Kroos und Caldirola fehlen gegen HSV

Null Tore, ein Punkt, zwei Sperren

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Vier Mann und nur ein Ball. Die Frankfurter Marco Russ (li.) und Sebastian Jung (3.v.li.) kämpfen mit den Bremern Franco Di Santo (2.v.li.) und Cedric Makiadi um die Kugel. ·

Frankfurt - Als gestern um 17.22 Uhr der Schlusspfiff ertönte, sanken die meisten Werder-Spieler stumpf auf den Rasen der Commerzbank-Arena. Völlig ausgezehrt von einem extrem harten und fast eine Stunde in Unterzahl geführten Auswärtskampf gegen Eintracht Frankfurt.

Aber auch mit einem kleinen Lächeln im Gesicht, denn der enorme Aufwand hatte sich gelohnt. Durch das 0:0 bleibt Werder auf Platz 14 und erhöhte den Vorsprung auf den Relegationsplatz, auf dem der nächste Gegner Hamburger SV steht, wieder auf drei Zähler. Und die Bremer holten sich ein bisschen Selbstvertrauen für die nächsten vier Spiele gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf.

„Wir sind sehr glücklich über den Punkt, den wir uns redlich verdient haben – und der im Abstiegskampf noch richtig wichtig sein kann“, meinte Werder-Sportchef Thomas Eichin. Auch Trainer Robin Dutt („ein gewonnener Punkt“) und den Spielern waren die Erleichterung und der Stolz anzumerken – etwa Mittelfeldmann Zlatko Junuzovic: „Kämpferisch und läuferisch war das heute das Optimum.“ Keeper Raphael Wolf sprach von einem „gefühlten Sieg“. Und Felix Kroos, der schon nach 34 Minuten mit Gelb-Rot vom Platz musste (siehe Artikel unten), urteilte: „In unserer Situation ist jeder Punkt unheimlich wertvoll.“

Den besseren Start in das „wichtigste Spiel der Saison“, wie der Bremer Innenverteidiger Luca Caldirola die Partie der beiden Tabellennachbarn bezeichnet hatte, erwischten vor 40 300 Zuschauern die Hausherren. Frankfurt versuchte gleich, Druck zu erzeugen – es blieb jedoch beim Versuch. Auf der anderen Seite zog Nils Petersen nach schönem langen Ball von Philipp Bargfrede davon, sein Zuspiel in die Mitte erreichte den zu spät nachgerückten Zlatko Junuzovic jedoch nicht (9.). Das war auch schon Werders beste Offensivaktion. Erstmals richtig gefährlich wurde es in Minute 15: Frankfurts Alex Meier verlängerte den Ball im Mittelfeld per Kopf auf Joselu. Der Brasilianer war frei durch, doch Wolf beim Schuss noch irgendwie dran – und der Ball kullerte knapp neben das Tor.

Einzelkritik: Werder mit Remis in Frankfurt

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Auch der zweite und dritte Hochkaräter, vereint in einer Szene, gehörte der Eintracht. Erst rettete Sebastian Prödl per Grätsche, dann Petersen per Kopf (30.). Insgesamt stand Werder gut – doch Felix Kroos zwei Mal schlecht. Der erneut als Innenverteidiger aufgebotene 22-Jährige, vier Minuten zuvor wegen eines Foulspiels an Sebastian Rode bereits verwarnt, brachte den Frankfurter an der Außenlinie erneut zu Fall. Schiedsrichter Felix Zwayer (Berlin) zögerte keinen Moment und schickte den Bremer mit Gelb-Rot runter (34.). Dutt reagierte, nahm Petersen vom Platz, brachte Garcia und zog Luca Caldirola ins Abwehrzentrum.

Werder holt Punkt in Frankfurt

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Wie im Hinspiel musste Werder über eine Halbzeit lang in Unterzahl spielen. Damals gab es nach 26 Minuten Rot gegen Franco Di Santo (Kung-Fu-Tritt gegen Bastian Oczipka) und letztlich ein deftiges 0:3 im Weserstadion.

Auch gestern wollte Eintracht-Coach Armin Veh Tore seiner Mannschaft sehen – er erhöhte das Risiko und brachte zur zweiten Hälfte Außenstürmer Stefan Aigner für Innenverteidiger Alexander Madlung. Es half nicht. Frankfurt drückte zwar, hatte aber keine zündenden Ideen und kam gegen gut gestaffelte und nur noch verteidigende Bremer lange Zeit gar nicht mehr gefährlich vors Tor. „Ich bin überhaupt nicht zufrieden“, schimpfte Veh: „Wer 74 Prozent Ballbesitz und 21:3 Torschüsse hat, muss das Spiel gewinnen. Und unsere Standards waren kläglich.“ Werder machte es in Unterzahl „sehr geschickt“ (Eichin) und hielt seine „sehr gute Grundordnung“ (Junuzovic). Kurz vor Schluss wäre aber alle Mühe um ein Haar für die Katz’ gewesen. Frankfurt fand doch noch eine Lücke im Bremer Bollwerk, doch Meier köpfte aus fünf Metern völlig freistehend an den Pfosten (88.) und vergab damit die letzte Großchance.

Danach durfte Werder durchatmen und den Fokus schon mal auf das brisante Nordderby gegen den HSV (Samstag, 15.30 Uhr) legen. Eine Partie, in der neben Kroos auch Caldirola fehlen wird. Der Italiener, wegen Ballwegschlagens bereits ermahnt, hatte die Kugel nach einem Freistoßpfiff erneut weggedroschen und dafür seine fünfte Gelbe Karte kassiert (60.). „Das ist natürlich nicht gut“, monierte Eichin, „aber wir haben noch einige Spieler, die auf ihren Einsatz brennen.“ · mr

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