WM-Star respektiert Vertrag mit Werder, aber verlängern will er ihn nicht

Özil will bleiben, aber wohl nur noch für ein Jahr

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Mesut Özil (hier im Duell mit Spaniens Xabi Alonso) spielte ihn Südafrika für Deutschland groß auf – wie lange macht er das noch im Werder-Trikot?

Bremen · Die WM ist vorbei – ab heute wird das Schaufenster für die besten Spieler der Welt wieder geräumt. Einer von ihnen war Mesut Özil.

Das Mittelfeldjuwel von Werder Bremen, dessen Vertrag im kommenden Jahr ausläuft, hat auf der ganz großen Bühne die Fußball-Welt verzückt, dabei Begehrlichkeiten anderer Clubs geweckt und seinen Marktwert erhöht. „Normal“ findet das sein Bremer Coach. „Die WM wurde ja nicht im Regionalprogramm übertragen“, sagte Thomas Schaaf gestern im Trainingslager auf Norderney: „Die Bundesliga kannte ja bereits die Qualitäten von Mesut – jetzt kennt sie die ganze Welt.“

Doch damit soll es jetzt auch genug sein, wie Schaaf findet. Getreu dem Motto: „Nur gucken, nicht anfassen!“ Bislang, so Werder-Boss Klaus Allofs, haben sich die Topvereine aus Barcelona, Madrid, Manchester, Mailand oder London auch daran gehalten. „Es liegen uns keine konkreten Anfragen für Mesut vor“, sagte Allofs.

Ein Grund dafür dürfte sein: Özil hat zwar oft genug betont, dass er seit Kindesbeinen an den FC Barcelona seinen Lieblingsclub nennt, aber sich dort selbst nicht angeboten. Und das auch nicht bei anderen Clubs. Der 21-Jährige hat auch nie öffentlich die Absicht geäußert, Werder noch in diesem Sommer verlassen zu wollen. Stets verwies er brav auf seinen bis 2011 laufenden Vertrag in Bremen. „Ich habe immer gesagt, dass ich meinen Vertrag gern erfülle. Das ist für mich selbstverständlich“, machte Özil seinen Standpunkt in der „Bild am Sonntag“ noch einmal deutlich und fügte zudem an: „Werder wünscht sich, dass ich den Vertrag erfülle, also erfülle ich ihn auch.“

Werder wünscht sich allerdings noch mehr: Der Spielmacher soll seinen Vertrag vorzeitig verlängern. Schon vor einem Jahr hatte Allofs einen derartigen Versuch gestartet und war damit gescheitert. Die Özil-Seite vertröstete den Werder-Boss auf einen späteren Zeitpunkt. Genauso wie im vergangenen Winter – und offenbar auch jetzt. „Wir können in der Mitte der Saison noch einmal schauen. Aber da mache ich mich jetzt nicht verrückt“, schloss Özil in der „Bild am Sonntag“ eine Vertragsverlängerung in naher Zukunft aus.

Allofs reagierte auf diese Aussage gestern Abend ziemlich genervt und merkte nur an: „Wir arbeiten weiter daran, ihn länger an uns zu binden.“ Schließlich geht’s auch um viel Geld. Ohne neuen Kontrakt wäre Özil in einem Jahr ablösefrei. Ein Fiasko für Werder, ein Segen für den Spieler, der dann bei einem Wechsel ein üppiges Handgeld einstreichen kann.

Für Allofs ist das alles angeblich kein Drama. Er behauptete, dass der kurzfristige sportliche Erfolg manchmal wichtiger sei als die Perspektive, einen Spieler teuer zu verkaufen: „Wir haben in dieser Saison Großes vor, weil wir uns für die Champions League qualifizieren und in der Liga ganz oben mitspielen wollen. Diese Ziele erreichen wir nur mit einer starken Mannschaft.“ Andererseits – und deshalb ist die Geschichte auch völlig offen: Für unverkäuflich hat Allofs seinen WM-Star bislang nicht erklärt. Anders als vor vier Jahren Miroslav Klose oder später auch Diego. Beide blieben dann tatsächlich noch ein Jahr in Bremen.

Eine gewisse Skepsis ist auch bei Schaaf nicht zu überhören, der gestern abschließend feststellte: „Der Junge geht jetzt erstmal in den Urlaub. Und dann sehen wir, wie es weitergeht.“

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