Nordderby für Hamburger Trainer kein Endspiel

Hollerbach macht HSV Mut: „Es ist noch lange nicht vorbei“

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Bernd Hollerbach ist als Trainer des HSV nach vier Spielen noch sieglos.

Hamburg - Für einen Moment, aber auch wirklich nur einen ganz kurzen, klang HSV-Trainer Bernd Hollerbach wie Florian Kohfeldt.

„Ich freue mich riesig darauf“, sagte der HSV über das anstehende Spiel gegen Werder Bremen. „Wegen solcher Spiele habe ich Fußball gespielt und mache jetzt diesen Job.“ Ganz ähnlich hatte sich wenige Tage zuvor bereits der Werder-Coach ausgedrückt. Für beide steht am Samstag das erste Nordderby als Cheftrainer an.

„Ich erwarte ein emotionales Spiel, es ist ein Derby“, sagte der Ex-HSV-Profi, der als Kämpfer und Raubein bekannt war. Kein Wunder also, dass er vor dem Spiel im Weserstadion an die Kampfeslust seiner Spieler appelliert. „Es ist eine Grundvoraussetzung, dass man alles gibt, alles raushaut. Ich bin mir sicher, dass die Spieler im Derby brennen werden.“ Wäre auch schlimm, wenn nicht.

Hollerbach selbst hat neun Nordderbys gespielt, gerade in Bremen war er immer besonders motiviert: „Umso mehr die Zuschauer gepfiffen haben, umso mehr hat es mich angespornt. Und ich hoffe, das wird bei meinen Spielern auch so sein.“

Die Situation im Abstiegskampf wird für den HSV immer brenzliger. Zehn Spiele haben die Hamburger in Serie nicht gewonnen, in den vier Spielen unter Hollerbach holte der Tabellen-17. keinen Sieg und nur zwei Punkte. Mittlerweile beträgt der Abstand zum Relegationsplatz sechs Punkte. Mit einem Sieg würde der HSV immerhin wieder auf drei Punkte an den Tabellen-15. Werder ranrücken.

Hollerbach: „Die Messe ist noch nicht gelesen“

Das Nordderby ist im Grunde schon so etwas wie die letzte Chance, noch einmal Hoffnung zu schöpfen im Abstiegskampf. Hollerbach jedoch weigert sich, die Partie als Endspiel zu deklarieren. Selbst wenn sein Team in Bremen verlieren würde, „haben wir immer noch zehn Spiele. Es ist noch lange nicht vorbei“, sagte der Trainer. „Man muss immer an sich glauben und sich gut vorbereiten auf den nächsten Gegner. Die Messe ist noch lange nicht gelesen.“

Drei Euro ins Phrasenschwein, bitte! Und eine andere Floskel hatte der Hamburger Trainer auch noch parat. Einen Satz, der zusammenfasste, was er von seinen Spielern fordert: „Wir müssen das Spiel mit kühlem Kopf angehen, aber mit heißem Herzen.“ Und in diesem Moment dachte der geneigte Bremer Zuhörer, dass dieser Satz zwar nicht von Kohfeldt, aber von dessen Vor-Vorgänger Viktor Skripnik hätte kommen können.

Am Rande: „Kohlfeldt kenne ich nicht“

Dieser verflixte eine Buchstabe, wo kommt der nur immer wieder her? Fast vier Monate ist Florian Kohfeldt nun Trainer bei Werder Bremen – seinen Namen haben trotzdem noch nicht alle Amtskollegen in der Bundesliga drauf. HSV-Trainer Bernd Hollerbach ist einer von denen.

Bei ihm wurde aus Kohfeldt kurzerhand Kohlfeldt. „Ich kenne Frank Baumann gut, der wie ich aus Würzburg kommt“, sagte Hollerbach bei der Pressekonferenz am Donnerstag über die Bremer Verantwortlichen. „Kohlfeldt kenne ich nicht.“ War zu merken.

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Quelle: DeichStube

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