Nur Aad de Mos ist noch schlechter als Robin Dutt

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Trat bei Werder das schwere Erbe eines großen Trainers an: Robin Dutt kann als aktueller Coach seine Bilanz aber noch aufpolieren.

Bremen - In der Bundesliga steht der SV Werder bei aller Abstiegsgefahr immer noch über dem Strich. Für Robin Dutt gilt das in der Rangliste der Bremer Trainer nicht mehr.

Durch die Niederlage in Augsburg ist der 49-Jährige mit einem Schnitt von nur 1,05 Punkten pro Bundesliga-Spiel auf den vorletzten Platz abgerutscht. Eine schlechtere Bilanz hat nur Aad de Mos vorzuweisen – und der wurde am 9. Januar 1996 nach 17 Spielen entlassen.

Trat bei Werder das schwere Erbe eines großen Trainers an: Aad de Mos wurde nach 17 Spielen gefeuert

Der Name Aad de Mos löst in Bremen immer noch ein unwohles Gefühl aus. Der Niederländer gilt als das größte Missverständnis in der Vereinsgeschichte. Der damals 48-Jährige war die große Lösung, nachdem Übertrainer Otto Rehhagel die Grün-Weißen mit seinem Wechsel zum FC Bayern in Schockstarre versetzt hatte. Doch de Mos, der den belgischen Club KV Mechelen zum Europapokalsieg geführt und sich auch als Coach von Ajax Amsterdam und RSC Anderlecht einen Namen gemacht hatte, kam mit Werder überhaupt nicht klar. Und Werder nicht mit ihm. Mit seiner Arroganz sorgte er immer wieder für Verärgerung. Und mit einem Interview für den großen Knall. „Es wird nie was aus diesem Club“, soll er einem belgischen Journalisten unter anderem gesagt haben. Der deutsche „Spiegel“ druckte die Aussagen ab – und daraufhin feuerte Werder den Coach wegen „vereinsschädigenden Verhaltens“.

De Mos wehrte sich gerichtlich gegen den „Spiegel“ und Werder. Am Ende kam es zur finanziellen Einigung mit dem Bundesligisten. Nach Trainerstationen in Belgien (Standard Lüttich), Spanien (Sporting Gijon), Japan (Urawa Red Diamonds), Saudi Arabien (Al Hilal), den Vereinigten Arabischen Emiraten (Nationalmannschaft) und den Niederlanden (Vitesse Arnheim) ist der inzwischen 66-Jährige nun als TV-Experte und als Motivationstrainer tätig.

Dutt hat im Sommer bei Werder wie de Mos ein großes Erbe angetreten – das von Thomas Schaaf, der den Club 14 Jahre lang geprägt hatte und fast so lange Werder-Trainer war wie Ikone Rehhagel. Doch mehr Gemeinsamkeiten, als eine Legende als Vorgänger und eine schlechte Punkteausbeute zu haben, gibt es bei Dutt und de Mos nun wirklich nicht. Der aktuelle Trainer gibt sich offen gegenüber Medien und Fans. Der 49-Jährige lässt auch keine Gelegenheit aus, seine große Identifikation mit dem Verein zu unterstreichen.

Es wird ihm richtig weh tun, dass seine Bilanz so desaströs ist – und ihm am Samstag sogar der Sturz ans Tabellenende der Bremer Trainer-Rangliste droht. Verliert sein Team gegen Dortmund, hat Dutt wie de Mos nur einen Punkt pro Bundesliga-Spiel geholt. Aber es kann auch ganz anders kommen: Gewinnen die Bremer, überholt Dutt mit einem Schnitt von 1,15 Zählern gleich vier Vor-Vorgänger: Fritz Rebell, Fritz Langner, Felix Magath und Herbert Burdenski. kni

Bilanzen der Bremer Trainer

Name Amtszeit Spiele Punkte
(nur 1. Liga) im Schnitt
Otto Rehhagel 02.04.81 - 30.06.95 480 1,79
Fritz Langner 05.09.67 - 30.06.69 62 1,76
Thomas Schaaf 10.05.99 - 15.05.13 479 1,62
Willy Multhaup 01.07.63 - 30.06.65 60 1,57
Rudi Assauer/F. Schulz 01.01.78 - 30.06.78 15 1,53
Hans Tilkowski 17.03.70 - 30.06.70 12 1,50
Günther Brocker 01.07.65 - 04.09.67 71 1,48
Hans-Jürgen Dörner 14.01.96 - 19.08.97 54 1,43
Wolfgang Sidka 19.08.97 - 22.10.98 39 1,33
Robert Gebhardt 01.07.70 - 28.09.71 42 1,31
Otto Rehhagel 01.03.76 - 13.06.76 13 1,31
Hans Tilkowski 01.07.76 - 19.12.77 53 1,26
Wolfgang Weber 01.07.78 - 28.01.80 53 1,17
Josef Piontek 25.10.71 - 30.06.75 122 1,16
Herbert Burdenski 01.07.75 - 28.02.76 21 1,14
Felix Magath 22.10.98 - 10.05.99 22 1,13
Fritz Langner 20.02.80 - 30.06.80 14 1,07
Fritz Rebell 01.07.69 - 16.03.70 22 1,05
Robin Dutt 28.06.13 - 19 1,05
Aad de Mos 01.07.95 - 09.01.96 17 1,00

Anmerkung: Interimstrainer mit weniger als zehn Spielen wurden nicht berücksichtigt, ebenso Kuno Klötzer, der Werder in der zweiten Liga betreute; der Schnitt wurde nach der Drei-Punkte-Regel ermittelt.

Bilder vom Training am Dienstag

Werder-Training: Zweiter Tag für Obraniak

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