Noch kämpft Özkan Yildirim mit einer Schambeinentzündung

Der Traum von Belek

Im Jogginganzug kommt Özkan Yldirim zur Arbeit, die für ihn nur aus Behandlungen besteht.
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Im Jogginganzug kommt Özkan Yldirim zur Arbeit, die für ihn nur aus Behandlungen besteht.

Bremen - Jeden Tag kommt Özkan Yildirim ins Weserstadion, lässt sich ausgiebig behandeln und fährt dann wieder weg. „Ich bin fast länger da als die gesunden Spieler“, stöhnt der 21-Jährige – und schaut ein wenig neidisch auf seine Werder-Kollegen, die einige Meter entfernt auf dem Trainingsplatz stehen.

Wie gerne würde auch er Rasen unter seinen Füßen haben. Doch Yildirim hat Sportverbot wegen einer der gefürchtetsten Fußballer-Verletzungen: Schambeinentzündung.

Endlich hat es sich nun wesentlich gebessert – und Yildirim deshalb einen Traum: „Es wäre genial, wenn ich im Trainingslager in Belek wieder richtig einsteigen könnte. Das ist aber kein Ziel von mir, denn ich will und darf mich nicht zu sehr unter Druck setzen.“

Bei dieser Verletzung ist vor allem eines gefragt: Geduld. Die Entzündung muss komplett weg sein, erst dann darf wieder trainiert werden. Der Vorteil: Es bleibt nichts zurück. „Ich wäre wieder voll belastbar, könnte wieder richtig mitmischen“, sagt der Mittelfeldspieler und strahlt. Er kann es kaum erwarten: „Mein letztes Spiel war im März, das ist so lange her.“ Danach gab es Leistenprobleme, im Sommer folgte eine Operation. Die erhoffte schnelle Genesung blieb aus. Yildirim hatte sogar noch größere Probleme. In Absprache mit Werders Medizinern war er bei mehreren Spezialisten. „Ich fühle mich hier wirklich sehr gut betreut“, betont Yildirim: „Es ist eben, wie es ist.“

Den Trainerwechsel bei Werder hat er quasi nur als Außenstehender mitbekommen und ist trotzdem irgendwie ganz dicht dran. Denn sein neuer Chef Viktor Skripnik war schon sein U17-Coach. „Natürlich ist das dann ein anderes Verhältnis“, gesteht Yildirim.

Einen guten Draht gibt es auch zu Horst Hrubesch, seinem Coach bei der U21 des DFB: „Er meldet sich regelmäßig, erkundigt sich, wie es mir geht. Das freut mich, das tut gut.“

Genauso wie die Unterstützung seiner Familie in Sulingen. Und das Wissen, es vor zwei Jahren schon einmal nach einer noch längeren Verletzungspause geschafft zu haben – passenderweise in Belek.

Die Möglichkeit, sich die Nervenstränge am Schambein durchtrennen zu lassen, um keine Schmerzen mehr zu haben und sofort wieder spielen zu können, ist kein Thema für ihn: „Das bringt nur Probleme. Ich bin erst 21, ich habe noch viel vor.“ Sein Vertrag bei Werder läuft bis 2016. Bis dahin sollen zu den 18 Bundesliga-Einsätzen möglichst viele dazugekommen sein: „Ich gebe ganz bestimmt nicht auf.“

kni

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