Pasanen - ein Vorbild sagt tschüss

Petri Pasanen packt die Grätsche aus - im Werder-Triktot aber nur noch bis zum Sommer, dann wird er den Bundesligisten verlassen.

Von Björn Knips - Petri Pasanen hielt kurz inne. Denn da war sie wieder, diese ungeliebte Frage nach seiner Zukunft. Schließlich läuft der Vertrag des Finnen mit Werder Bremen im Sommer aus.

„Ja, es gab schon Gespräche mit dem Verein“, verriet Pasanen dann aber – und nicht nur das: „Ich werde weggehen. Das haben wir beidseitig entschieden. Aber mein Weg geht weiter – irgendwo.“ Der 30-Jährige lächelte – allerdings etwas gequält. Ihm war deutlich anzumerken, dass ihm der Abschied nach sieben Jahren bei Werder nicht leicht fällt.

Training am Mittwoch

Werder-Training am Mittwoch

„Jetzt ist nicht der Zeitpunkt, über diese sieben Jahre zu reden“, wiegelte Pasanen jedoch umgehend ab: „Werder ist im Moment viel wichtiger als ich.“ Das ist typisch für den Defensivspezialisten, der im Sommer 2004 nach dem Bremer Double-Gewinn vom englischen Club FC Portsmouth an die Weser gewechselt war. Das Vereinswohl hat er in der Öffentlichkeit stets über seine eigenen Befindlichkeiten gestellt. Dafür wird er von Trainer Thomas Schaaf geschätzt und von vielen Fans geliebt.

Petri Pasanen - 7 Jahre Werder Bremen

Petri Pasanen

Dabei ging’s Pasanen nicht immer gut bei Werder. So schnell, wie er manchmal im Team war, so schnell war er oft auch wieder draußen. Einen Stammplatz hatte er nur zu Beginn als Nebenmann von Valerien Ismael in der Abwehrzentrale. In den vergangenen Jahren wurde der Innenverteidiger („Da spiele ich am liebsten“) sogar mehr und mehr zum Notnagel für die komplette Viererkette, spielte nur, wenn andere verletzt oder gesperrt waren. Aber öffentlich beklagt hat sich der Finne darüber nie. „Petri hat einfach einen guten Charakter“, lobte Kapitän Torsten Frings gestern seinen Teamkollegen: „Petri war immer da, wenn er gebraucht wurde. Und er hat nie aufgemuckt, obwohl er mal rechts, dann links, danach zentral und anschließend wieder rechts spielen musste.“ 

Pasanen ist eben ein Musterprofi, der hart arbeitet und geduldig auf seine Chance wartet – oder wie er sich gestern selbst beschrieb: „Ich glaube, ich bin ein Vorbild dafür, dass es sich lohnt, immer weiter zu machen. Und dann erlebt man auch wieder richtig gute Spiele wie gegen Nürnberg, in dem ich sogar fast noch ein Tor mache.“ Im Frankenland durfte Pasanen am vergangenen Samstag Sebastian Prödl vertreten. Und wahrscheinlich wird das auch in den nächsten Wochen der Fall sein, denn mit seinem Sehnenriss im Oberschenkel dürfte der Österreicher länger ausfallen. Für Pasanen bietet das die Gelegenheit, sich aktiv zu verabschieden. „Ich stehe noch sieben Spiele zur Verfügung“, mehr mochte Pasanen dazu mit Rücksicht auf den verletzten Kollegen nicht sagen.

Aber natürlich freut er sich, wieder richtig dabei zu sein. Der sympathische Finne, der sich stets Fragen zu seinem Privatleben verbittet, genießt regelrecht seine letzten Auftritte im Werder-Dress, als 30-Jähriger allerdings aus einer nun „etwas anderen Perspektive. Die schönsten Momente sind für mich, die Mitspieler nach einem Sieg feiern zu sehen. Oder dann in der Kabine zu sitzen und die tolle Stimmung zu erleben.“

In dieser Saison hatte es das allerdings sehr selten gegeben. Denn in seinem siebten Werder-Jahr muss Pasanen erstmals gegen den Abstieg spielen. Doch auch das nimmt er finnisch cool zur Kenntnis. „Ich spüre hier keine Angst und auch keinen Extradruck vom Verein, alle sind ruhig geblieben“, meinte Pasanen und lobte die Clubführung für das Festhalten an Trainer Schaaf: „Es lohnt sich, Menschen Zeit zu geben. Leider wollen die Leute heute immer schneller Erfolg sehen – nicht nur im Fußball.“

Trotzdem macht ihm sein Beruf weiterhin Spaß, ein Karriereende ist kein Thema. „Ich höre doch nicht auf, ich bin doch erst 30“, stellte Pasanen klar. Eine Tendenz, wohin es ihn ziehen wird, wollte und konnte er noch nicht abgeben: „Ich weiß es nicht, es ist doch auch erst Mitte März.“

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