Rettung gegen Frankfurt wie einst gegen Schalke?

Die offene T-Frage und der 11. Mai

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Ein Abstieg würde wohl das sichere Aus für Thomas Schaaf bei Werder bedeuten. Aber auch im Falle des Klassenerhalts muss der Coach das Ergebnis einer laut Willi Lemke „sehr, sehr intensiven Diskussion“ stellen. ·

Bremen - Es ist nur ein Zufall, eine Laune des Kalenders, aber wer mag, kann es als gutes Omen werten. Wenn Werder Bremen am Samstag, es ist der 11. Mai, gegen die Frankfurter Eintracht im vorletzten Akt einer verkorksten Saison um den Klassenerhalt kämpft, dann ist es auf den Tag genau 14 Jahre her, dass im Weserstadion schon einmal ein Befreiungschlag im Abstiegskampf gelang.

Am 11. Mai 1999 gewannen die Bremer mit 1:0 gegen Schalke 04 – es war das erste Spiel unter dem neuen Cheftrainer Thomas Schaaf. Nun könnte der 11. Mai wieder ein Tag der Rettung werden. Für Schaaf möglicherweise aber auch das letzte Heimspiel als Werder-Coach.

Entgegen anders lautender Meldungen von gestern ist die Werder-Geschäftsführung noch zu keiner Entscheidung in der „T-Frage“ gekommen. Zwar interpretierte „Sport Bild Plus“ am Wochenende die Standardaussagen von Werder-Sportchef Thomas Eichin („Unsere Marschroute ist die mit Thomas Schaaf. Ich bin von nichts anderem ausgegangen. Er hat Vertrag bis 2014“) als verbindliche Auskunft, dass Schaaf mindestens bis Ablauf des Kontraktes bleiben wird. Doch das ist mitnichten sicher. Im Gespräch mit dieser Zeitung sagt Eichin: „Wir bringen jetzt gemeinsam die Saison zu Ende. Dann setzen wir uns hin und diskutieren die Situation. Danach werden wir erklären, was wir machen.“ Soll heißen: Erst die nüchterne Analyse ohne die Abstiegsangst im Nacken, dann die Antwort auf die „T-Frage“.

Bis dahin verweisen Eichin und Klaus Filbry, Vorsitzender der Geschäftsführung, auf die derzeit gültigen Fakten. Und die besagen eben, dass Schaaf noch für eine weitere Saison an Werder und Werder an Schaaf gebunden ist. „Stand heute“, sagte Filbry also am Sonntagabend im NDR-Sportclub über Schaaf, „gehe ich davon aus, dass er bleibt.“ Den Stand von morgen, übermorgen oder nächster Woche können Sternengucker ermitteln – die Werder-Bosse machen es nicht. Jedenfalls nicht öffentlich.

Nach Informationen dieser Zeitung soll eine Entscheidung aber schon gefallen sein: Steigt Werder ab, muss/wird Schaaf gehen. Ein Neuaufbau in Liga zwei mit dem Mann, der Werder zwischen 2004 und 2010 in Europa salonfähig gemacht hatte, gilt als ausgeschlossen. Intern wird deshalb schon über mögliche Nachfolger diskutiert.

Doch auch im Fall der Rettung – gegen Frankfurt oder eine Woche später beim 1. FC Nürnberg – ist klar, dass es kein Handstreich-Votum pro Schaaf geben wird. Selbst Willi Lemke, Aufsichtsratsvorsitzender und seit dem 11. Mai 1999 großer Fan des Trainers, meldet erstmals Zweifel an einer weiteren Zusammenarbeit an. „Es wird sicherlich eine sehr, sehr intensive Diskussion geben, wie es passieren konnte, dass wir sehr gute Spieler eingekauft haben, aber die dann als Mannschaft die Leistung nicht zurückgeben konnten“, sagte der 66-Jährige in der Talk-Sendung „Mittelkreis“ des regionalen TV-Senders „heimatLIVE“. Und weiter: „Wir setzen Vertrauen in diejenigen, die gute Arbeit leisten, und da können sie auch ein oder zwei schlechte Saisons haben. Ob das dann zu einem Dauerprozess werden muss, steht auf einem anderen Blatt.“

Schaaf und Werder hat der Erfolg vor drei Jahren verlassen. Seither geht es abwärts. Dass Schaaf der Grund dafür ist, will auch Lemke mittlerweile offenbar nicht mehr ausschließen: „Wir werden abwägen, werden mit Thomas reden, wie er noch drauf ist, die Mannschaft zu motivieren, neu aufzubauen.“

Aussagen wie diese erwecken den Eindruck, als ob Werder seinem langjährigen Erfolgstrainer die goldene Brücke zum Rückzug bauen will. Damit eine eventuelle Trennung nicht nach einem Rausschmiss aussieht. Doch diese und jede weitere Auseinandersetzung mit dem Trainer-Thema verweigert Lemke: „Mit mir können Sie nur diskutieren, wie wir Frankfurt schlagen. Aber nicht, wie wir uns von unserem Trainer trennen.“

Auch Eichin mag die ständigen Fragen über den Trainer eigentlich nicht mehr beantworten: „Wir haben das nächste wichtige Spiel vor Augen – nur das zählt.“ Am 11. Mai, einem Datum, an dem es das Schicksal schon einmal gut gemeint hat mit Werder Bremen. · csa/kni

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