Hunt gibt grünes Licht

Nürnberg und Freiburg setzen Werder unter Druck

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Er ist rechtzeitig wieder am Ball: Aaron Hunt, hier verfolgt von Nils Petersen, steht heute gegen Eintracht Braunschweig zur Verfügung.

Bremen - Von Carsten Sander.  Als Aaron Hunt gestern mit rotgefrorener Nase vom Trainingsplatz kam, war die Sache schon klar. Wer trainieren kann, kann auch spielen – so sah es jedenfalls der 27-Jährige selbst. „Es war alles gut, ich kann spielen“, sagte er mit Blick auf den Rückrundenauftakt heute gegen den Bundesliga-Letzten Eintracht Braunschweig (15.30 Uhr, Weserstadion).

Ein Spiel, in dem Werder Bremen nach den Siegen des 1. FC Nürnberg (4:0 gegen Hoffenheim) und des SC Freiburg (3:2 gegen Leverkusen) unter erhöhtem Druck steht, ebenfalls gewinnen zu müssen. Ansonsten rückt die Abstiegszone wieder näher.

Umso wichtiger, dass Hunt sich zurückmeldete – womit er für ehrliche Überraschung bei Coach Dutt sorgte. „Ich habe nicht damit gerechnet, dass Aaron noch eine Option wird“, gab der 49-Jährige, der seinen Vize-Kapitän offenbar schon abgeschrieben hatte, zu. Mit Beschwerden in den Adduktoren hatte Hunt am Montag das Training abgebrochen, am Dienstag kam eine Halsentzündung dazu. Zwei Probleme auf einmal, trotzdem hat es der 27-Jährige geschafft, pünktlich gesund und fit zu werden. Wie? Mit Antibiotika, Bettruhe und viel Daumendrücken durch Dutt, der genauso erleichtert ist, wie seine kickende Belegschaft, dass Hunt heute zur Verfügung steht. Alle wissen: Mit dem dreimaligen deutschen Nationalspieler steigen die Chancen, die Braunschweiger zu knacken. „Aaron ist einer unserer kreativsten Spieler und der Mann für die besonderen Momente – das würde uns natürlich fehlen“, sagte Stürmer Nils Petersen: „Seine Standards, seine Ideen – wir brauchen beides.“

Hunt, dessen Vertrag im Sommer ausläuft und um dessen Verbleib Werder-Sportchef Thomas Eichin in den nächsten Wochen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln kämpfen will, wird zu einer immer zentraleren Figur im Bremer Spiel. In Ermangelung anderer Akteure, die ein Spiel gestalten können, lastet das meiste auf seinen Schultern. Das war schon in der Hinrunde so, als sich das Team allerdings mehrfach in seiner Begeisterung für die Offensive vergaloppierte. Für die Rückrunde haben sich alle vorgenommen, defensiver und disziplinierter zu spielen. Heißt: Verteidigen und kontern. Robin Dutt hat das im Trainingslager intensiv mit der Mannschaft einstudiert. Dumm nur, dass die Taktik heute vermutlich kaum zur Anwendung kommen kann. Von Braunschweig (erst zehn Saisontore) sei jedenfalls „kein Sturmlauf zu erwarten“, orakelte Mittelfeldmann Philipp Bargfrede.

Von Werder aber auch nicht. Mit Bedacht angreifen, geduldig sein – das ist das, was heute verlangt ist. „Für Gefahr“, da ist sich Nils Petersen sicher, „können wir immer sorgen“. Auch dank Aaron Hunt und seiner punktgenauen Genesung.

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Vielleicht läuft es ja wieder so wie beim Hinrundenabschluss gegen Bayer Leverkusen. Auch kurz vor Weihnachten hatte der Einsatz des dreimaligen Nationalspielers lange auf der Kippe gestanden. Doch als die Spieler zum Warmlaufen auf den Platz trabten, war Hunt überraschend dabei. Trotz eines Mini-Muskelfaserrisses tauchte er in der Startaufstellung auf und spielte anschließend so, als ob es die Probleme nicht gegeben hätte. Hunt zeigte eines seiner besten Spiele, führte Werder zum 1:0 über den Tabellenzweiten. Und er zeigte: Er kann auch ohne große Vorbereitung große Leistungen bringen. Heute wieder?

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