Arnautovic hatte angekündigt, „noch einen trinken“ zu gehen

Partynacht in Brüssel? Prödl: „Völliger Blödsinn“

Werder-Bremen - BRÜSSEL (flü/mr) · Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert. Ein Sprichwort, mit dem sich Werders Neuzugang Marko Arnautovic wohl immer mehr auseinandersetzen muss.

Nach dem spektakulären 4:4 Österreichs im EM-Qualifikationsspiel am Dienstagabend in Belgien hatte Arnautovic, vielleicht auch beseelt durch sein Tor zum zwischenzeitlichen 2:1, angekündigt: „Ich werde mit den Burschen noch einen trinken.“ Die Burschen, damit waren seine Nationalmannschaftskollegen Sebastian Prödl von Werder Bremen und Paul Scharner, in England bei West Bromwich Albion unter Vertrag, gemeint.

Und schon war gestern in österreichischen Medien zu lesen, dass das Trio in Brüssel noch eine Partynacht veranstaltet haben soll. Während sich fast das komplette österreichische Team noch in der Nacht auf den Heimweg machte und um drei Uhr morgens in Wien-Schwechat landete, sollen Arnautovic, Prödl und Scharner die belgische Hauptstadt unsicher gemacht haben.

Nun, mit dem Team zurück nach Wien zu fliegen, um dann einige Stunden später wieder nach Bremen zu jetten, macht wenig Sinn. Es ist nachvollziehbar, eine Nacht in Brüssel zu bleiben und dann von dort aus am nächsten Tag nach Bremen

▪ Schaaf gibt nichts

▪ auf diese Gerüchte

zu fliegen. Aber Arnautovic’ Ankündigung, noch einen trinken zu gehen, war nicht gerade clever. Er müsste doch eigentlich wissen, dass solche Worte, gerade aus seinem Mund, besonderes Gehör finden.

Zumal es gar keine Partynacht gab, wie Sebastian Prödl gestern gegenüber dieser Zeitung beteuerte: „Das ist völliger Blödsinn. Wir sind nach dem Spiel noch etwas essen gegangen und waren um Mitternacht wieder im Hotel.“ Um sieben Uhr hätten sich die beiden Bremer dann auf den Weg zum Flughafen gemacht – und waren dann am Vormittag pünktlich zum Auslaufen am Weserstadion.

Werder-Trainer Thomas Schaaf zeigte sich gestern nicht verwundert über das, was derzeit so alles über Arnautovic in Österreich geschrieben wird – häufig ohne, dass mit dem Spieler gesprochen worden sei: „Die Nummer kennen wir doch. Das brauchen wir nicht zu diskutieren.“ Allerdings weiß der 49-Jährige auch, dass sein Angreifer das ein oder andere Mal übers Ziel hinausschießt. „Kameras sind dafür da, dass man in sie hineinspricht, aber Marko muss auch das Richtige reinsprechen“, hatte Schaaf am Dienstag während eines Sponsorentermins auf Spiekeroog über Arnautovic gesagt. Doch der Coach glaubt weiter an den 21-Jährigen: „Selbst wenn er im Moment in jedes Fettnäpfchen tritt, in das er treten kann – irgendwann wird man erkennen, wie er wirklich ist.“

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