Bei Twente wurde er zum Profi, nun kehrt er mit Werder in die alte Heimat zurück

Niemeyers spannende Reise in die Vergangenheit

Peter Niemeyer (Mitte) im Zentrum der Werder-Freude. Gegen Twente Enschede erwarten ihn ganz besondere Spiele.

Werder-Bremen - Von Carsten Sander · Sein Timing ist einfach perfekt. Noch vor zwei Wochen war Peter Niemeyer bei Werder Bremen ein Peter Niemand. Bankdrücker, Schattenmann während der Krise. Doch jetzt, pünktlich vor den Europa-League-Duellen mit „seinem“ FC Twente Enschede, ist er voll da.

Peter, der Große. Peter, der Glücksbringer. Als er kam, ging die Krise. In drei Spielen mit ihm in der Startelf feierte Werder drei Siege. Und es besteht kein Zweifel daran, dass er am Donnerstag, wenn die Bremer zum Hinspiel des Sechzehntelfinales im Stadion „De Grolsch Veste“ antreten, wieder in der Startelf stehen wird. Für Peter Niemeyer ist es die Rückkehr in die Heimat, wie er sagt.

Eine Heimat, die er 1999 als 15-Jähriger gefunden hatte. Der Junge aus Hörstel-Riesenbeck nahe der niederländischen Grenze nahm die Herausforderung an, sich ein paar Kilometer weiter zum Profi-Fußballer ausbilden zu lassen. Er schaffte über die Jugend tatsächlich den Sprung in den Twente-Kader, absolvierte insgesamt 106 Spiele für den Traditi- onsclub. Bis 2007 für 450 000 Euro der Wechsel zu Werder Bremen erfolgte. Und nun die Reise in die Vergangenheit – es wird aufregend, das ist sicher.

Schon nach der Auslosung im Dezember geriet Peter Niemeyer in den Fokus aller. Niederländische Journalisten wollten Interviews, Freunde von beiden Seiten der Grenze orderten Karten. „Ein paar habe ich bedienen können, aber leider nicht alle“, schmunzelt der 26-Jährige, der, als das Los Twente gezogen wurde, nicht ahnen konnte, dass er Mitte Februar tatsächlich voll in den Fokus geraten würde. Doch als zweiter Mann im defensiven Mittelfeld neben Torsten Frings hat sich Peter Niemeyer zuletzt in die erste Reihe gespielt. Mit ihm läuft’s auf einmal wieder bei Werder. Weshalb er morgen mit dem Gefühl nach Enschede fahren darf, dass sein Wechsel damals doch die richtige Entscheidung war.

Zweifel daran waren stets erlaubt. Denn durch Verletzungen immer wieder zurückgeworfen, schaffte es Peter Niemeyer immer nur phasenweise in die erste Elf. Ob das aktuelle Hoch wieder nur so eine Phase ist oder doch von längerer Dauer sein wird, ist noch nicht abzusehen. Worauf Niemeyer hofft, ist klar: „Ich habe immer gesagt, dass ich meine Chance bekommen werde, wenn ich gesund und fit bin. Das bewahrheitet sich jetzt.“

Er spielt gut, heimst Lob ein – wie zuletzt nach dem 5:1 bei Hannover 96, zu dem er sogar Treffer Nummer eins beigesteuert hatte. Das Tor wurde auch in Enschede genauestens registriert. „Ich bin überrascht, woher die ganzen Reaktionen kamen“, lacht Niemeyer.

Man kennt ihn eben noch bei Twente. Auch wenn sich seit seinem Weggang viel verändert hat. Ein neuer Präsident hat das Sagen, das Stadion wurde ausgebaut, die Mannschaft fast komplett durchgewechselt. „Vier, fünf Spieler sind noch da, die ich kenne“, sagt der ehemalige deutsche Gastarbeiter, der sich nach wie vor eng mit Enschede verbunden fühlt: „Auch wenn es Ausland ist, ist es für mich eine Heimat.“

Vor Twente, dem aktuellen Zweiten der Eredivisie, kann Niemeyer nur warnen. „Das ist eine gute Mannschaft, die in jüngster Vergangenheit starke Ergebnisse abgeliefert hat“, sagt er. Auf keinen Fall sei es ein Duell David gegen Goliath mit Werder in der Rolle des Goliaths. „Twente zu unterschätzen, wäre ein Fehler“, warnt Niemeyer, der Ähnliches unlängst einem niederländischen TV-Team, das ihn in Bremen besuchte, erzählte. Natürlich auf holländisch – auch, wenn es nicht mehr ganz leicht fiel: „Als Jugendlicher habe ich die Sprache gelernt, jetzt wird’s immer schlechter. Es reicht aber noch, um mich zu verständigen.“

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