Das Vater-Sohn-Verhältnis der beiden Bremer Nationalspieler

„Papa Per“ passt auf „Schussel“ Özil auf

Bei der Nationalhymne natürlich Seite an Seite: Per Mertesacker (rechts) und sein „Ziehsohn“ Mesut Özil.

Bremen/Pretoria - Von Björn Knips · Als Wunsch fürs neue Jahrzehnt hatte Per Mertesacker Ende 2009 eigenen Nachwuchs genannt. Nun ist der Nationalspieler offenbar schneller Vater geworden als gedacht. Und seine Freundin, die Handball-Nationalspielerin Ulrike Stange, hat damit gar nichts zu tun.

Klingt nach einer üblen Klatsch- und Tratschgeschichte, ist aber eher eine nette Episode aus „Elf Freunde müsst ihr sein“. Der Boulevard feiert Mertesacker jedenfalls schon als „Papa Per“ vom frischgebackenen WM-Star Mesut Özil.

„Es ist wichtig, dass er Bezugspersonen hat, wenn es um organisatorische Dinge geht. Besprechungstermine oder was er so einpacken muss – das hat er meistens nicht so auf dem Schirm. Da helfe ich ihm“, sagte Mertesacker im deutschen WM-Quartier der „Hamburger Morgenpost“ und brachte damit die Vater-Sohn-Geschichte ins Rollen. Özil spielte auch prompt mit und verriet: „Wir sind dicke Freunde geworden.“

Seit zweieinhalb Jahren kicken sie gemeinsam für Werder Bremen. Mertesacker ist der erfahrene Mann in der Abwehr, Özil der junge Wilde im Mittelfeld. Andererseits: Mit seinen erst 25 Jahren hat Mertesacker noch einen guten Draht zur Generation Özil (21) und wird von ihr gleichzeitig aufgrund seiner enormen Erfahrung und seiner Bodenständigkeit geschätzt. „Per wäre auch ein super Kapitän für die Nationalmannschaft“, sagte Özil mit großem Respekt vor dem Teamkollegen.

Der Deutsch-Türke ist ein Ballzauberer. Einer, der auf dem Platz die Massen begeistert – so wie beim 4:0-Auftaktsieg gegen Australien. Dafür braucht er Vertrauen, Sicherheit und die Freiheit, etwas ausprobieren zu dürfen. Und er benötigt Rückendeckung auf dem Platz. Mertesacker liefert sie gleich doppelt: als Absicherung in der Viererkette und als Bodyguard bei den Scharmützeln am Rande. Wird Özil gefoult, was nicht gerade selten passiert, gibt’s den blösen Blick von 1,98-Meter-Hüne Mertesacker.

„Er ist ein Spieler mit besonderen Fähigkeiten – und das muss man sichern und pflegen“, erklärte Mertesacker. Der Innenverteidiger, also der Mann fürs Grobe, geht mit Worten so gut um wie Özil mit dem Ball – und so folgte noch eine detaillierte Erklärung des besonderen Verhältnisses der beiden Bremer: „Ich gehe da ein bisschen geordneter durchs Leben, dafür hat er mehr Freiheiten. Das passt schon so ganz gut. Wichtig ist, dass ein Vertrauensverhältnis da ist. Ich gebe ihm die Sicherheit im Hintergrund, er kann dann seine Unbekümmertheit spielen lassen – nicht nur auf dem Platz. Da kann er dann ruhig auch mal was vergessen.“

Nur eines mag Mertesacker nicht: zu viel Euphorie. Dass Özil schon jetzt von der Fußball-Prominenz als neuer Messi, als der WM-Star und das Jahrhunderttalent gefeiert wird, schmeckt dem Abwehrspieler überhaupt nicht. „Wir werden weitere Spiele bestreiten müssen, um größere Fragen beantworten zu können“, merkte Mertesacker fast schon philosophisch an, um sich dann doch noch einer positiven Fußballer-Phrase zu bedienen: „Mesut ist auf dem richtigen Weg.“

Auf dem ihm Mertesacker begleiten wird – zumindest in der DFB-Auswahl. Denn die beiden Bremer haben noch eine Gemeinsamkeit: Ihnen wird nachgesagt, dass sie Werder noch in diesem Sommer verlassen wollen. Beide wollen hoch hinaus, möglichst bei einem europäischen Spitzenclub wie Real Madrid, FC Barcelona, Manchester United oder Arsenal London zum Zuge kommen. Und wer weiß, vielleicht heißt es in einigen Wochen dann: wie der Vater so der Sohn. Für Werder wäre es sportlich ein Desaster, finanziell ein Reibach, denn beide haben noch Vertrag und würden deshalb hohe Ablösesummen einbringen.

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