Neuzugang Galvez spricht sofort von der Champions League

„Ich will dahin, wo Werder früher war“

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Der erste Werder-Tag machte Alejandro Galvez gestern sichtlich Spaß. Der Spanier plauderte locker mit den Journalisten und machte auch im Kreise seiner Kollegen einen zufriedenen Eindruck.

Bremen - Ein bisschen schmächtig wirkt er ja schon, dieser Alejandro Galvez aus Spanien. 79 Kilogramm bei 1,88 Metern sind nicht wirklich viel. Vor allem nicht für einen Innenverteidiger. Zum Vergleich: Luca Caldirola, Galvez’ neuer Teamkollege beim SV Werder, ist nur einen Zentimeter größer, aber fünf Kilogramm schwerer. Doch niemand muss sich sorgen. Wenn Galvez nur annähernd einhält, was er verspricht, dann erleben die Bremer mit ihm eine richtig gute Zeit.

Bei seiner offiziellen Vorstellung jedenfalls gab sich der 25-Jährige gestern verbal schon als Schwergewicht. Sehr selbstbewusst, aber keineswegs arrogant. Sehr sympathisch, aber keineswegs anbiedernd. Ganz locker plauderte er mit den Journalisten. Noch nicht direkt, denn der zweiwöchige Deutsch-Kurs, den er vor Wochen bei einem Privatlehrer absolviert hatte, war erfolglos. „Im Urlaub habe ich alles wieder vergessen“, berichtete Galvez – und lächelte kurz darauf zufrieden, nachdem die Journalisten die Übersetzung von Dolmetscher Roland Martinez mit einem Lachen quittiert hatten. Es war nicht zu übersehen: Der Neuanfang macht ihm Spaß und alles andere als Angst.

Das erste Aufeinandertreffen mit den deutschen Medien meisterte der Neuzugang von Rayo Vallecano souverän – und lieferte viele interessante Aussagen. Worte, die auch den Fans gefallen werden. „Ich will dahin, wo Werder früher war. Werder hat eine große Geschichte und hat es verdient, dort wieder hinzukommen: also ich spreche von der Europa League und der Champions League.“

Sich selbst sieht er dabei als einen wichtigen Baustein. „Ich bin einer, der sich reinhängt, ein Kämpfertyp, der immer alles gibt. Ich versuche aber auch, den Ball zu spielen. Und ich bin ein Teamplayer“, sprudelte es aus Galvez befragt nach seinen Stärken nur so heraus, und es endete mit einem: „Ich habe richtig Bock, hier von Anfang an zu zeigen, was ich kann. Ich bin voller Tatendrang.“

Eine Eingewöhnungszeit? Braucht er nicht. Der Unterschied von der spanischen Primera Division sei nicht so groß, beide Ligen gleichstark – und im weltweiten Vergleich ganz vorne anzusiedeln. Also hätte er aus sportlicher Sicht bleiben, das warme Madrid, wo Rayo Vallecano beheimatet ist, weiter genießen können und hätte sich nicht ins eher nasskalte Bremen wagen müssen. Doch da denkt Galvez anders: „Ich wollte schon immer einen Tapetenwechsel, ein neues Land erleben. Dann kam schon sehr früh das Angebot von Werder, man hat sich sehr um mich bemüht – und da habe ich zugegriffen.“

Allerdings nicht, ohne sich vorher ein Bild von seiner neuen Heimat zu machen. Bereits im Januar war er hier, schaute sich zusammen mit seiner Freundin die Bundesliga-Partie gegen Mönchengladbach an. „Das Stadion ist toll, die Stadt hat uns auch gefallen“, lautet sein Urteil.

Am Dienstag ist er mit seiner Schwester gekommen. Die hilft bei der Wohnungssuche. Denn die Freundin muss in der Heimat noch arbeiten, wird aber künftig mit ihm in Bremen leben. „Bis jetzt haben wir noch nicht das richtige gefunden“, berichtete Galvez quasi direkt vom Bremer Immobilienmarkt. Aber schon am Nachmittag stand der nächste Termin an. Das Erstbeste kommt ohnehin nicht infrage, denn der 25-Jährige betont: „Ich will so lange wie möglich hier bleiben.“ Sein Vertrag läuft bis 2017. Seine Aussichten sind gut. Er gilt als Startelf-Kandidat für die Innenverteidigung, soll den Stammkräften Sebastian Prödl und Luca Caldirola Dampf machen. Erst einmal begegnet er ihnen aber mit Respekt: „Die Bremer Innenverteidigung ist sehr gut. Das wird nicht einfach für mich.“

Das kennt er aus der Heimat. Galvez hat sich aus unterklassigen Teams nach oben gearbeitet, feierte erst vor drei Jahren sein Erstliga-Debüt. Danach ging es steil bergauf. Vor einem Jahr wollte ihn Borussia Dortmund verpflichten, aber nicht die aufgerufene Ablöse von vier Millionen Euro zahlen. Nun hat Werder den Zuschlag bekommen – und das sogar ablösefrei. Erstmals haben sich die Bremer einen Spieler aus dem Land des Noch-Weltmeisters geholt.

Apropos WM: Das vorzeitige Aus seiner Landsleute „habe ich längst überwunden“, versichert Galvez. Er hat eine klare Meinung, wie es weitergehen muss: „Da ist eine Ära zu Ende gegangen, jetzt sind jüngere Spieler an der Reihe.“ Also zum Beispiel ein Alejandro Galvez? So selbstbewusst ist er dann auch wieder nicht: „Erst mal muss ich hier gut spielen, dann sehen wir weiter.“

kni

Trainingsauftakt bei Werder Bremen

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