Jannis Okun prognostiziert Bremer Sieg gegen HSV

Sport-Astrologe: Jupiter lässt Werder jubeln

+
Jannis Okun hat für das Nordderby am Samstag zwischen Werder und dem HSV eine Prognose aufgestellt: Der Sport-Astrologe erwartet einen Sieg der Bremer.

Bremen/Hamburg - Wie das Nordderby ausgeht, steht in den Sternen! Wer diesen Satz sagt, sagt damit eigentlich nur eines: Er hat keinen blassen Schimmer! Bei Jannis Okun ist das anders. Wenn der 29-Jährige wissen will, wer gewinnt, geht er nicht ins Stadion oder guckt danach Sportschau. Er wirft schon vorher einen Blick in die Sterne.

Jannis Okun ist Werder-Fan, in Bremen geboren, in Ostfriesland aufgewachsen, lebt jetzt in Hamburg und ist leidenschaftlicher Astrologe. Vor dem Duell zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV hat die DeichStube ihn getroffen. Okun hat sich als einer der wenigen in Deutschland auf Sport-Prognosen per Sternenguckerei spezialisiert. Und er sagt: Werder packt es am Samstag!

Die Sterne stehen gut: Max Kruse im Hoch

Treffpunkt Hamburger Volksparkstadion. Jannis Okun, Schiebermütze, Turnschuhe, Daunenjacke in einem Blau, als wäre er HSV-Fan, erscheint eigentlich pünktlich, entschuldigt sich trotzdem für eine leichte Verspätung. Der 29-Jährige nimmt es ziemlich genau, so ein Typ ist er, der Jura auf Bachelor und Kriminologie auf Master studiert hat und seit zwei Jahren im Risiko-Controlling einer Hamburger Bank arbeitet.

Auf sein kurioses Hobby, sorry: seine freiberufliche Tätigkeit, lässt nichts schließen. Bis er ins Plaudern kommt. Dann ist er in seinem Element. Ein Laie verliert als Zuhörer leicht den Faden. „Max Kruse steht unter dem Einfluss Merkur im Trigon zum Pluto und Jupiter im Trigon zum Mondknoten“, erzählt Okun. Ähm, wie bitte? „Im Geburtshoroskop von Max Kruse steht der Pluto auf zwölf Grad Skorpion, und jetzt steht der Merkur auf zwölf Grad Fische.“ Puh, wo kommen denn jetzt die Tiere her?

So sieht das Werder-Gründungs-Horoskop aus. Wer versteht’s?

Okun fängt an, auf einem Schmierzettel einen Tierkreis zu skizzieren und Verbindungen zwischen Himmelskörpern herzustellen, die er an den Rand krickelt. Dabei könnte man ihn fast für einen übermotivierten Fußballtrainer halten, der Vierjährigen in der Pampers-Liga Laufwege aufmalt. Nur dass es bei ihm nicht um 4-3-3 und 4-4-2, nicht um abkippende Sechser und falsche Neuner geht, sondern um Konstellationen wie Trigon, Konjunktion, Quadratur und Opposition mit den Planeten Jupiter, Mars, Saturn und Co..

Jannis Okun meint das ernst, für ihn ist Astrologie Wissenschaft. „Wenn ich nachweisen will, dass Astrologie funktioniert, muss ich etwas Messbares haben. Und Sportergebnisse sind messbar“, erklärt er. Und er freut sich, wenn er es schafft, Skeptiker zu überzeugen.

Okun: „Kohfeldt hat einen positiven Aspekt zu Jupiter“

So wie bei seinen Arbeitskollegen in der Bank. Denen hatte er beispielsweise vor einigen Monaten beim Stand von 4:0 für Dortmund noch einen Punktgewinn für Schalke 04 angekündigt. Das beweist er mit einem Whats-App-Chat. Am Ende stand es im Revierderby 4:4. „Unfassbar“, kommentierte einer der Kollegen. Okun hat einige solcher Beispiele, er habe beispielsweise Island als Viertelfinalist bei der EM 2016 prognostiziert. Ob er auch schon mal danebengelegen hat? Ach, reden wir nicht drüber...

