15,5 Millionen Euro Ablöse / Allofs: „Real musste einen großen Schritt machen“

Özil ein „Königlicher“, Werder kassiert königlich

Bremen - Von Arne Flüggeund Björn Knips · Plötzlich ging alles ganz schnell: Um 14.02 Uhr tauchte Mesut Özil gestern Mittag am Bremer Weserstadion auf, verschwand zehn Minuten später wieder, und um 15.13 Uhr gab Werder Bremen den Wechsel seines Mittelfeldspieler zum spanischen Rekordmeister Real Madrid bekannt.

Über die Ablösemodalitäten vereinbarten beide Seiten Stillschweigen. Nach Informationen dieser Zeitung beträgt die Ablösesumme für den 21-Jährigen 15,5 Millionen Euro plus eine erfolgsabhängige Prämie in Höhe von noch einmal 1,5 Millionen Euro. Özil erhält in Madrid einen Vertrag bis zum 30. Juni 2015, der ihm jährlich fünf Millionen Euro einbringen soll.

Kommentar: Riskantes Spiel

Die Taktik von Klaus Allofs ist aufgegangen. Am Montag hatte der Werder-Sportchef gehörig Druck auf die Madrilenen ausgeübt, die daraufhin einknickten und ihr Angebot noch einmal deutlich erhöhten. „Real musste einen großen Schritt machen“, erklärte Allofs gestern auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz: „Sie haben sich dicht in die Nähe des Betrages bewegt, den wir im Kopf hatten.“ So hatten die Spanier ihr Angebot von zunächst neun Millionen Euro auf 14 Millionen erhöht. Von Werder waren ursprünglich 18 Millionen aufgerufen worden. Nun traf man sich bei 15,5 Millionen Euro plus Nachschlag.

Bilder aus Özils Zeit an der Weser

Mesut Özil in Bremen

„Wir haben Real klargemacht, heute eine Entscheidung zu erlangen, damit die Mannschaft weiß, ob sie ohne Mesut spielen muss. Es ist auch für die Spieler schlecht, wenn sie eine unsichere Situation haben“, erklärte Allofs im Hinblick auf das Bremer Hinspiel in der Champions-League-Qualifikation heute Abend (20.45 Uhr) gegen den italienischen Erstligisten Sampdoria Genua. Die Spanier gaben nach. Schließlich hätte Özil bei einem Einsatz gegen Genua für Real nicht mehr in der Champions League spielen dürfen. „Je näher das Spiel kam, desto größer waren Reals Bemühungen“, berichtete Allofs.

Der 53-Jährige beurteilte den Wechsel von Özil, der gestern schon nicht mehr am Abschlusstraining der Bremer teilnahm, mit einem lachenden und einem weinenden Auge: „Der Transfer ist ein Schritt dahin, finanziell gesund zu bleiben, aber wir haben auch einen jungen, guten Spieler verloren.“

Ausschlaggebend für den Transfer seien am Ende zwei Punkte gewesen, wie Allofs mitteilte. Werder habe mehrfach versucht, Özil davon zu überzeugen, seinen im Sommer 2011 auslaufenden Vertrag zu verlängern. „Das haben wir nicht geschafft“, räumte der Werder-Boss ein: „Vor der WM sind wir ganz nah dran gewesen. Doch wir konnten uns wirtschaftlich nicht einigen.“ Da Werder ein Club sei, „der die wirtschaftlichen Dinge nicht außer Acht lassen darf“, hätte das erhöhte Angebot der Madrilenen nun den Ausschlag gegeben, Özil zu verkaufen. Und der Transfer, so Allofs, sei insgesamt ziemlich geräuschlos vonstatten gegangen. „Das Verhältnis zu Mesut ist auch während der Verhandlungen immer völlig in Ordnung gewesen“, meinte Allofs: „Er ist bei uns immer willkommen, und wir werden ihn auch noch gebührend verabschieden.“

Ersatz für Özil ist trotz der nun prall gefüllten Vereinskasse nicht geplant. „Dass Mesut nicht mehr bei uns ist, bedeutet zwar für die Zukunft, dass man neu investieren muss. Allerdings irgendwann und nicht unmittelbar“, betonte Allofs. Die Situation sei mit der in der vergangenen Saison vergleichbar. „Als Diego ging, haben wir auch keine neue Nummer 10 geholt, Die war in Mesut ja schon da“, so Allofs: „Jetzt haben wir die gleiche Einstellung. Wir müssen keinen aus dem Hut zaubern. Marko Marin und Aaron Hunt haben gezeigt, dass es mit ihnen auch sehr gut geht.“

Während die Bremer Profis gestern Nachmittag trainierten, war Mesut Özil daheim, um ein paar Sachen zu packen. Bereits heute steht in Madrid der medizinische Check an. „Ich mache jetzt den nächsten Schritt und gehe zur größten Mannschaft der Welt. Ich freue mich auf diese Aufgabe. Ich werde mit vielen Weltstars zusammenspielen“, sagte der 21-Jährige dem TV-Sender Sky. Madrids Trainer Jose Mourinho habe ihn unbedingt haben wollen, berichtete Özil: „Wir haben noch am Montag telefoniert.“ Bange ist Özil vor seiner schweren Aufgabe in Madrid nicht. „Ich brauche keine Angst zu haben. Ich kenne mein Potenzial und weiß um meine Stärken. Aber es wird natürlich sehr schwer“, erklärte der Spielmacher, der sich noch nicht von seinen Bremer Kollegen verabschieden konnte. „Das ging alles sehr plötzlich. Ich bin natürlich auch etwas traurig, denn Werder hat eine sehr gute Mannschaft.“

Abgeordnete dürfen deutsche Soldaten in Konya besuchen

Abgeordnete dürfen deutsche Soldaten in Konya besuchen

Merkel, Trump und Co. beim G7-Gipfel auf Sizilien: Die Bilder

Merkel, Trump und Co. beim G7-Gipfel auf Sizilien: Die Bilder

Mit kurzer Hose ins Büro? Zehn Outfit-Fails im Sommer

Mit kurzer Hose ins Büro? Zehn Outfit-Fails im Sommer

Edel, sexy, elegant: So präsentierten sich die Stars bei der amfAR-Gala 

Edel, sexy, elegant: So präsentierten sich die Stars bei der amfAR-Gala 

Meistgelesene Artikel

Platzt der Selke-Deal?

Platzt der Selke-Deal?

"Richtig Lust auf das große Klassentreffen"

"Richtig Lust auf das große Klassentreffen"

Franke auf dem Weg zu Werder?

Franke auf dem Weg zu Werder?

Baumann: "Nouri meine beste Entscheidung"

Baumann: "Nouri meine beste Entscheidung"

Kommentare