei („Er ist im Moment die Nummer eins und hat es selbst in der Hand, auch bei der WM die Nummer eins zu sein“), hatte Wiese noch nicht in Kenntnis gesetzt. Aber geahnt hatte es der Werder-Keeper sowieso.

Die definitive Nachricht drang also über Umwege zu Wiese durch. Der Werder-Keeper aß gerade zu Mittag und mümmelte als Reaktion ein wertfreies „Aha“, gefolgt von einem ebenfalls nicht von überschäumenden Emotionen geprägten „Pech gehabt“ ins Handy.

Keine große Überraschung, keine große Enttäuschung? „Nö, eigentlich nicht“, meinte Wiese und erklärte: „Wenn ich ehrlich bin, war mir klar, dass es Adler werden würde.“ Der Einsatz des Leverkuseners im entscheidenden WM-Qualifikationsspiel gegen Russland sei der deutliche Fingerzeig gewesen, so Wiese, dessen eigene Ambitionen auf die „1“ unter tragischen Ereignissen und kleinen Unglücken zu leiden hatten. Seit seinem Debüt am 19. November 2008 gegen England (1:2) kam nur noch ein Einsatz gegen die Elfenbeinküste am 18. November 2009 (2:2) dazu. Ansonsten wurde er nicht aufgeboten, war – so wie aktuell – verletzt oder das Spiel, das seines werden sollte, wurde abgesagt – wie nach dem Selbstmord von Robert Enke.

René Adler bestritt von Oktober 2008 bis jetzt acht von 14 Partien im DFB-Dress – und es waren die richtigen, die wichtigen. Nun hat der Bayer-Keeper, der vor neun Tagen beim 2:2 in Bremen noch schwer gepatzt hatte, die Nase vorn. Das Argentinien-Spiel, das Bundestrainer Joachim Löw schon vor Monaten zum richtungsweisenden Match in der Torwartfrage erhoben hatte, wird Adler bestreiten.

Tim Wiese gibt deshalb die Hoffnung aber nicht auf und sich schon gar nicht geschlagen. „Fußball ist so schnelllebig – da kann bis zur WM noch so viel passieren“, sagte er.

Klaus Allofs kann ihn in dieser Haltung nur bestärken. Für den Werder-Boss ist es ohnehin verfrüht, sich auf Adler als deutschen WM-Torhüter festzulegen. Unterstützung für Adler signalisieren, Ruhe in die Diskussion zu bringen – beides ist ein Ansatz, es so zu machen, wie Löw und Köpke es gemacht haben, meinte Allofs. „Aber sinnvoll ist das nur, wenn man einen Torwart klar vorne sieht. Doch das sehe ich nicht“, erklärte der 53-Jährige und ergänzte „ganz ohne Werder-Brille: Wiese, Adler und Neuer geben sich nicht viel.“

Dennoch wird einer die Nummer eins sein (Adler), einer die Nummer zwei und einer die Nummer drei. Für Tim Wiese bleiben nur die beiden letztgenannten Optionen. Welche es dann im Juni in Südafrika sein wird, ist ihm fast schon egal, behauptete er: „Ob zweiter oder dritter Torwart – bei der WM gucken sowieso beide zu.“

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