Thomas Eichin zuversichtlich

„Nicht verrückt machen lassen“

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In Düsseldorf durfte Werders Sportchef Thomas Eichin zwei Tore bejubeln, aber keinen Sieg. Der soll nun am Samstag gegen Wolfsburg her: „Darauf konzentrieren wir uns. ·

Bremen - Die Spannung steigt. Durch den Augsburger Sieg (2:0) gegen Frankfurt ist Werders Vorspung auf den Relegationsplatz auf fünf Punkte geschmolzen. Viele Bremer Fans zittern um den Klassenerhalt, doch Sportchef Thomas Eichin hält nichts von Panikmache.

Er betrachtet die Lage ganz nüchtern und ist optimistisch: „Warum sollte ich das nicht sein? Die Moral ist intakt, die Mannschaft willig.“ Im Gespräch mit dieser Zeitung sagt der 46-Jährige auch, was er von den Konkurrenten im Tabellenkeller hält und dass er nicht an Marko Arnautovic zweifelt. Eichin über . . .

die Tabellensituation

Werder ist 14., hat zwei Punkte Vorsprung auf Düsseldorf (15.), fünf auf Augsburg (16.) und acht auf Hoffenheim (17.).

Eichin: „Klar machen sich die Fans Sorgen, und auch wir können die Tabelle lesen und wissen um die Lage. Aber wir müssen darauf achten, dass wir uns nicht verrückt machen lassen und werden nicht pausenlos über den Abstiegskampf reden und diskutieren. Das Entscheidende ist, dass wir jetzt die Chance gegen Wolfsburg nutzen, gewinnen und an ihnen vorbeiziehen. Wir konzentrieren uns nur darauf, endlich einen Dreier hinzulegen. Dazu sind wir auch in der Lage, ohne Wenn und Aber. Alle Spiele, die jetzt noch kommen, sind Endspiele – für fast jede Mannschaft. Egal, ob es um die Europacup-Plätze oder den Klassenerhalt geht.“

den FC Augsburg

Die Schwaben stemmen sich mit aller Macht gegen den Abstieg. Beim 2:0 gegen Frankfurt lieferte das Team von Trainer Markus Weinzierl einen leidenschaftlichen, imponierenden Auftritt ab. Der FCA hofft wieder auf den direkten Klassenerhalt und scheint gewappnet für einen hart umkämpften Endspurt.

Eichin: „Augsburg hatte gegen Frankfurt ein gutes Auftreten, das hatten wir in Düsseldorf bei all den Widrigkeiten aber auch. Die Augsburger sind gefährlich, genau wie zum Beispiel die Hoffenheimer – alle Teams, die jagen, sind gefährlich. Dass Düsseldorf und wir zuletzt nicht viele Punkte geholt haben, wollen diese Mannschaften natürlich ausnutzen.“

die frühen Gegentore

Immer wieder schlägt’s bei Werder ganz früh ein. In den ersten zehn Minuten nach Anpfiff/Wiederanpfiff kassierten die Bremer in dieser Saison bereits 23 (!) Gegentreffer, absolute Ligaspitze!

Eichin: „Dem 0:1 in Düsseldorf ging ein absoluter Sahnepass von Robbie Kruse voraus. Das war kein grober individueller Fehler von uns, andere Mannschaften können eben auch Fußball spielen. Natürlich sind die frühen Gegentore unglücklich. Und natürlich müssen wir das abstellen. Aber es bringt uns nicht weiter, jeden Tag über das Thema zu reden. Wir müssen einfach mal wieder in Führung gehen, dann wird es leichter.“

die Typen im Team

„Wir brauchen Typen, die Verantwortung übernehmen“, hatte Eichin vor dem Düsseldorf-Spiel gesagt. Offenbar hat er diese Typen am Wochenende gesehen.

Eichin: „Es sind alle gefordert. In Düsseldorf hatten wir eine sehr dezimierte Mannschaft. Und alle, die gespielt haben, haben die Situation sehr gut angenommen und nicht rumgejammert.“

Kevin De Bruyne

Der Belgier (vom FC Chelsea für ein Jahr ausgeliehen) hat seinen Abschied aus Bremen bereits angekündigt. Werder bestätigt das noch nicht. De Bruyne ist heiß begehrt. Aus der Bundesliga ist Bayer Leverkusen interessiert, Borussia Dortmund scheinbar auch. Wie die „Rheinische Post“ berichtet, will der BVB De Bruyne nicht ausleihen, sondern kaufen – und hat den Londonern 17 Millionen Euro Ablöse angeboten. Wie wertvoll er für Werder ist, hat der 21-Jährige gerade in Düsseldorf wieder bewiesen. Sein Solo inklusive der Vorarbeit zum 1:1 durch Zlatko Junuzovic ist das beste Beispiel.

Eichin: „Das war ein super Konter – über Kevin, aber auch über Zlatko Junuzovic. Klar wäre es schade, wenn Kevin in der nächsten Saison nicht mehr bei uns spielt. Chelsea hat das Sagen – und es gibt natürlich auch die Möglichkeit, dass sie ihn in London behalten.“

Marko Arnautovic

Der Österreicher soll seinen bis 2014 laufenden Vertrag vorzeitig verlängern. In der Rückrunde liefert er aber kaum noch überzeugende Argumente dafür (kein Tor, zwei Vorlagen). Zwischendurch hatte der 23-jährige Außenstürmer sogar seinen Stammplatz verloren.

Eichin: „Er arbeitet mit nach hinten und hat in Düsseldorf viele defensive Zweikämpfe gewonnen. Es gibt keinen Grund, von unserer Marschroute abzurücken. Wir wollen mit ihm verlängern, ich habe keine Zweifel an ihm. Marko hat noch einen Vertrag bis 2014, wir werden uns in Ruhe zusammensetzen – und wenn es erst im Juni ist. Denn jetzt ist nicht der Zeitpunkt, großartig über Personalien zu reden. Wir fokussieren uns darauf, Punkte zu holen und Spiele zu gewinnen.“

den Rest der Saison

Fünf Spiele sind es noch, Werder will den Klassenerhalt möglichst schnell perfekt machen.

Eichin: „Ich bin grundsätzlich optimistisch. Und warum sollte ich es auch nicht sein? Die Moral ist intakt, die Mannschaft ist willig. Das hat man in Düsseldorf gemerkt. Da haben uns auch die Fans sehr gut unterstützt – das brauchen wir weiterhin.“

die Planungen

Der Klassenerhalt ist bisher nicht fix. Keine optimalen Voraussetzungen für angestrebte Vertragsverlängerungen oder das Werben um neue Spieler.

Eichin: „Die Planungen sind nicht blockiert. Man hat doch immer wieder Situationen, in denen nicht feststeht, wo man am Ende landet. Das ist ganz normal. Wir haben unsere Vorstellungen für die nächste Saison und arbeiten daran, sie umzusetzen.“ · mr

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