Österreich total im EM-Fieber / Tscheche Gebre Selassie liebäugelt mit Rücktritt aus Nationalteam

Junuzovic: „Das ist phänomenal“

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Sichtlich glücklich: Werders Zlatko Junuzovic (rechts) nach dem 4:1-Sieg in Schweden, der Österreich endgültig die Teilnahme an der EM 2016 bescherte.

Solna/Bremen - Zlatko Junuzovic hat sein Qualifikations-Trauma endgültig überwunden. Vor fast genau zwei Jahren, am 11. Oktober 2013, hatte Werders Mittelfeldmann mit seinen Österreichern mit 1:2 in Schweden verloren – der Traum von der WM in Brasilien war jäh geplatzt. Tränen und Trauer. Am Dienstag spielte er wieder gegen Schweden, wieder in Solna. Und diesmal durfte der 27-Jährige mit seinem Nationalteam jubeln.

Ein satter 4:1-Auswärtssieg, Gruppensieger, Teilnahme an der EM 2016 in Frankreich perfekt. Nach Theodor Gebre Selassie (Tschechien) ist Junuzovic der zweite Bremer, der die Qualifikation geschafft hat. Nach dem Spiel fiel Junuzovic – mit Schal um den Kopf und einem roten „Frankreich, wir kommen“-Shirt – erst mal Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann in die Arme, der die Partie live im Stadion verfolgt hatte.

„Das ist einfach phänomenal, der Wahnsinn. So einen Tag wird man nie vergessen“, sprudelte es aus Junuzovic nur so heraus. Und mit Blick auf den schmerzhaften Knockout vor zwei Jahren fügte er noch an: „Wir haben sehr viel Erfahrung durch die Vergangenheit mitgenommen. Was damals schiefgelaufen ist, war heute besser.“ Er selbst war maßgeblich daran beteiligt, zeigte eine Klasseleistung im offensiven Mittelfeld – und holte schon nach neun Minuten einen Elfmeter heraus, den Bayerns David Alaba sicher verwandelte. Schweden war geschockt – und Österreich (mit den Ex-Bremern Marko Arnautovic und Sebastian Prödl in der Startelf) legte nach, zog auf 4:0 davon.

„Wir haben genau das, was wir uns vorgenommen hatten, perfekt umgesetzt. Und wir haben extrem verdient gewonnen“, meinte Junuzovic, der nach 80 Minuten ausgewechselt wurde und auf der Ersatzbank schon mal ein bisschen feiern durfte. Nach dem Schlusspfiff folgte die ganz große Sause. Gestern kehrte Junuzovic dann nach Bremen zurück.

Theodor Gebre Selassie (links, hier mit Milan Skoda) freut sich über Tschechiens EM-Teilnahme, ist wegen seiner Reservistenrolle aber auch unzufrieden.

Gebre Selassie war da schon längst wieder im Manschaftstraining. Der Tscheche hatte das EM-Ticket bereits am Sonntag (2:1 in Lettland) gelöst. „Wir haben in der Kabine und im Flugzeug ein bisschen gefeiert und gesungen. Ich habe zwei Bier getrunken“, sagte der 28-Jährige mit einem Grinsen. So richtig in Partylaune war er allerdings nicht, denn aus sportlicher Sicht war der Länderspiel-Trip ein Reinfall für ihn. Beim 2:1 gegen Kasachstan kam er gar nicht zum Einsatz, in Lettland erst in der Nachspielzeit. „Natürlich bin ich glücklich, dass es mit der Qualifikation geklappt hat“, sagte Gebre Selassie, „aber es ist doch keiner zufrieden, wenn er auf der Bank sitzt.“

Pavel Kaderabek von Werders nächstem Gegner 1899 Hoffenheim (Sonntag, 15.30 Uhr) hat ihm als Rechtsverteidiger den Rang abgelaufen, ist derzeit gesetzt. Und das wurmt Gebre Selassie. So sehr, dass er sogar seine Zukunft in der Nationalmannschaft infrage stellt: „Wenn es nach der EM immer noch so ist, muss ich überlegen, ob ich mich nicht lieber auf den Verein konzentriere. Dann hätte ich auch mehr Zeit für meine Familie.“ Vor der Europameisterschaft wird er das aber „sicher nicht entscheiden“.

mr

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