Werder-Coach Schaaf spricht von durchwachsener Vorbereitung, aber auch vom Finale

Noch nicht gut, aber gut genug für Berlin

Ein skeptischer Thomas Schaaf: Mit der Vorbereitung auf die neue Saison ist der Werder-Trainer nicht zufrieden, trotzdem glaubt er fest an einen Sieg morgen in Berlin.

Werder-Bremen - BREMEN n Thomas Schaaf kennt das alles schon. Zum elften Mal hat er Werder Bremen auf eine neue Saison vorbereitet, zum elften Mal muss er den Journalisten vor dem ersten Pflichtspiel erklären, wie’s gelaufen ist. „Durchwachsen“, lautet das Fazit des Cheftrainers nach vier Wochen harter Arbeit. Klingt nicht gerade optimistisch, was das morgige DFB-Pokalspiel beim Zweitligisten Union Berlin (14.30 Uhr/Sky live) betrifft.

Doch so hat das Schaaf nicht gemeint, und deshalb fügt er noch erklärend an: „Wir haben zwar noch viel Luft nach oben, was die optimale Leistung betrifft. Aber wir können schon eine gute Leistung abrufen, um in die nächste Runde zu kommen.“

Das ist natürlich das Ziel – und nicht nur das. „Wir wollen wieder ins Finale“, stellt er unmissverständlich klar. Die Erinnerung an den Pokalsieg vor gerade einmal

n„Wir fahren in die

nrichtige Stadt“

zwei Monaten sei noch „reichhaltig vorhanden“. Deshalb verzichtet Schaaf auch darauf, die Trophäe sozusagen als Motivationsspritze in die Kabine zu stellen. Und mit seinem gewohnt trockenen Humor stellt er noch fest: „Wir fahren ja schon in die richtige Stadt.“ Nach Berlin, wo am 15. Mai 2010 wie in jedem Jahr das Finale steigt.

Aber das ist noch weit weg. Die Aufgabe Union wird schwer genug. Auch, weil die Vorbereitung nicht optimal verlief. „Uns stand das Personal nicht so zur Verfügung, wie wir das erhofft hatten“, erklärt Schaaf und verweist auf die Späteinsteiger Mesut Özil, Sebastian Boenisch und Marko Marin, aber auch auf die Langzeitausfälle Daniel Jensen, Markus Rosenberg und Sebastian Prödl. Dazu kamen noch kürzere Pausen anderer Spieler wegen Verletzungen. „Das stört natürlich bei der Ein- und Abstimmung“, sagt Schaaf. Wenngleich: All’ dies ist dem 48-Jährigen aus der Vergangenheit bekannt. Trotzdem macht es ihn nicht ruhiger. Die Spannung sei wieder riesengroß – die Ungewissheit auch. Auf sein Gefühl mag er sich schon gar nicht mehr verlassen. „Natürlich hofft man, am ersten Tag voll da zu sein“, sagt Schaaf. Aber er hätte schon alles erlebt: Gute Vorbereitung, schlechter Start – schlechte Vorbereitung, guter Start. Man dürfe sich nie sicher sein.

Dieses Wechselhafte – das war in der Vergangenheit gerne mal das Bremer Problem, gerade im Pokal gegen unterklassige Gegner. Oftmals ging es noch gut, nicht so vor drei Jahren in Pirmasens: Beim Regionalligisten ereilte den Favoriten das peinliche Erstrunden-Aus. „Wir sind in den letzten Jahren zu nachlässig gegen solche Gegner aufgetreten. Das darf uns nicht mehr passieren – vor allem nicht als Titelverteidiger“, fordert Kapitän Torsten Frings. Seine Marschroute ist unmissverständlich: „Wir müssen ans Limit gehen.“ Gepaart mit der spielerischen Klasse müsse das für einen Erfolg in Berlin eigentlich reichen.

Wenn da nicht dieses Stadion wäre. Die neue „Alte Försterei“, gerade erst mit tatkräftiger Unterstützung der Fans umgebaut, gilt als Hexenkessel. „Da kommt einiges auf uns zu. Gerade zu Hause tritt Union immer sehr selbstbewusst auf“, weiß Schaaf. Doch feuchte Hände bekommt er deshalb nicht. Nach zehn Jahren bei Werder kennt er das ja alles schon.

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