Obraniak hat Mitleid mit Dutt

Verletzt, aber nicht nachtragend

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Ludovic Obraniak

Bremen - Er ist einer der großen Gewinner des Trainerwechsels: Ludovic Obraniak. Denn unter Robin Dutt hat er gar keine Rolle mehr gespielt, für Nachfolger Viktor Skripnik ist er dagegen ein Hoffnungsträger.

Das freut Obraniak, aber er verzichtet darauf, gegen Dutt nachzukarten. Im Gegenteil! „Ich habe nicht gehofft, dass Dutt geht. Ich wünsche Menschen nichts Schlechtes. Er tut mir leid, denn es muss schwer sein für ihn“, sagt der Franzose.

Obraniak – das ist wirklich ein besonderer Fall. Im Winter hatten ihn Dutt und Sportchef Thomas Eichin als zusätzliche Waffe im Abstiegskampf von Bordeaux nach Bremen geholt. Doch der 29-Jährige hatte sein Pulver schnell verschossen. Erst verletzungsbedingt, dann hatte Dutt keine Verwendung mehr für den zentralen Mittelfeldspieler. Daran änderte sich auch im Sommer nichts – und Obraniak flirtete öffentlich mit einem Wechsel: „Das habe ich teuer bezahlt, darüber möchte ich nicht mehr reden.“ Bei Dutt war der polnische Nationalspieler nun endgültig unten durch. Er sollte verkauft werden, um Geld für andere Neuzugänge zu bekommen. Doch ein Transfer kam nicht zustande – und fortan war Obraniak nur noch Trainingsgast.

Dutt habe ihm nie erklärt, warum, sagt Obraniak: „Ich habe nicht nachgefragt. Aber alle haben gesagt, dass ich gut trainiert habe. Ich denke, dass es eher menschliche als sportliche Gründe waren. Es hat mich schon verletzt, dass ich nicht gespielt habe.“

Für Obraniak ist das abgehakt, er guckt nach vorne und ist froh über seinen ersten Pflichtspieleinsatz nach über einem halben Jahr. Wenngleich er in Chemnitz schon mit einem Platz in der Startelf gerechnet habe. Das gibt der Linksfuß offen zu, aber es soll keine Kritik sein. Er hofft nun auf Mainz. Dort, wo er am 12. April sein letztes Bundesliga-Spiel bestritten hat. Als Einwechselspieler beim Stand von 0:3. So endete die Partie auch. Doch daran denkt er nicht: „Ich bin einfach heiß darauf, wieder zu spielen. Mir hat dieses Adrenalin gefehlt, das man nur im Wettkampf hat.“ Eine Leistungsexplosion mag er jedoch – auch wegen fehlender Spielpraxis – nicht versprechen: „Aber ich werde mein Bestes geben. Ich konnte doch bis jetzt noch gar nicht zeigen, was ich kann.“

kni/mr

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