Werder-Abwehrchef verlängert Vertrag

Moisander bleibt und sieht Werder „auf dem Weg nach oben“

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Daumen hoch! Niklas Moisander wird in den nächsten Tagen seinen Vertrag beim SV Werder verlängern.

Zell - Der Umgang mit dem Wörtchen „vielleicht“ macht Niklas Moisander erkennbar Spaß. Wie lange sein neuer Vertrag bei Werder Bremen läuft? Der Finne lacht und jongliert sich dann durch die Vielleichts.

„Vielleicht zwei Jahre, vielleicht drei Jahre, vielleicht fünf“ – verraten darf er es nicht, das ist die Linie im Club. Aber dass es der letzte Vertrag als Profi-Fußballer sein wird, den er da in den nächsten Tagen unterschreiben wird, das ist doch so, oder? „Vielleicht“, sagt der Finne wieder und grinst in die Runde: „Man weiß ja nie, was passiert.“

33 Jahre alt wird Moisander noch in diesem Jahr. Dennoch war es für die sportlich Verantwortlichen bei Werder Bremen nie eine Frage, den Innenverteidiger noch mal an den Verhandlungstisch zu holen, um mit ihm den bestehenden Vertrag vorzeitig zu verlängern. Bis 2019 lief er alte Kontrakt, für wie lange der neue geschlossen wurde, wird nicht kommuniziert. Wie mittlerweile immer bei Werder. Aber irgendwie hat man bei Moisander ohnehin das Gefühl, dass die Jahreszahl im Vertrag gar nicht so wichtig ist. Er wird weiterspielen, so lange es möglich ist. Und er wird es bei Werder Bremen tun. Bei dem Verein, für den er seit zwei Jahren spielt, die Karriere zu beenden, „kann ich mir vorstellen“, sagt er.

Moisander Werders ältester Feldspieler im Kader

Aber bis dahin gehen ja noch zwei, drei oder fünf Jahre ins Land – vielleicht. In jedem Fall bleibt noch viel Zeit, um große Ziele zu verfolgen. Moisander würde nicht bleiben, wenn er mit Werder nicht die Chance auf eine gute sportliche Entwicklung sehen würde. „Ich glaube, wir sind auf dem Weg nach oben“, erklärt der Bremer Abwehrchef, der mittlerweile der älteste Feldspieler im Kader ist und natürlich der, der über die größte Erfahrung verfügt.

Wenn er das Gespür entwickelt, dass es aufwärts geht mit seinem Team, dann ist das vielleicht nicht nur der Optimismus, der üblicherweise an einer Vertragsverlängerung klebt. Sondern ein Kompass. Moisander: „Wir sind mit den Verpflichtungen von Martin Harnik, Yuya Osako und anderen schon sehr weit in unserer Kaderplanung. Es gibt einen guten Plan bei Werder, eine tolle Entwicklung.“ Deshalb war es für ihn leicht, Ja zu sagen zu weiteren Jahren in Grün und Weiß. Auch wegen Trainer Florian Kohfeldt. „Er wird“, das prophezeit Moisander, „in der Zukunft mal ein großer Trainer werden.“

So viel schöne Worte, so viel Harmonie – es scheint, als würde es Moisander an nichts mangeln bei Werder. Doch falsch! Das Loch im Mittelfeld, das die Abgänge von Thomas Delaney und Zlatko Junuzovic gerissen haben, macht ihm Sorgen. „Die beiden waren zwei Leader, ganz wichtige Spieler auf dem Platz und in der Kabine. Um sie zu ersetzen, brauchen wir noch ein, zwei neue Spieler“, fordert er und macht damit deutlich: So, wie es jetzt ist, reicht es nicht.

Wird Niklas Moisander neuer Werder-Kapitän?

Es sind Aussagen wie diese, die zeigen, dass Niklas Moisander ein Spieler mit Profil ist. Linientreu ja, meinungslos nein – so funktioniert er. Wegen seiner diplomatischen, aber verbindlichen Art hat Coach Kohfeldt ihn zuletzt als Typ „Staatsmann“ bezeichnet. Ideal geeignet auch für das Amt des Kapitäns. Moisander ist neben Max Kruse und Philipp Bargfrede einer von drei Kandidaten. Wenn er die Binde bekommen sollte, wäre „es eine Ehre für mich“, sagt er.

