Coach Schaaf zögert immer noch, Torjäger Pizarro grünes Licht zu geben

Von null auf hundert? „Das geht bei Claudio nicht“

Bremen - Der Pass kam lang, aber nicht sonderlich präzise. Claudio Pizarro jagte ihm nach, ergatterte den Ball, zog ab und traf hart ins lange Eck. Neutrale Beobachter des Trainingsspiels fragten sich spätestens in diesem Moment, ob es überhaupt noch einen Grund gibt, den peruanischen Torjäger noch länger als bis Sonntag auf sein Comeback warten zu lassen. Aber es gibt einen.

Denn Trainer Thomas Schaaf scheut sich immer noch, Pizarro für die Auswärtspartie bei Bayer Leverkusen grünes Licht zu geben. Es ist die Angst, die ihn zögern lässt.

Angst davor, dass der Verletzungsfluch der vergangenen Saison immer noch auf Pizarro lastet. Schaaf spricht von „Erfahrungen, die wir gemacht haben“, wenn er an die fast schon unheimliche Serie an Verletzungen bei Pizarro denkt. Als da waren: Drei Muskelfaserrisse während der Hinrunde – alle im rechten Oberschenkel. Eine Zerrung im Februar. Eine Bänderdehnung im Sprunggelenk im April, ein Muskelfaserriss im April und zuletzt der Innenbandriss im rechten Knie im Juni.

Das Training am Donnerstag

Das Training am Donnerstag

Während die Blessuren an den Gelenken kaum in Zusammenhang gebracht werden können, ist die hohe Zahl der muskulären Probleme auffällig. Schaaf zieht daraus den Schluss, „dass Claudio nicht sofort von null auf hundert gehen kann“. Sondern besonders behutsam an die Höchstbelastung herangeführt werden muss. Das Risiko einer weiteren Folgeverletzung bei dem 32-Jährigen zu minimieren, ist jetzt das Ziel.

Nach einer Woche im Mannschaftstraining steht Pizarro zwar nicht mehr am Nullpunkt, aber eben auch noch nicht auf dem Gipfel. „Die Situation bei Claudio hat sich in den vergangenen Tagen sicherlich verbessert, das ist schon mal ein Vorteil“, sagt Schaaf, „aber wie viel sie sich verbessert hat, weiß ich noch nicht.“

Dabei hört sich der Coach nicht so an, als ob er ein Versteckspiel betreibt, um Gegner Leverkusen erst nicht in die Werder-Karten schauen zu lassen und dann mit Pizarro in der Startelf zu überraschen. Vielmehr fehlt ihm das totale Vertrauen in die Belastbarkeit des Stürmers.

Seit Wochen habe der „nur trainiert, aber kein einziges Spiel gemacht“, erklärt Schaaf. Am liebsten wäre es ihm, er könnte Pizarro, der sich den Innenbandriss bei einem Vorbereitungsspiel auf die Copa America zugezogen hatte, über Umwege zurück in den Bundesliga-Spielbetrieb bringen. Testspiele mitten in der Woche wären ein probates Mittel. In der Planung sind gleich mehrere solcher Partien – Werder hat als international nicht eingespannter Club schließlich und leider auch die Zeit dafür. Schaaf sagt: „Spieler wie Pizarro und auch Naldo brauchen solche Spiele.“ Für die eigene Sicherheit, aber auch, um dem Trainer die Angst zu nehmen. · csa

Das könnte Sie auch interessieren

Tag der offenen Tür im Kindergarten Haendorf

Tag der offenen Tür im Kindergarten Haendorf

Erntefest im Kindergarten Scholen

Erntefest im Kindergarten Scholen

Miss Freimarkt 2004 - 2017

Miss Freimarkt 2004 - 2017

Miss Freimarkt 2004 - 2017

Miss Freimarkt 2004 - 2017

Meistgelesene Artikel

Rosenberg zum dritten Mal Schwedischer Meister

Rosenberg zum dritten Mal Schwedischer Meister

Das passiert am Dienstag

Das passiert am Dienstag

Bode: „Einhellig“ pro Nouri

Bode: „Einhellig“ pro Nouri

Schaaf wehrt sich gegen Gerüchte

Schaaf wehrt sich gegen Gerüchte

Kommentare