Santiago Garcia muss nach der Ampelkarte in Augsburg ein böses Nachspiel fürchten / Dutt klagt Ostrzolek an

Ein Opfer von Temperament und Theatralik

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Für das Einsteigen von Santiago Garcia (l.) gegen Matthias Ostrzolek fand Werder-Sportchef Thomas Eichin ein Wort: „Brachialgewalt.“ ·

Bremen - Beim Auslaufen fehlte Santiago Garcia. Wegen einer Innenbandreizung im rechten Knie blieb er gestern zur Behandlung im Stadion. Die Blessur ist aber nicht das einzige unangenehme Andenken des Argentiniers an das 1:3 beim FC Augsburg.

Nach seiner Gelb-Roten Karte ist er auf jeden Fall für ein Spiel gesperrt, doch der DFB könnte ihm eine noch längere Auszeit verpassen.

Es geht um Garcias wilde Proteste nach der Ampelkarte. Schiedsrichter Christian Dingert, der von dem südamerikanischen Temperamentsbündel verbal und auch leicht handgreiflich angegangen worden war, soll das Verhalten des aufgebrachten Bremers im Spielbericht vermerkt haben. Das hat der DFB gegenüber dem „kicker“ bestätigt. Garcia droht nun ein Verfahren.

Robin Dutt glaubt allerdings nicht daran. Der Werder-Coach behauptet, Dingert habe keinen Vermerk bezüglich Garcia verfasst: „Das hätten wir unterschreiben müssen, und da stand nichts.“ Ohnehin steht für Dutt fest: „Es gibt eine Tatsachenentscheidung. Der Schiedsrichter hat aus der Gelb-Roten keine Rote Karte gemacht. Damit ist die Situation bewertet und kann auch keine erhöhte Strafe mehr nach sich ziehen.“

Santiago Garcia war in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit vor dem Augsburger Tor mit gestrecktem Bein einem Ball nachgegangen. Zwar traf er Gegenspieler Matthias Ostrzolek nicht, aber das auch nur, weil sich der Augsburger mit einem Sprung in Sicherheit gebracht hatte. Dass sich der FCA-Profi anschließend dennoch auf dem Platz krümmte und damit die zweite Gelbe Karte für Garcia befeuerte, brachte den Argentinier in Rage: „Das Theater, das er da veranstaltet, ist nicht fair.“ So sieht es auch Dutt: „Läuft er einfach weiter, passiert nichts. Ich wünsche mir, dass ein Spieler, der sich dreimal um die eigene Achse dreht, ohne nur annähernd getroffen worden zu sein, genauso an den Pranger gestellt wird wie jemand, der mit aller Macht das Tor erzielen wollte.“

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An dem Grundproblem ändert das alles aber nichts. Der bereits verwarnte Garcia hatte mit einer Kamikaze-Aktion einen Platzverweis riskiert – und zwar im gegnerischen Strafraum. „Es war sehr ungeschickt, da will auch niemand etwas beschönigen“, räumte Dutt ein. Und es war nicht das erste Mal, dass Garcia die Sicherungen durchbrannten. Auch auf Schalke wandelte er am Rande eines Platzverweises und konnte nur durch eine Auswechslung noch vor der Pause gerettet werden. „Er muss lernen, diese Brachialgewalt abzulegen“, fordert Sportchef Thomas Eichin. Und tatsächlich gelobt Garcia, der bei Werder als Leihspieler bis zum Sommer nur auf Bewährung spielt, Besserung: „Ich bin erwachsen, muss aus diesen Situationen lernen.“ Noch in Augsburg fing er damit an und entschuldigte sich bei Christian Dingert für sein Verhalten. Gestern folgten noch flehende Worte Richtung DFB: „Ich habe niemanden beleidigt. Ich habe den Schiedsrichter nicht geschubst. Und ich hoffe, dass die Menschen, die das jetzt entscheiden, alles richtig sehen.“ · csa/kni

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