Also nun Nordderby am Samstag, Werder gegen den HSV. „Meine Prognose ist, dass Werder sehr wahrscheinlich das Spiel gewinnen wird“, sagt Okun. „Max Kruse hat das Potenzial, zum Matchwinner zu werden.“ Für die Aussagen hätte es eigentlich keinen Astrologen gebraucht. Aber Okun präsentiert auch seine Art der Begründung: „Trainer Florian Kohfeldt hat einen positiven Aspekt zu Jupiter, Frank Baumann übrigens auch. Auch Max Kruse ist positiv bestrahlt.“ Soll heißen? Jupiter, erklärt der Wahl-Hamburger, ist immer etwas Positives, steht für Euphorie. Überhaupt habe Kohfeldt „den besten Aspekt auf Werder-Seite“. Im Fachjargon heißt es: Merkur im Trigon zum Jupiter. Ach so!

Auf Hamburger Seite habe Okun für Samstag kaum entscheidende Indikatoren gefunden, weder im Positiven noch im Negativen. Deswegen wagt er sich nur an einen Standard-Tipp: 2:1 für Werder. Aber der 29-Jährige habe eine Schwachstelle beim HSV ausgemacht: Douglas Santos. „Sonne in Konjunktion zu Saturn“, sagt Okun, „das steht für Beschränkung, für Frusterlebnisse. Zusätzlich hat er noch einen Spannungsaspekt – Uranus Quadrat Uranus. Und wenn zwei solche Sachen zusammenkommen, ist es schon auffällig.“ Okun traut dem Linksverteidiger einen folgenschweren Fehler zu: „Vielleicht ein Eigentor oder Platzverweis.“

Auch fürs Saisonende hat Okun eine Prognose parat: Werder bleibt drin, der HSV rettet sich wieder einmal über die Relegation (gegen Nürnberg). Runter müssen Köln und Mainz. Wer absteigt, steht also (schon) in den Sternen. Und wer was anderes behauptet, hat keinen blassen Schimmer.

Das Werder-Horoskop am Samstag

Ohne genaue Geburtszeit kann auch ein Astrologe meistens nur raten. Aber bei dem einen oder anderen Werder-Profi erkennt Sport-Astrologe Jannis Okun Sternenkonstellationen, die für das Nordderby interessant sind. Okuns Horoskop für...

...Max Kruse: Jupiter Trigon Mondknoten und Merkur Trigon Pluto. Merkur im exakten Aspekt zu Pluto betont Kruses Killerinstinkt! Weiterhin deutet sich durch Jupiter ein gerade erst beginnender großer Glücksaspekt an, der weit in den März hineinwirken sollte.

...Aron Johannsson: Saturn Konjunktion Uranus und Merkur Sextil Neptun. Durch die Aktivierung von Neptun ist an diesem Abend Johannssons Intuition gestärkt – für einen Stürmer nicht unwichtig. Generell bringt der aktuelle Saturn-Transit aber auch einige Einschränkungen mit sich. Seit dem Herbst profitiert Skorpion Johannsson vom einjährigen Durchlauf von Glücksplanet Jupiter durch den Skorpion.

...Niklas Moisander: Merkur Opposition Mars. Der Finne steht sehr unter Strom, ist möglicherweise übermotiviert. Achtung, Gefahr eines Platzverweises!

...Milot Rashica: Saturn Quadrat Saturn und Saturn Opposition Sonne. Das astrologische Sorgenkind unter den Werder-Spielern! Unter dem Einfluss des strengen Saturn fällt ihm die Umstellung auf die Bundesliga noch schwer – als sensibler, häuslicher Krebs braucht Rashica ein vertrautes Umfeld, um sich wohlzufühlen und seine ganze Leistungsfähigkeit abzurufen. Das ist bei ihm in Bremen wahrscheinlich noch nicht gegeben.

Jannis Okun ist Werder-Fan, lebt aber in Hamburg.

Schon gelesen?

