DeichBlick-Kolumne: Nils Petersen schreibt für die DeichStube

„Trainieren wir Stürmer bald, Verteidigern gezielt an die Hand zu schießen? Bitte nicht!“

Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Thomas Schaaf, Nils Petersen, Klaus Allofs, Rolf Fuhrmann und Sebastian Prödl.

Von Nils Petersen – Klassenerhalt! Wir haben mit dem SC Freiburg wieder unser Saisonziel erreicht – das ist hier keine Selbstverständlichkeit, und auch deswegen bin ich sehr stolz auf die Mannschaft und unsere Fans! Und Werder? Bitte nachlegen und doch noch auf den Europa-Zug aufspringen! Der Glaube daran darf nicht fehlen, auch wenn die Chance noch so gering sein mag.

Eines ist klar: Mit einem Sieg gegen den BVB stünden Werders Chancen deutlich besser. Insofern kann ich den Ärger der Bremer wegen des nicht gegebenen Elfmeters verstehen – obwohl die Entscheidung, den Kontakt von Mario Götze nicht als Handspiel zu werten, aus meiner Sicht korrekt ist. 

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Petersen: „Das Problem ist die unterschiedliche Auslegung der Handspielregel“

Das Problem ist ein anderes, ein grundsätzlicheres: Die unterschiedliche Auslegung der Handspielregel. Absicht? Körperfläche vergrößert? Eine klare Torchance verhindert? Egal? Vor der Saison werden wir Spieler geschult, welche Regeländerungen es gibt, was es zu beachten gilt. Und im Laufe der Saison stellt sich heraus, dass es an Orientierung fehlt. Um ehrlich zu sein, weiß ich aktuell gar nicht, welcher Kontakt im Strafraum einen Handelfmeter zur Folge hat und welcher nicht.

Florian Kohfeldt sagte, dass Götzes Kontakt „im Kontext der Saison“ ein Handspiel sei. Da bin ich bei ihm. Wenn es für das „Handspiel“ von Jerome Boateng gegen Hannover 96 Elfmeter gibt, dann ist das Ding von Götze auch einer. Aber: Nur weil die Regel häufig unterschiedlich ausgelegt wird, werden falsche Entscheidungen nicht zu richtigen. Wenn ich in Götzes Situation einen Elfmeter gegen mich bekäme, würde ich mich tierisch aufregen.

Was fehlt, ist eine klare Linie. Selbst die Schiedsrichter scheinen oft nicht zu wissen, wie die Handspielregel auszulegen ist. Es herrscht allgemeine Verunsicherung bei den offiziellen und bei uns Spielern. Da hilft dann auch der Videobeweis, von dem ich ohnehin kein Fan bin, nicht, weil auch dann offensichtlich nicht klar ist, was wie gepfiffen werden sollte.

Im schlechtesten Fall trainieren wir Stürmer bei der aktuellen Entwicklung bald, den Verteidigern gezielt an die Hand statt aufs Tor zu schießen. Das kann niemand wollen und unser Trainer Christian Streich schon gar nicht, dafür liebt er den Fußball viel zu sehr – und ich übrigens auch. Ich schieße weiter aufs Tor, Werder wird das ganz sicher ebenfalls tun. Und dann hoffe ich einfach, dass Bremen gegen Hoffenheim das nötige Quäntchen Glück auf seiner Seite hat und die Restchance auf Europa wahrt. Meine Daumen sind gedrückt.

Nils Petersen

Zur Person: Nils Petersen kam 2012 vom FC Bayern München zum SV Werder. Für die Grün-Weißen erzielte er in 72 Pflichtspielen 18 Tore und bereitete neun weitere vor, ehe er im Januar 2015 zum Bundesliga-Konkurrenten SC Freiburg transferiert wurde. Im Breisgau ist Petersen – wie auch schon in Bremen – Publikumsliebling. Kurz vor der WM 2018 feierte er mit 29 Jahren sein Debüt im deutschen Nationalteam.

Mehr News zu Werder Bremen

Zurzeit dreht sich alles um den Bentaleb-Transfer zu Werder Bremen – auch DeichBlick-Kolumnist Klaus Allofs schreibt über den Schalker und gibt Einblick in das Pokerspiel bei Transfers.

Quelle: DeichStube

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