Özils Vertrag wird vorerst nicht verlängert

Mesut Özil gibt Vollgas und soll nicht durch Vertragsgespräche abgelenkt werden, sagt sein Berater Reza Fazeli.

Bremen - Der Vertrag von Mesut Özil bei Werder Bremen wird vorerst nicht verlängert. Das teilte gestern Özils Berater Reza Fazeli auf Nachfrage dieser Zeitung mit.

Doch als Hinweis darauf, dass sein Klient mit einem Wechsel liebäugelt, wollte Fazeli das keineswegs verstanden wissen: „Mesut steht doch in Bremen noch zwei Jahre unter Vertrag. Da besteht doch überhaupt kein Druck, jetzt schon über eine Verlängerung zu sprechen.“ Ein Korb für Werder ist das trotzdem. Denn Sportchef Klaus Allofs hatte Anfang Juli angekündigt, den 20-Jährigen über 2011 hinaus an den Club binden zu wollen.

Daraus wird also erst einmal nichts – und Özil verzichtet damit auf die Möglichkeit, durch einen neuen Kontrakt eine lukrative Gehaltsanpassung zu erlangen. Schließlich hat er sich in seinen anderthalb Jahren in Bremen enorm gesteigert und gehört in dieser – wenn auch noch jungen – Saison zu den Leistungsträgern der Grün-Weißen. „Mesut verdient auch jetzt nicht schlecht – und er ist ja noch ein junger Spieler“, hält Fazeli dagegen. Er will, dass sich Özil nun voll auf den Sport konzentrieren kann – fernab von Vertragsgesprächen. Am Ende der vergangenen Saison hatte Fazeli mit Özil abgestimmt, dass der 20-Jährige weiter in Bremen bleibt. Das war notwendig geworden, „weil es einige Anfragen gegeben hat“, wie Fazeli verrät: „Aber ein Wechsel kam zu diesem Zeitpunkt nicht in Frage. Mesut wollte in Bremen bleiben – und ich sehe das ganz genauso. Hier ist er am richtigen Platz und kann sich gut weiterentwickeln.“

Der Bundesliga-Auftakt beweist das. Zwei Spiele, zwei Tore – Özil wird für Werder immer wertvoller, weil er nicht nur spielerisch Akzente setzt, sondern auch das Tor trifft. Dazwischen lag noch sein erstes Pflichtspiel für die deutsche Nationalmannschaft gegen Aserbaidschan. Allofs prophezeit dem U 21-Europameister nicht nur die Teilnahme an der WM 2010 in Südafrika , sondern dort auch jede Menge Spielanteile (wir berichteten).

„Für Mesut läuft es im Moment wirklich sehr gut“, freut sich darüber natürlich auch Fazeli. Die Sorge, dass so ein Spieler für Werder zu teuer wird und bald nicht mehr zu halten ist, teilt er jedoch nicht: „Wenn Mesut nur noch ein Jahr unter Vertrag stehen würde, könnte ich die Unruhe ja verstehen.“ Es gebe zahlreiche namhafte Spieler in anderen Clubs, die einen Zweijahresvertrag besäßen und ebenfalls noch nicht verlängert hätten. Außerdem sei eine längere Laufzeit ohnehin keine Garantie, ob ein Spieler auch tatsächlich im Verein bleibt. Deshalb wollte Fazeli auch keine Prognose abgeben, ob Özil auch über diese Saison hinaus das Werder-Trikot tragen wird: „Das wäre doch in diesem Geschäft völlig unseriös. Wer weiß, ob Werder Mesut in einem Jahr überhaupt noch haben will.“ Letzteres sagte Fazeli allerdings mit einem Schmunzeln, weil er natürlich weiß, dass dieser Fall nicht eintreten wird. Werder setzt auf Özil. „Und natürlich haben wir uns darüber schon ausgetauscht“, gesteht Fazeli. Aber Vertragsgespräche möchte er vorerst mit Werder nicht führen: „Das können wir auch später noch machen.“

Von Björn Knips

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