Teamvergleich zum Nordderby: HSV punktet in der Abwehr - sonst dominiert Werder

Das erste Nordderby: 1927 - als alles seinen Anfang

Der Spion in der Hecke: Das Nordderby und seine Tricks

Das Nordderby: Kuriose Fakten und spektakuläre Ereignisse

Symbolbild
Beim Nordderby im Jahr 1967 fand die erste Auswechslung der Bundesliga-Geschichte statt. Hamburgs Torhüter Arkoc Özcan hatte sich in der 18. Minute den kleinen Finger gebrochen – für ihn kam Ersatzkeeper Erhard Schwerin in den Kasten. Die Regel, die Auswechslungen ermöglichte, war erst kurz zuvor eingeführt worden. © imago sportfotodienst (Symbolbild)
Nordderby
Ende einer Serie: 36 Bundesligaspiele in Folge war der HSV zwischen den Jahren 1982 und 1983 ungeschlagen. Ausgerechnet Werder stoppte den Lauf des Rivalen. Die Grün-Weißen siegten 3:2. © imago sportfotodienst
Nordderby
Das Nordderby im Jahr 1972 wurde vor gerade einmal 8000 Zuschauern ausgetragen – Negativrekord. Weniger kamen davor und danach nie zum Duell der Nordrivalen. Ein Grund für das geringe Interesse: Kurz zuvor war der legendäre Bundesliga-Skandal aufgeflogen. © imago sportfotodienst
Nordderby
Ehrenrunde über dem Weserstadion: Nach Hamburgs Meisterschaft in der Saison 1982/1983 hatte Horst Hrubesch eine ganz besondere Idee. Auf dem Rückflug vom letzten Spieltag überredete der HSV-Profi den Piloten der Fokker-Maschine, eine Ehrenrunde über dem Weserstadion in Bremen zu drehen. © imago sportfotodienst
Nordderby
An diesen Tag erinnern sich die Bremer nur ungern. Am 27. November 1971 lässt Schiedsrichter-Legende Walter Eschweiler die Werder-Profis in der zweiten Halbzeit beim Auswärtsspiel in Hamburg mit HSV-Trikots auflaufen. Der Grund: Für Eschweiler waren sich Werder- und HSV-Trikots zu ähnlich – Verwechslungsgefahr! Weil Werder aber keine Ersatztrikots dabei hatte, mussten die Grün-Weißen die ungeliebte HSV-Raute auf der Brust tragen. © imago/Future Im age
Nordderby
Ailton ist eben doch ein Bremer! 2006 nagelte der Brasilianer im Trikot der Hamburger den Ball im Derby völlig freistehend aus acht Metern über das leere Tor. Der HSV unterlag 1:2. Durch die Pleite zog nicht Hamburg, sondern Bremen in die Königsklasse ein. Wenig später war Ailtons Zeit beim HSV beendet – er wurde verkauft. © nordphoto
Nordderby
Beim Derby 2008 versuchten die Hamburger im Kampf um die Champions-League-Plätze mit einem Psychotrick zu punkten: Beim Duell in Hamburg wurde die Gästekabine mit HSV-Flaggen ausstaffiert. Der erhoffte Erfolg blieb aus. Die Bremer ließen sich nicht beeindrucken, gewannen und wurden am Ende Zweiter in der Tabelle – der HSV musste sich mit Rang vier begnügen. © nordphoto
Nordderby
Werders höchster Auswärtssieg in Hamburg gelang am 22. September 2001 mit einem 4:0. Bremens gefeierter Held: Marco Bode. Der Stürmer erzielte einen Treffer selbst und bereitete zwei weitere vor. Das höchste Heimsieg war in der Meistersaison 2004 sogar ein 6:0. © nordphoto
Nordderby
Das wohl berühmteste Tor der Nordderby-Geschichte: Frank Baumanns Kopfballtreffer bedeutet für Werder den Einzug ins UEFA-Cup-Finale 2009. Es sorgte auch für einen der drei Werder-Siege gegen den HSV in drei Wettbewerben binnen 19 Tagen. Kurios war aber auch die Entstehung der Ecke vor Baumanns Tor: Der Ball hoppelte über eine Papierkugel, die ein HSV-Fan auf den Rasen geworfen hatte. HSV-Abwehrmann Michael Graavgaard traf den Ball nicht richtig - es gab Ecke für Werder. © imago
