Obraniak bei Dutt unten durch?

Neuer Versuch bis zur Winterpause

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Ludovic Obraniak

Bremen - Die Spur führte nach England. Dorthin hatte Ludovic Obraniak „den besten Kontakt“, wie er verrät. Doch zu einem Wechsel ist es nicht gekommen. Weshalb der international für Polen spielende Franzose jetzt ein noch ernsthafteres Problem hat als zuvor. Denn bei Werder-Trainer Robin Dutt ist er nach seinem öffentlich geäußerten Wechselwunsch offenbar unten durch. So lässt sich jedenfalls eine Aussage Dutts in der „Bild“-Zeitung interpretieren. „Ich muss Spieler aufstellen, bei denen alle im Team das Gefühl haben, sie geben alles für Werder. Werder steht über allem“, hatte der Coach erklärt.

Obraniak hat in dieser Saison noch nicht eine Pflichtspielminute absolviert. Im DFB-Pokal war das noch mit einer Verletzung zu erklären, gegen Hertha BSC (2:2) saß der Mittelfeldspieler auf der Bank, gegen 1899 Hoffenheim (1:1) nur auf der Tribüne – mutmaßlich als Reaktion auf die Abwanderungsgedanken.

Hätte er besser den Mund gehalten? Nein, meint Ludovic Obraniak und lacht ein Lachen, als ob ihn die Lage der Dinge nicht belasten würde: „Ich bin so. Ich ziehe es vor, über die Dinge zu sprechen, wenn etwas nicht gut läuft. Das ist mein Charakter.“ Dass er damit nicht dem Duttschen Ideal eines Werder-Profis entspricht, nimmt er in Kauf. „Ich verstehe die Position des Trainers. Aber ich denke auch, dass es nicht so schlimm ist, zu sagen, dass man wechseln möchte, wenn man nicht spielt“, meint der 29-Jährige, der nicht als einziger Interesse an einem Transfer hatte. Es gilt als unausgesprochene Wahrheit, dass ein Verkauf des bis 2016 gebundenen Franzosen auch im Interesse des Clubs gewesen wäre.

Es wurde nichts draus – und den letzten Ausweg Dubai oder Kuwait, wohin ein Wechsel noch möglich wäre, wird Obraniak gewiss nicht wählen. „Das ist im Moment nicht meine Priorität“, sagt er und verdeutlicht, wie er die Zukunft sieht: „Jetzt ist klar, dass ich bis zum Winter bleibe. Bis dahin kann viel passieren. Ich werde mich voll auf Werder konzentrieren, will meine Situation verändern und werde auf dem Platz immer mein Bestes geben.“

Dass er das macht, bestätigt auch Robin Dutt: „Im Training kann man ihm keinen Vorwurf machen.“ Ein Hoffnungsschimmer für Obraniak, dass er doch noch mal für Werder spielt, vielleicht sogar noch den Durchbruch schafft? „Ich weiß es nicht“, sagt der Spieler: „Es hängt von mir ab, von dem, wie ich trainiere. Und vom Trainer.“

Der hat offensichtlich nicht wirklich eine Verwendung für den 1,7-Millionen-Euro-Einkauf. Weshalb bei Werder möglicherweise ein neuer Fall Mehmet Ekici heranreift: Langer Vertrag, hohe Kosten, kein sportlicher Nutzen, viel Frust – die Zutaten ähneln sich. Doch Obraniak wehrt erneut lachend ab: „Ich bin nicht Mehmet Ekici.“

csa

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