Stürmer will unbedingt bei Werder bleiben: „Ich hoffe, dass Bayern ein Einsehen hat“

Peanuts-Petersen bittet um Gnade

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Nils Petersen versucht alles, damit ihn die Bayern erhören und endgültig an die Weser ziehen lassen: „Das ist schon ein Verein, wo sie menschlich denken.“ ·

Bremen - Nils Petersen könnte es sich nach der verkorksten Saison mit Werder und wegen der unsicheren sportlichen Perspektive in Bremen leicht machen, zum FC Bayern zurückkehren und dort auf Angebote anderer Clubs warten.

Doch der 24-Jährige denkt völlig anders: „Ich verkrümle mich nicht. Mein Entschluss steht, ich will hier bleiben.“ Damit das wirklich klappt, bittet er sogar den FC Bayern um Gnade bei den Ablöseverhandlungen.

„Ich hoffe, dass Bayern ein Einsehen hat und sagt: Wir können verstehen, dass Nils das in Bremen machen will. Dann müssen sie zwar auf ein bisschen Geld verzichten, aber werden mich – auf deutsch gesagt – los“, meint Petersen und ist nach seiner Zeit in München durchaus zuversichtlich: „Bayern ist schon ein Verein, wo sie menschlich denken.“ Andererseits weiß der Angreifer aber auch: „Natürlich ist der FC Bayern ein Wirtschaftsunternehmen und hat deshalb keinen Grund, das erstbeste Angebot anzunehmen und nur im Sinne des Spielers zu entscheiden. Ich weiß, dass andere Clubs anklopfen werden, die mehr zahlen können.“

Wie zum Beispiel der VfL Wolfsburg, der für den Fall bereit steht, dass Werder die von den Bayern geforderte Ablöse nicht stemmen kann. Vier Millionen Euro will der Rekordmeister dem Vernehmen nach für Petersen haben. Knapp drei Millionen haben die Münchner vor zwei Jahren für den Torschützenkönig der Zweiten Liga an Energie Cottbus überwiesen. Nach einem Jahr mit nur neun Bundesliga-Einsätzen wurde er nach Bremen ausgeliehen. Sein Vertrag in München läuft noch bis 2015, benötigt wird er dort freilich nicht mehr. Petersen steht zum Verkauf, will aber nicht zur Ware degradiert werden: „Ich hoffe, dass die Bayern mich nicht irgendwohin verschachern wollen, bloß weil da mehr geboten wird.“

Gerne hätten die Bremer Petersen ein weiteres Jahr ausgeliehen, wollen aber auch so zugreifen. Die Gespräche laufen, und Werder-Sportchef Thomas Eichin ist bemüht, die Ablöse zu drücken. Notfalls mit den üblichen Kniffen wie Nachzahlvereinbarungen im Erfolgsfall oder einer Beteiligung bei einem Weiterverkauf von Petersen.

Der Spieler hofft derweil darauf, dass sein Noch-Club die Champions League und den DFB-Pokal gewinnt: „Dann haben sie die Peanuts für mich nicht mehr nötig.“ Der 24-Jährige lacht. Nach geschafftem Klassenerhalt ist auch bei ihm die Lockerheit zurück – und er scherzt sogar über seine Torflaute in den vergangenen Wochen: „Ich habe den Preis gedrückt. Mehr konnte ich nicht machen.“

Elf Tore hat er erzielt – nur vier davon in der Rückrunde. Seit seinem Doppelpack am 16. Februar gegen Freiburg (2:3) will der Ball nicht mehr rein. Das nagt an ihm: „Ich hätte gerne im Abstiegskampf ein Tor beigesteuert. Das war keine einfache Situation. Ich hoffe, dass ich jetzt mit weniger Druck wieder treffe.“ Die letzte Möglichkeit dazu gibt es am Samstag in Nürnberg. „Ich will mit einem Tor in den Sommerurlaub gehen“, sagt er und formuliert umgehend ein weiteres großes Ziel: „Man kann ja nicht in den Urlaub fahren und hat 13 Spiele nicht gewonnen. Wir brauchen den Sieg, um zu wissen, dass wir es noch können.“

Und dann? Was ist Werder noch wert, wenn nach Kevin De Bruyne auch noch Sokratis den Club verlassen sollte? „Es ist immer bitter, wenn man Leistungsträger verliert. Andererseits bin ich auch ein Verfechter davon, zu sagen: Okay, wenn man so viel Geld für einen Abwehrspieler einnehmen kann, ist das auch gut für den Verein“, meint Petersen und verbreitet Optimismus: „Ich glaube schon, dass Thomas Eichin und Thomas Schaaf zwei, drei Spieler aus dem Hut zaubern werden, die uns weiterbringen. Sonst würde ich das hier nicht weitermachen wollen.“ · kni/csa

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