Allofs will etwas bewegen können

„Nicht hier, nur um zu sein“

Werder-Bremen - Herr Allofs, wie viele schlaflose Nächte hat Ihnen Ihre Vertragsverlängerung beschert?

Klaus Allofs:Von schlaflosen Nächten möchte ich nicht sprechen. Aber es ist sicher so, dass man eine solche Entscheidung nicht übers Knie bricht. Man macht sich seine Gedanken, überlegt, ob und wie es weitergehen kann. Die Dinge, die in den letzten Monaten passiert sind, haben da sicher eine Rolle gespielt. Da muss man schon eine Nacht drüber schlafen – oder, wenn’s sein muss, auch eine Woche.

Welche Gedanken waren das?

Allofs:Man stellt sich die Fragen: Bin ich noch der Richtige? Was kann ich noch bewirken? Ich denke, dass ich noch eine Menge bewegen kann. Das Paket Werder macht Spaß. Ich habe noch Fantasien, was hier sportlich alles möglich ist. Ich habe mir gesagt: Jawohl, es geht hier weiter.

Gab es irgendwann einmal Äußerungen, dass Sie nicht mehr der Richtige sind?

Allofs:Nein. Und wenn es nur den kleinsten Zweifel gegeben hätte – vom Aufsichtsrat, meinen Geschäftsführerkollegen oder anderen bei Werder – dann hätte ich nicht verlängert.

Aber sie mussten Zugeständnisse an den Aufsichtsrat machen.

Allofs:Es gibt keinen Sieger oder Verlierer in diesen Verhandlungen. Dass man in der Sache nicht immer auf einer Wellenlänge funkt, ist doch ganz normal. Es ist jetzt aber keine Kompromisslösung mit der Faust in der Tasche. Ich habe mir eine ganz entscheidende Frage gestellt: Kann ich die Dinge noch so beeinflussen, wie ich es möchte? Das war mir wichtig. Denn ich bin nicht hier, nur um zu sein.

Ihre finanziellen Möglichkeiten bei Neuverpflichtungen werden künftig noch geringer sein. Nervt es nicht, jeden Cent zweimal umdrehen zu müssen?

Allofs:Wir haben sicherlich keine paradiesischen Zustände. Und wir haben auch in Zukunft die klare Aufgabe, wirtschaftlich zu arbeiten und Möglichkeiten auszuloten, die mit einem vertretbaren Risiko verbunden sind. Aber es ist doch reizvoll, aus dieser Situation heraus zu arbeiten, trotzdem zu versuchen, eine Mannschaft zu formen, die in der Spitzengruppe mitmischen kann. Wir hatten eine schwere Saison, sind dabei, die Kehrtwende zu schaffen und stellen uns gerade neu auf. Wir sind noch nicht am Ende angelangt.

Hatten Sie Anfragen von anderen Clubs?

Allofs:Sicherlich hört man hier und da von Interesse. Aber ich habe mit keinem anderen Verein gesprochen. Das wäre auch ein Unding gewesen.· flü

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