Sturmtalent macht gerne einen Schritt zurück

Noch fehlen Wurtz die Lösungen

Bremen - Morgen beginnt für Johannes Wurtz ein neues Leben: Der 20-Jährige bezieht seine erste eigene Wohnung. In Bremen hatte er in den vergangenen Wochen im Hotel gelebt, davor genoss er noch „Hotel Mama“, daheim nahe Saarbrücken.

Obwohl er schon Fußball-Profi war, beim Drittligisten 1. FC Saarbrücken. „Praktisch“ sei das gewesen. Doch jetzt ist er den unbequemen Weg gegangen, hat den Wechsel zum Bundesligisten gewagt. Dort muss er sich weit hinten anstellen, wahrscheinlich geht es für den Stürmer auch erst einmal einen Schritt zurück.

„Ich denke, dass ich am Freitag in der U 23 spielen werde“, sagt Wurtz – und wirkt dabei alles andere als enttäuscht, dass wohl vor-erst die Regionalliga seine neue Heimat wird: „Da muss man auch erst mal Tore schießen. Aber genau das ist mein Ziel. Ich habe mir viel vorgenommen. Ich möchte in der U 23 Leistungsträger werden und Spiele mitentscheiden.“

Der Junge hat Selbstvertrauen – wenn es um die Regionalliga geht. Seine neun Tore in den 36 Drittliga-Spielen der vergangenen Saison sind dort viel wert, in der Bundesliga eher nicht. Wurtz weiß das und gesteht: „Ich habe schon ziemlich viel Respekt. Das Niveau bei Werder ist viel, viel höher.“ Das größte Problem sei das Spieltempo. „Man hat einfach keine Zeit mehr für die Ballannahme und fürs Gucken. Man braucht hier schon eine Lösung, bevor man den Ball bekommt.“ Auch der Umgang mit den neuen Teamkollegen war am Anfang gar nicht so einfach. „Die meisten kannte ich aus dem Fernsehen, und plötzlich stand ich mit ihnen auf dem Platz. Da erstarrt man schon ein wenig in Ehrfurcht.“

Doch das legt sich. Wurtz wird mutiger. Dabei hat ihm auch das Trainingslager im Zillertal geholfen: „Das war super.“ Der Ärger über die verpassten Tage auf Norderney ist verflogen. Am Tag vor der Abreise hatte es Wurtz erwischt. „Ich bin im Training umgeknickt, habe mir nichts dabei gedacht und einfach weitergemacht. Doch am nächsten Tag ging gar nichts mehr.“ Reha allein statt Trainingslager mit den Profis – so hatte sich das Talent seinen Start bei Werder nicht vorgestellt.

Aber nun ist er richtig dabei. Wenn auch nicht immer. Am Sonntag beim Test in Paderborn gehörte der 20-Jährige nicht zum Kader. Die Konkurrenz vorne ist groß, Nils Petersen als einzige Spitze ebenso gesetzt wie Eljero Elia und Marko Arnautovic auf den Flügeln. Auch ein Niclas Füllkrug rangiert nach seinen Einsätzen in der Vorsaison noch weit vor Wurtz. „So ist das halt“, stellt dieser ganz entspannt fest: „In meiner Situation muss man auch Geduld haben. Es geht nicht von heute auf morgen.“ Aber was übermorgen sein soll, das hat er fest im Blick. „Irgendwann will ich da spielen“, sagt Wurtz und schaut mit leuchtenden Augen Richtung Weserstadion. · kni

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