Wenn nicht? Dann nicht. Moisander: „Ich würde das Amt sehr gerne übernehmen. Aber es nicht das Wichtigste für mich. Bargi oder Max können es auch machen.“ Und dass die Kohfeldt-Forderung von einem Bekenntnis der Kapitäns-Kandidaten zu Werder Bremen und seine Vertragsverlängerung zeitlich eng beieinander liegen, sei auch nur Zufall. „Es war keine Bewerbung“, erklärt Moisander und lacht wieder: „Es ist sowieso nicht so wichtig, wer der Kapitän ist. Davon gibt es ja nur einen. Wichtiger ist, dass du drei bis fünf Führungsspieler im Team hast.“ Niklas Moisander ist und bleibt einer davon. Für die nächsten zwei, drei oder fünf Jahre – vielleicht.

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Niklas Moisander: Seine Karriere in Bildern

Niklas Moisander
Niklas Moisanders Karriere begann beim finnischen Klub Turun Palloseura, bevor ihn Ajax Amsterdam 2004 für die zweite Mannschaft verpflichtete. Von dort wechselte er 2006 zum FC Zwolle, zwei Jahre später nahm ihn der AZ Alkmaar unter Vertrag. © imago
Niklas Moisander
Dort war er direkt Stammspieler und holte in seiner ersten Saison 2008/09 die niederländische Meisterschaft. © imago
Niklas Moisander
Moisander absolvierte insgesamt über 150 Spiele für AZ Alkmaar, spielte in der Saison 2009/10 in der Champions League und in den beiden folgenden Jahren in der Europa League. 2012 rückte Alkmaar bis ins Viertelfinale vor, in den letzten Spielen mit Moisander als Kapitän. © imago
Niklas Moisander
Nach seinem Wechsel zurück zu Ajax Amsterdam in der Saison 2012/13 erzielte der Innenverteidiger im ersten Spiel für den neuen Verein sein erstes von insgesamt sieben Toren für die Niederländer. © imago
Niklas Moisander
In dieser Saison und in der folgenden konnte er zwei weitere Meisterschaften feiern. Seine letzte Spielzeit (2014/15) bei Ajax bestritt Moisander als Mannschaftskapitän. © imago
Niklas Moisander
Im internationalen Geschäft war er mit Ajax in allen drei Jahren vertreten, da die Niederländer als Meister für die Gruppenphase der Champions League qualifiziert waren. © imago
Niklas Moisander
Es folgte eine Saison in der italienischen Liga bei Sampdoria Genua 2015/16. © imago
Im Sommer 2016 verpflichtete Werder Bremen den Innenverteidiger.
Im Sommer 2016 verpflichtete Werder Bremen den Innenverteidiger. © gumzmedia
Niklas Moisander
Auch hier war er ganz schnell Stammspieler. 2016/17 absolvierte er 30 von 34 Ligaspielen. © Gumz
Niklas Moisander
In einigen Spielen, wie hier im September 2017 gegen Freiburg, führte Moisander die Mannschaft sogar als Kapitän auf den Platz. © Gumz
Niklas Moisander
Für seine Heimat Finnland debütierte er 2008 in der Nationalmannschaft. Dort spielt er zeitweise auch als Außenverteidiger oder im defensiven Mittelfeld. © imago
Niklas Moisander
Im November 2017 beendete Moisander, der seit der Saison 2011/12 Kapitän war, seine Nationalmannschaftskarriere. Für eine Europa- oder Weltmeisterschaft konnten die Finnen sich in dieser Zeit nicht qualifizieren. © imago
In der Saison 2017/18 wurde Moisander zum Abwehrchef und einem unangefochtenen Stammspieler.
In der Saison 2017/18 wurde Moisander zum Abwehrchef und einem unangefochtenen Stammspieler. © gumzmedia

Quelle: DeichStube

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