Optionen für Elia, Obraniak, Petersen sind verstrichen

Und jetzt?

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Nils Petersen (re.) und Eljero Elia (li.) – der eine hat seinen Marktwert im Zuge des Ausleihgeschäfts gesteigert, der andere bestimmt nicht.

Bremen - Keiner hat zugeschlagen. Nicht der FC Southampton bei Eljero Elia. Nicht Caykur Rizespor bei Ludovic Obraniak. Und natürlich auch nicht Bundesliga-Absteiger SC Freiburg bei Nils Petersen. Am Sonntag liefen die Optionsfristen für das von Werder verliehene Trio aus, ohne dass etwas passiert wäre.

„Ein ganz normaler Vorgang“, meint Werder-Geschäftsführer Thomas Eichin. Nun sind die Ablösesummen wieder frei verhandelbar – nicht nur für die drei ausleihenden Clubs, sondern für alle. Das kann gut sein für Werder. Das kann aber auch schlecht sein. Klar ist nur: Eichin muss verkaufen, um finanziellen Handlungsspielraum zu gewinnen. Und so stehen im Einzelnen die Chancen:

Die in den Leihvertrag geschriebene Ablösesumme war verdammt hoch. Auf 5,5 Millionen Euro hatte Werder sie angesetzt – was gewiss nicht zufällig genau dem Betrag entspricht, den die Bremer 2012 an Juventus Turin überwiesen hatten. Hätte Elia beim FC Southampton das Niveau der ersten Spiele gehalten (bei seiner zweiten Einsatz für die Engländer traf er zweimal), hätten „The Saints“ sicher mit einem Lächeln das geforderte Geld bezahlt. Doch Elia machte eben nicht so weiter, wie er begonnen hatte. Kein Tor mehr, immer häufiger saß er auf der Bank, immer kürzer wurden seine Einsatzzeiten. Trotzdem scheint Southampton interessiert zu sein, den 28 Jahre alten Niederländer, der gestern seine Freundin Sanne heiratete, dauerhaft unter Vertrag zu nehmen. Aber eben nicht zum geforderten Preis. Verhandlungen sind sicher. Zumal die Mannschaft von Trainer Ronald Koeman dank des FA-Cup-Sieges von Champions-League-Teilnehmer FC Arsenal doch noch den Sprung in die Europa League geschafft hat – als Siebter der englischen Premier League.

Für die zusätzliche Belastung werden Spieler gebraucht – das könnte die Chance für Elia sein. Der Offensivspieler hatte bereits angekündigt, trotz des bis 2016 laufenden Vertrages auf keinen Fall nach Bremen zurückkehren zu wollen. Seine Aussage: Wenn nicht Southampton, dann ein anderer Club. Aber 5,5 Millionen Euro wird Werder gewiss nicht erlösen.

Ein spezieller Fall. Obwohl Petersen in der Rückrunde neun Mal für den SC Freiburg traf, hat Werder offenbar keine Verwendung mehr für den Stürmer. Wohl dem, der sich diesen Luxus leisten kann. Werder-Coach Viktor Skripnik kann offenbar. Er sagt, dass Petersen als Strafraumstürmer nicht ins System passe. Also soll er trotz des bis 2017 datierten Vertrages abgegeben werden. Aber an wen? Der SC Freiburg scheidet nach dem Abstieg aus. Der FC Ingolstadt soll interessiert sein – und es müsste schon mit wer weiß wem zugehen, wenn es da nicht noch weitere Bewerber gibt. Eichin kann jedenfalls abwarten, welche kaufbereiten Clubs der Petersen-Berater präsentieren wird. Werder wird ziemlichsehr mehr kassieren können, als die einst mit Freiburg vereinbarten 1,5 Millionen Euro Ablöse.

Zwei Tore, drei Vorlagen für Caykur Rizespor, dazu der sichere Klassenerhalt – das halbe Jahr in der türkischen Süper Lig ist ganz ordentlich gelaufen für den Franzosen. Aber das hat nicht gereicht, damit Rizespor die angeblich geforderten 1,8 Millionen Euro Ablöse an Werder gezahlt hätte. Es heißt, die Türken seien grundsätzlich interessiert, doch der Preis für den 30-Jährigen soll noch deutlich gedrückt werden. Obraniak (Vertrag bis 2016) hatte zuletzt eine Rückkehr zu Werder ausgeschlossen und auch einen Wechsel in die USA in Erwägung gezogen. „Die MLS ist ein Spaß“, hatte er gesagt. Von Clubs, die sich für den zentralen Mittelfeldspieler interessieren, ist allerdings nichts bekannt.

csa

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