Eljero Elia sucht die Schuld an seinem Dauerformtief auch bei seinen Mitspielern

Ohne Schlüssel zum Erfolg

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Eljero Elia ist nicht glücklich mit Werder und umgekehrt. Eine Trennung am Saisonende schließt Trainer Thomas Schaaf aber aus.

Bremen - Es gibt am Weserstadion einen großen Parkplatz, der ausschließlich für die Karossen der Spieler reserviert ist. Eine Schranke verhindert unbefugtes Benutzen, die Profis besitzen einen Chip, um den Schlagbaum zu öffnen.

Eljero Elia parkt nie auf diesem Platz. Aber nicht etwa, weil er die bevorzugte Behandlung ablehnt. Der Mann ist grundsätzlich den Privilegien eines Fußball-Profis nicht abgeneigt. Nein, Elia hat offenbar keinen Chip. Er muss ihn verlegt oder verloren haben, vielleicht vergisst er ihn auch ständig. Dumm ist nur, dass dieser Chip nicht nur die Parkplatzschranke öffnet, sondern auch die Tür zum Kabinentrakt. Also muss er klopfen, um reinzukommen.

Dies ist zwar nur eine kleine Anekdote, aber sie ist auch ein Sinnbild für Elias Situation in Bremen: Den Schlüssel zur Werder-Welt hat der vor Saisonbeginn für 5,5 Millionen Euro von Juventus Turin geholte Niederländer auch nach 28 Spieltagen noch nicht gefunden. Und langsam schwindet selbst bei Trainer Thomas Schaaf die Geduld. Nach Elias Auswechslung gegen Schalke hatte der Coach seinen Linksaußen deutlich angezählt. „Wenn einer längere Zeit nicht gespielt hat und dann wieder die Chance bekommt, dann muss er auch da sein. Sonst kann er nichts für sich verbuchen“, hatte er gesagt. Übersetzt hieß das: Elia hat wieder versagt.

Der Spieler reagierte gestern vergrätzt auf die Kritik. „Ich habe fünf Wochen auf der Bank gesessen – muss ich dann gleich in Form sein, wenn ich wieder spiele?“, giftete der 26-Jährige und quittierte den Einwand, dass genau das von ihm verlangt wird, mit einem „Aha“, das in der Tonlage irgendwo zwischen Spott und Wut angesiedelt war.

Immerhin zeigt der Mann jetzt Emotionen. Lange hat er sein weitgehend erfolgloses Arbeitsleben (kein Saisontor, drei Assists) relativ gleichmütig ertragen. Nun schießt er bei Kritik zurück – allerdings auch gegen die Mitspieler. Dass er gegen Schalke kaum Aktionen hatte, habe auch an den Kollegen gelegen, argumentierte Elia: „Ich muss auch die Bälle kriegen. Ich kann nicht alles alleine machen.“

Tatsächlich zeigt eine Statistik auf bundesliga.de, dass Elia von den Köpfen der Mannschaft kaum angespielt wird. Gegen Schalke passte Kevin de Bruyne viermal in seine Richtung, Aaron Hunt gar nur einmal. Tom Trybull aber zehnmal. Es wirkt so, als ob die Mannschaft nicht wirklich viel mit Elia anfangen kann. Und Elia nicht mit der Mannschaft. Dass er sich bei Werder am richtigen Ort fühlt, wagt er jedenfalls nicht zu behaupten. Ein „weiß nicht" ist seine Aussage. Ob er an einen Wechsel denkt? „Weiß nicht.“

Radtour statt Training für die Werder-Profis

Die Variante Abgang – die gewiss nicht den Rückfluss der gezahlten 5,5 Millionen Euro verspricht und deshalb mit einem finanziellen Verlust für Werder verbunden wäre – schließt Trainer Thomas Schaaf allerdings kategorisch aus: „Da ist nichts offen. Weder bei ihm noch bei uns. Er hat einen Vertrag (bis 2016, d. Red.), damit ist alles geregelt.“ · csa

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