Werder macht’s anders als Stuttgart und vertraut Schaaf

So gar nicht schwäbisch

Klaus Allofs macht sich noch keine Sorgen um die Zukunft von Werder.

Werder-Bremen (kni) · Krisengipfel im Schwabenland: Der VfB Stuttgart und Werder Bremen hatten sich diese Saison ganz anders vorgestellt – am Sonntag treffen sie aufeinander. Doch eines ist schon jetzt sicher: Während VfB-Interimscoach Jens Keller um seinen Job bangen muss, sitzt Thomas Schaaf bei Werder fest im Sattel.

„Jeder Verein hat seine Art und Weise zu arbeiten. Bei uns gab’s in den vergangenen zehn, elf Jahren nie die Frage, den Trainer auszutauschen. In Stuttgart ist das anders“, meinte Werder-Boss Klaus Allofs und gab seinem Coach auch freie Fahrt für die nächsten Wochen: Es gibt keinen Grund, verrückt zu spielen, wenn man seine Ziele kurzfristig nicht erreicht. Das machen wir auch nicht, und das ist so etwas wie das Geheimnis unseres Erfolges.“

Werder-Training am Donnerstag

Werder Training am Donnerstag mit Wiese

In Stuttgart ist Treue dagegen ein Fremdwort. Da wechseln die Übungsleiter fast jährlich, nachdem sie erst den Verein aus der Krise nach oben geführt haben und dann prompt wieder abgestürzt sind. „Das ist mir ein bisschen zu einfach. Da muss man auch mal andere Dinge hinterfragen“, merkte Schaaf gestern an.

Gefragt wird auch in Bremen – und das für das Erfolgsduo Allofs/Schaaf nicht mehr so angenehm wie früher. Es geht um die Schuld für den Fehlstart in die Saison. „Wir können die Tore nicht schießen“, konterte Allofs zunächst etwas flapsig. Dann wurde er ernster: „Natürlich sind der Trainer und ich dafür verantwortlich, welche Mannschaft auf dem Platz steht. Und wenn sich am Ende herausstellt, dass das nicht die richtigen Spieler waren, dann müssen wir uns dem stellen.“ Aber nach zehn Bundesliga-Spielen sei es trotz des Ausscheidens im DFB-Pokal und dem letzten Gruppenplatzes in der Champions League noch viel zu früh dafür. Genauso wie für Szenarien, was Werder ohne die Qualifikation für das internationale Geschäft blüht. „Wir haben immer Pläne in der Schublade, aber die werden erst öffentlich gemacht, wenn es notwendig wird“, stellte Allofs klar. Genauso eindeutig wiegelte er die wiederholte Kritik am Verkauf von Mesut Özil für 15,5 Millionen Euro an Real Madrid ab: „Der Spieler war für uns nicht zu halten. Wir haben nun einmal wirtschaftliche Zwänge, außerdem wollte der Spieler weg.“ Auch in Sachen Neuzugänge und beim Kader insgesamt demonstrierte Allofs Selbstbewusstsein: „Wir haben die richtigen Leute – also im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten.“ Auf dem Platz war das bislang allerdings zu selten zu sehen . . .

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