Nordderby
Ausgerechnet ein Wahl-Hamburger ersteigerte die legendäre Papierkugel. Matthias Seidel, Gründer von „transfermarkt.de“, erwarb die Kugel, um sie später im Werder-Museum ausstellen zu lassen. © nordphoto
Nordderby
Adrian Maleika. Der Name steht synonym für die größte Tragödie der Derby-Geschichte. Der Werder-Fan wurde vor dem Spiel am 16. Oktober 1982 auf dem Weg ins Volksparkstadion von Hamburger Hooligans brutal angegriffen. Bei einem Steinwurf erlitt der 16-jährige Lehrling einen Schädelbasisbruch und Gehirnblutungen. Einen Tag später starb er. Er gilt als erstes Todesopfer bei Hooligan-Übergriffen in Deutschland. © imago
Nordderby
Noch eine der ganz bitteren Geschichten des Nordderbys: Am 20. September 1989 spielte Ditmar Jakobs sein letztes Bundesliga-Spiel. Im Weserstadion rutschte der HSV-Verteidiger bei einer Rettungsaktion ins Tor. Dort bohrte sich ein defekter Karabinerhaken der Toraufhängung in seinem Rücken. Jakobs kam nicht mehr los, der Haken musste mit einem Skalpell herausgeschnitten werden. Dabei wurden seine Nerven so stark verletzt, dass an Profisport danach nicht mehr zu denken war. © imago
Nordderby
Niederlagen sind nie schön, die am 14. Mai 1988 gegen den HSV gilt aber als eine der schönsten Werder-Pleiten. Die Mannschaft von Trainer Otto Rehhagel ging zwar zu Hause mit 1:4 gegen die Hamburger baden. Aber das juckte keinen: Die Bremer hatten die zweite Deutsche Meisterschaft der Vereinsgeschichte schon perfekt gemacht - und durften nach dem Spiel die Schale vor den Augen des Rivalen in die Höhe recken. © imago
Nordderby
So unschön die Szene, so schnell wurde sie auch legendär: Werder-Keeper Tim Wiese verwechselte im Mai 2008 Fußball mit Kung Fu und senste beim Herauslaufen HSV-Stürmer Ivica Olic derart um, als wolle er ihm den Kopf abtreten. Ob Wiese da schon den Gedanken an eine Karriere im Wrestling entwickelt hat? Franz Beckenbauer sprach danach von Mordversuch, ein Unbekannter stellte sogar Strafanzeige wegen versuchten Totschlags. Der Schiedsrichter zeigte im Spiel jedenfalls nur Gelb. © imago
Nordderby
Klar ist: Werder Bremen gegen den Hamburger SV - es ist das ewige Duell der Bundesliga. Kein Spiel gab es häufiger. Zum 100. Nordderby präsentierten die Werder-Fans im Weserstadion eine beeindruckende Choreografie. „100 Spiele wie im Märchen“, schrieben die Fans und klappten das Geschichtsbuch auf. Am Ende stand: „Und die Moral von der Geschicht‘, Bremen ist geil, Hamburg nicht.“ © nordphoto

Quelle: DeichStube

Das könnte Sie auch interessieren

Migranten aus Mittelamerika setzen Marsch Richtung USA fort

Migranten aus Mittelamerika setzen Marsch Richtung USA fort

Premierministerin May: Brexit-Deal fast fertig

Premierministerin May: Brexit-Deal fast fertig

Riad im Fall Khashoggi unter Druck: "Brutal geplanter Mord"

Riad im Fall Khashoggi unter Druck: "Brutal geplanter Mord"

Biogas-Anlage fängt während Bauarbeiten Feuer

Biogas-Anlage fängt während Bauarbeiten Feuer

Meistgelesene Artikel

Oben festgesetzt, aber trotzdem nicht spitze?

Oben festgesetzt, aber trotzdem nicht spitze?

Neue Marktwerte: Maxi Eggestein springt auf 17 Millionen Euro

Neue Marktwerte: Maxi Eggestein springt auf 17 Millionen Euro

Kohfeldts Zuspruch für Eigentor-Pechvogel Beijmo

Kohfeldts Zuspruch für Eigentor-Pechvogel Beijmo

Eiskalt und sehr erwachsen

Eiskalt und sehr erwachsen

Kommentare