Der Franzose soll sich durchbeißen

Obraniak-Wechsel für Eichin „überhaupt kein Thema“

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„Komponenten, die wir sonst nicht haben“, bringt Ludovic Obraniak (Bild) ins Bremer Spiel ein, sagt Sportchef Thomas Eichin. Aber bestimmt nicht von der Ersatzbank aus. 

Bremen - Zum Rapport? Nein, so wichtig wird die Unzufriedenheit von Ludovic Obraniak in der Werder-Chefetage nicht genommen.

Der Franzose hatte beklagt, dass er zu oft auf der Bank sitzt, kaum Einsatzzeiten bekommt. Sogar einen Abgang im Sommer will er nicht ausschließen. Letzteres, das sagt Werder-Sportchef Thomas Eichin in aller Deutlichkeit, „ist überhaupt kein Thema“. Gesprochen wird aber mit Obraniak – aber nicht sofort, sondern wenn es die Zeit zulässt.

Auf Eichins Prioritätenliste der zu klärenden Angelegenheiten steht Obraniaks aktuelle Befindlichkeit eben nicht sonderlich weit oben. Der Manager bügelt das Thema so gut es geht ab und schiebt das Bundesliga-Finale bei Bayer Leverkusen in den Vordergrund. „Momentan zählt nur dieses Spiel. Danach können wir das eine oder andere Gespräch führen“, erklärt der 47-Jährige.

Obraniaks Klagen hat Eichin freilich vernommen. „Ich bin nicht erste, nicht zweite, nicht mal dritte Wahl. Ich bleibe auf der Bank – und ich verstehe nicht, warum“, hatte der Franzose gesagt. Und: „Wenn ich hier nicht spiele, sterbe ich.“ Eichin nimmt das nicht als Kritik an den Entscheidungen von Trainer Robin Dutt, sondern als die übliche Beschwerde eines Bankdrückers. „Es ist doch normal, dass ein Spieler unzufrieden ist, wenn er nicht spielt.“ Und eine Nörgelei – auch eine öffentliche – sei ihm immer noch lieber als Gleichgültigkeit. Denn es zeigt: Ludovic Obraniak ist nicht gekommen, um in Bremen Dienst nach Vorschrift zu leisten, sondern um etwas zu bewegen bei Werder.

Gelungen ist ihm das bisher allerdings kaum. Der 29-Jährige hat erkennbare Probleme mit dem Tempo in der Bundesliga. Das und die Tatsache, dass Werder ohne Obraniak viermal gut und nur einmal wirklich schlecht spielte, sorgt dafür, dass der Mittelfeldspieler auch zum Saisonabschluss bei Bayer Leverkusen erstmal nur Zuschauer sein wird. Eichin schätzt dennoch die Leistungen des in Frankreich aufgewachsenen polnischen Nationalspielers, lobt dessen spezielle Fertigkeiten und verspricht: „Wir werden an Ludo noch viel Freude haben. Mit seiner Technik und seiner Stärke bei Standards bringt er Komponenten in unser Spiel ein, die wir sonst nicht haben.“

Obraniak zurück im Training

Obraniak zurück im Training

Das ist jedoch nur eine weitere dieser Aussagen, mit denen Obraniak wenig anfangen kann, so lange er nicht spielt. Von der Bank aus kann er keine Freistöße schießen und auch keine Kombinationen aufziehen. Der Verdruss nach nur drei Monaten in Bremen und zuletzt vier Spielen als Ersatzmann ist bei ihm dermaßen groß, dass er sich nicht einmal zu einer weiteren Saison in Bremen bekennt. Doch ein Schlupfloch wird es für ihn nicht geben, ein Wechsel im Sommer ist ausgeschlossen. Das betont neben Eichin auch Coach Dutt: „Natürlich haben wir ihn nicht nur für eine Halbserie geholt.“ · csa

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