Starke Bremer verpassen einen Punkt

BVB noch zu meisterlich für Werder

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Die Szene zum 1:0: Marco Reus zieht mit dem Ball, den Aleksandar Ignjovski (r.) hätte haben müssen, allein aufs Tor zu.

Dortmund · Dieser Abend tut weh, macht aber auch jede Menge Mut: Werder schnupperte gestern bei Meister Borussia Dortmund am Punktgewinn, doch am Ende feierten die Gastgeber einen hart erkämpften 2:1 (1:0)-Erfolg zum Auftakt der 50. Bundesliga-Saison.

Matchwinner war Mario Götze mit seinem Siegtreffer in der 81. Minute. Reus hatte den Double-Sieger erstmals in Führung geschossen (11.), Theodor Gebre Selassie ausgeglichen (75.).

Werder war mit einer großen Überraschung gestartet: Trainer Thomas Schaaf ließ Sturmspitze Nils Petersen wegen Rückenproblemen zunächst auf der Bank, genauso wie dessen Vertreter Niclas Füllkrug. Mittelstürmer Nummer drei, der gerade erst verpflichtete Joseph Akpala, stand gar nicht erst im Kader. Und so fragten sich nicht nur die Werder-Fans während der mit dem Abspielen der Nationalhymne etwas aufgesetzt wirkenden Eröffnungszeremonie: Wer spielt denn nun ganz vorne? Marko Arnautovic vielleicht, der für Petersen ins Team gekommen war? Falsch, der agierte rechtsaußen. Schaaf zauberte Mittelfeldspieler Kevin De Bruyne als neue Sturmspitze aus dem Hut.

Die Einzelkritik

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Ein Fehlgriff! Im Zentrum war Werder nämlich total harmlos. Dafür lief es bei den Außen besser. Doch zunächst hatte der Meister das Wort – in Person von Marco Reus, der für 17,5 Millionen Euro von Gladbach losgeeist worden war. Es lag aber weniger an dessen Klasse, sondern mehr an dem stümperhaften Verhalten von Aleksandar Ignjovski, dass Reus gleich in seinem ersten Bundesliga-Spiel für den BVB traf. Ignjovski ließ einen harmlosen Blaszczykowski-Pass ebenso passieren wie Reus – 1:0 (11.).

Borussia Dortmund gegen SV Werder Bremen

Was für ein bitterer Auftakt für diese junge Bremer Mannschaft. Doch Werder zeigte sich unbeeindruckt, vor allem der starke Aaron Hunt: Der Ex-Nationalspieler bediente Linksaußen Eljero Elia perfekt, doch der Holländer scheiterte an Roman Weidenfeller (18.). Noch knapper war es bei Arnautovic: Der Österreicher hämmerte eine Direktabnahme an den Pfosten (24.). Der Ausgleich wäre für die mutigen Bremer absolut verdient gewesen – auch ohne Mittelstürmer.

Beinahe hätte es auch keinen Linksverteidiger mehr gegeben. Doch Ignjovski kam nach seiner unverschuldeten, weil rettenden Fast-Notbremse an der Strafraumgrenze gegen den durchgebrochenen Blaszczykowski mit Gelb davon (29.). Die Werder-Abwehr hatte zeitweise größte Probleme, die flinken Borussen in Schach zu halten. Aber irgendwie gelang es. Weil zum Beispiel Sebastian Mielitz bei einem Kopfball-Geschoss von Neven Subotic glänzend reagierte (50.). Oder Sokratis BVB-Stürmer Robert Lewandowski im Stile eines Sumo-Ringers abdrängte (54.). Oder Zlatko Junuzovic den starken Reus gerade noch per Foul stoppen konnte (59.).

Dortmund wollte jetzt die Entscheidung. Und Werder? Arnautovic gelang einmal eine stramme Hereingabe, aber im Strafraum gab es ja keinen Mittelstürmer als Abnehmer (61.). Das erkannte nun auch Schaaf und brachte endlich Nils Petersen (66.). Und siehe da, nur neun Minuten später jubelte sein Team. Allerdings dank eines Abwehrspielers. Theodor Gebre Selassie hatte aus einer feinen Arnautovic-Hereingabe eine Kopfball-Bogenlampe und damit das 1:1 gemacht. Werder lebte – wer hätte das noch gedacht?

Doch die Freude währte nicht lange. Denn die Dortmunder haben eben den Luxus, einen Mario Götze nachlegen zu können. Nur vier Minuten nach seiner Einwechslung markierte der Nationalspieler nach einem Doppelpass mit Lewandowski das 2:1 (81.). Meisterlich!

Aber Werder gab nicht auf. Und hätte sich belohnen müssen, doch ausgerechnet Mittelstürmer Petersen brachte eine erneute Arnautovic-Hereingabe aus sechs Metern nicht über die Linie. Schade, einen Punkt hätten die Bremer allemal verdient gehabt. Aber es bleibt ein guter Eindruck und deshalb die Hoffnung, dass es in einer Woche gegen den Hamburger SV auch die ersten Punkte gibt. · kni

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