Werder hilft auch Überzahl im Nordderby nicht – 1:2 / Nur als Sechster in die Winterpause

Der HSV nimmt kalte Rache

Die Szene, die die HSV-Gemüter erregte: Jerome Boateng (re.) kreuzt den Weg von Bremens Marko Marin und fliegt wegen einer Notbremse vom Platz.

Hamburg - Von Björn Knips und Arne Flügge · Sie waren die absoluten Derby-Helden, wussten wie kein Zweiter, wie der Hamburger SV zu schlagen ist. Denn im Frühjahr hatte Werder Bremen dem Nordrivalen gleich drei Titelträume versaut. Doch das wurde den Bremern nun zum Verhängnis.

Viel zu selbstverliebt trat das Team von Trainer Thomas Schaaf gestern in Hamburg an, fand keine Einstellung zu den winterlichen Verhältnissen und verlor das 91. Nordderby verdient mit 1:2 (0:2). Eine schöne Bescherung! Zu Weihnachten ist Werder kein Meisterschaftsanwärter mehr, sondern als Bundesliga-Sechster nur noch besseres Mittelmaß.

„Die Bremer haben nach den Erfolgen gegen uns eine große Fresse gehabt. Das gehört sich nicht, man muss Respekt haben. Dafür haben sie heute ihre Strafe bekommen“, wetterte HSV-Profi Joris Mathijsen nach der Partie.

Die Noten zum Spiel

Gute Note nur für Naldo

Die Gastgeber waren schlichtweg von den Socken. Denn trotz fast einstündiger Unterzahl (Jerome Boateng war nach einer umstrittenen Notbremse an Marko Marin vom Platz geflogen/32.) hatten sie ein kleines Wintermärchen erlebt. Auf Schnee und Eis rutschte der HSV auf Platz vier – bei all‘ den Verletzungsproblemen in dieser Saison eine bemerkenswerte Leistung.

Und Werder? Die Bremer hätten ebenfalls für einen guten Hinrunden-Abschluss sorgen können. Doch ihnen war es offenbar zu kalt (minus acht Grad) und zu rutschig (Frost und ständiger Schneefall). „Der HSV hat uns in der ersten Halbzeit gezeigt, wie man auf so einem Platz spielen muss“, gestand Werders Per Mertesacker und schimpfte: „Nur mit Larifari und Dribbelaktionen geht es einfach nicht.“ Auch Teamkollege Sebastian Prödl fällte ein fast schon vernichtendes Selbsturteil: „Wir waren nicht konzentriert genug und haben uns vom HSV den Schneid abkaufen lassen.“

So war der Liveticker

Ticker

Kaum vorstellbar, dass Werder so etwas in einem Nordderby passiert. Wie Baletttänzer, die sich auf eine Eisfläche verirrt haben, tänzelten die Gäste über den Platz und bekamen kaum etwas auf die Reihe. Der HSV dagegen hatte – symbolisch gesprochen – Spikes aufgezogen und kämpfte leidenschaftlich gegen Werder und Wetter. Mit schnellem Erfolg: Nach einer Ecke von Dennis Aogo war Mathijsen per Kopf zur Stelle – 1:0 (9.). Claudio Pizarro hatte nicht aufgepasst. „Das ist mangelnde Konzentration, da gibt es eine klare Zuordnung“, ärgerte sich Werder-Boss Klaus Allofs.

Es dauerte, bis die Gäste endlich besser ins Spiel fanden und nicht nur Fehlpässe produzierten. Doch die Latte verhinderte bei einem Naldo-Seitfallzieher den Ausgleich (27.). Nur fünf Minuten später jubelten die 7 000 Werder-Fans unter den 57 000 Zuschauern in der ausverkauften HSH Nordbank Arena dann doch – wenn auch nicht über ein Tor, sondern über einen Platzverweis. Schiedsrichter Florian Meyer schickte Boateng nach einem Zweikampf mit Marin zum Duschen. „Ich habe ihn nur leicht berührt, dann hat er sich fallen lassen“, verteidigte sich Boateng nicht gerade glücklich. Denn auch ein kleines Foul ist ein Foul – und als letzter Mann sieht man eben Rot.

Aber der Hamburger Ärger über diese Entscheidung war schnell verflogen, weil Marcell Jansen nach feinem Pass des überragenden Eljero Elia den herausstürzenden Tim Wiese ganz alt aussehen ließ (36.). „Da muss Tim nicht so weit raus“, meinte Allofs. Immerhin bewahrte der Keeper sein Team kurz vor der Pause mit einer akrobatischen Einlage bei einem Mathijsen-Schuss vor dem frühen Knockout.

Lange Zeit sah es nicht danach aus, dass die Bremer das Blatt noch wenden könnten. Der HSV war dem 3:0 viel näher. Aber ein nicht gegebener Elfmeter (Aogo hatte Borowski geschubst) mit anschließender Riesenchance von Marin (setzte den Ball neben das Tor) läutete doch noch so etwas wie eine Aufholjagd ein. Allein die Latte, die sowohl Aaron Hunt (84.) als auch Marin (85.) einem Härtetest unterzogen, verhinderte die ganz große Spannung. Naldos Kopfballtor (90.+2) war nur noch Ergebniskosmetik – und Werder ein enttäuschter Verlierer. „Jetzt wird’s schwierig für die Rückrunde“, prophezeite Pizarro.

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