Werder-Keeper leistet mit 5:0-Vorhersage Motivationshilfe / Allofs zerknirscht

Nürnberg lacht über Wiese, und der will nie mehr tippen

Tim Wiese

Bremen - Tim Wiese fand‘s gar nicht lustig. Die Profis des 1. FC Nürnberg feierten am Samstagabend nicht nur ausgelassen ihren 1:0 (0:0)-Überraschungssieg in Bremen, sondern enttarnten den Werder-Keeper auch noch als überheblichen Motivator.

Die Franken betonten in fast jedem Interview, dass ihnen Wieses 5:0-Tipp zu Wochenbeginn in der „Bild“-Zeitung sehr geholfen habe. „Klar strengt man sich da noch ein bisschen mehr an“, feixte Phillipp Wollscheid, genauso wie Hanno Balitsch: „Das war eine schöne Zusatz-Motivation.“

Club-Kapitän Raphael Schäfer ging sogar noch einen Schritt weiter und stellte Wiese an den Pranger: „Man sollte als Nationaltorwart nicht in einer Zeitung mit vier Buchstaben einen 5:0-Sieg voraussagen.“ Keine netten Worte – vor allem nicht so kurz vor dem Länderspiel am Mittwoch in Bremen. Gegen die Franzosen will Wiese von Beginn an das Tor hüten. Da sind negative Schlagzeilen nicht förderlich.

Die Einzelkritik: Wiese noch der Beste

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Doch Wiese bleibt ganz cool. „Ich ärgere mich nur, dass wir verloren haben. Es ist mir absolut wurscht, was die Nürnberger denken und sagen. Die sind mir so ’was von egal“, entgegnete Wiese gestern Vormittag nach dem Auslaufen ganz trocken und schob noch provozierend hinterher „Die sollen froh sein, dass sie hier mal gewonnen haben.“ Für den Keeper bleibt der Club, der allerdings zum zweiten Mal in Folge an der Weser triumphierte, keine große Nummer in der Bundesliga. Und es gibt für ihn auch keinen Grund, irgendwelche Ausreden für seinen gewagten Tipp zu suchen oder ihn sogar zu dementieren: „Nach dem Derbysieg in Hamburg habe ich wirklich gedacht, dass wir Nürnberg jetzt weghauen. Aber da habe ich wohl falsch gedacht.“

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Der 30-Jährige zeigt sich sogar durchaus lernfähig. „Ich tippe nicht mehr“, versprach Wiese: „Ob in der Schule oder bei Oddset – ich habe sowieso immer verloren. Also ist jetzt Schluss.“

Klaus Allofs wird‘s freuen. Der Werder-Boss war ziemlich zerknirscht, als er auf Wieses Tipp-Vergehen angesprochen wurde. „Wenn er das gesagt hat, dann würde ich das auch als Motivationshilfe nutzen“, seufzte Allofs und flüchtete sich in Galgenhumor: „Ich werde unseren Spielern sagen, dass ich mit Peter Niemeyer telefoniert habe, und er ein 6:0 für die Hertha tippt.“ Den Hinweis, dass der Ex-Bremer bei Werders Gastspiel am Samstag in Berlin gelbgesperrt ist, wiegelte Allofs sofort ab: „Tippen darf er ja wohl trotzdem.“

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Genauso wie auch weiterhin die Werder-Profis. Ein Verbot, so Allofs, sei natürlich nicht geplant. Aber eine gewisse Vorsicht wäre durchaus angebracht, denn einige Vereine passen eben ganz besonders auf, was der Gegner sagt und tippt. Beim 1. FC Nürnberg ist Teammanager Boban Pribanovic dafür bekannt, so ziemlich jede Zeitung in Deutschland zu lesen und auch alle Internet-Portale zu checken. So entdeckte er auch Wieses Tipp, der dann in der Kabine prangte und nach dem Triumph genüsslich an die große Medien-Glocke gehängt wurde. · kni

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