Manneh ist bei Werder der Hit, Selke in Leipzig nur Reservist

Auf Wolke 7 oder auf der Bank

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Davie Selke (l.) und Ousman Manneh

Bremen - Das Tor gegen Leverkusen war wie eine Spontangeburt: Plötzlich war er da, der neue Hoffnungsträger. Ousman Manneh, der Junge mit der bewegenden Lebensgeschichte. Der Junge, der mit seinem Trainer Alexander Nouri auf die Bundesliga-Bühne getreten ist. Der Junge, der nun auch Tore schießt – pardon: ein Tor, mehr ist es noch nicht.

Doch bei Werder Bremen träumen alle davon, dass aus Ousman Manneh mal ein richtig großer Stürmer wird. Einer, der die Liga auseinanderschießt. Der letzte Angreifer, der sich aus der eigenen U23 zu den Bundesliga-Profis hochgearbeitet hatte und dem diese Erwartungen aufgeladen wurden, hieß Davie Selke. Auch er war – wie Manneh – 19 Jahre jung, als er sein erstes Bundesliga-Tor für Werder schoss. Es folgten noch acht weitere, ehe Selke dem Traum vom Werder-Top-Torjäger ein jähes Ende bereitete. Er wechselte am Ende der Saison 2014/15 zum ambitionierten Zweitligisten RB Leipzig. 8,5 Millionen Euro wanderten dafür von einem Club zum anderen. Am Sonntag kommt es für Selke zum Wiedersehen mit seinem alten Club, um 15.30 Uhr tritt Werder Bremen bei Aufsteiger RB Leipzig an.

Selke sagt, dass die Partie „emotional etwas Besonderes“ für ihn sei. Allerdings stehen seine Chancen nicht besonders gut, auch von Anfang an dabei zu sein. In dieser Saison stand er erst einmal in der Startelf, wurde weitere zwei Male eingewechselt. Selke fristet augenblicklich im Schatten anderer sein Profi-Dasein. Das ist bei Ousman Manneh ganz anders. Coach Alexander Nouri hat den Flüchtling aus Gambia direkt nach Amtsübernahme in die erste Reihe gestellt und hält an ihm fest. Erst recht nach Mannehs Premierentor gegen Leverkusen. „Wir sind sehr zufrieden mit ihm“, sagt Nouri und nimmt nach den ersten vier Erstliga-Spielen ausschließlich positive Signale wahr. „Ousman zeigt keine Spur von Müdigkeit. Es besteht auch keine Gefahr, dass er nachlässig wird oder einen Gang zurückschaltet.“ Stattdessen arbeite er „beharrlich“ an seinen Schwächen. Wie dem Abschluss. Vor und nach seinem Treffer gegen Leverkusen hatte Manneh beste Chancen ausgelassen.

Davie Selke hat da ganz andere Probleme. Zwar hat auch er schon sein erstes Saisontor auf dem Konto (beim Leipziger 4:0 in Hamburg), doch mehr als ein Notnagel ist er derzeit nicht in der Offensive des Aufsteigers. Dass ihm das nicht schmeckt, versteht sich von selbst. Selke: „Ich weiß nicht, ob irgendjemand Joker sein will. Da gibt es keinen. Jeder will natürlich spielen, am liebsten von Anfang an.“ Doch das dürfen bei RB Leipzig andere. Trainer Ralph Hasenhüttl vertraut im 4-2-2-2-System auf die Spitzen Yussuf Poulsen (ein Tor, ein Assist) und Timo Werner (drei Tore, ein Assist). „Dass Davie etwas hinten dran zu sein scheint, liegt lediglich daran, dass die anderen es momentan sehr gut machen. Aber er hängt sich in jedem Training voll rein und ist ein wichtiger Teil unserer Mannschaft“, sagt Leipzigs Routinier Marvin Compper (31) über Selke und macht dem Ex-Bremer Mut: „Er wird auch diese Saison noch wichtige Tore für uns schießen.“

Eventuell am Sonntag schon? Davie Selke brennt natürlich auf einen Einsatz gegen die ehemaligen Kollegen und betont, von einer „Kein-Bock-Einstellung“ wegen der ungeliebten Rolle als Ersatzspieler ganz weit entfernt zu sein: „Ich bin nicht sauer, sondern fast noch motivierter, um zu zeigen, dass es vielleicht ein Fehler war, dass ich nicht zum Einsatz gekommen bin.“ So reden Reservisten. Ousman Manneh muss aktuell nicht zu dieser „Ich-streng-mich-maßlos-an-Rhetorik“ greifen. Er ist in Nouris System erste Wahl. Was passiert, wenn die aktuell noch verletzten Claudio Pizarro und Max Kruse ins Team zurückkehren, wird sich zeigen. „Dann müssen wir kreativ sein“, sagte Nouri dem „kicker“. Bis dahin will Manneh jeden Tag auskosten, Argumente für sich sammeln – und vor allem: lernen. „Jeder Tag ist ein neuer Tag, um das zu tun“, sagt er. csa

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