Eichin: „Wollen ihn über 2015 hinaus binden“

Neuer Vertrag für „Elfer-Killer“ Wolf

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Raphael Wolf inmitten der Fans. Nach dem Sieg über Hoffenheim nahm er Platz auf dem Bremer Torwart-Thron.

Bremen - Natürlich ging’s rauf auf den Zaun. Wie früher sein Vor-Vorgänger Tim Wiese nach tollen Taten musste auch Raphael Wolf am Samstag zu den Ostkurven-Fans hinaufklettern.

Der Platz oben auf dem Absperrgitter ist bei Werder Bremen so etwas wie der inoffizielle Thron für Torwart-Helden – und zu selbigen zählt Wolf seit Samstag, seit dem abgewehrten Elfmeter gegen Hoffenheim.

„Wenn Rapha den nicht hält, gehen wir nicht als Sieger vom Platz“, bewertete Mitspieler Philipp Barg-frede die Szene in der 85. Minute. Sejad Salihovic trat zum Strafstoß an, zielte aus Wolfs Sicht nach links unten. Der Keeper hatte es geahnt, tauchte ab, fuhr den linken Arm aus, rettete die 2:1-Führung. „Eine ganz schöne Parade“, meinte er anschließend, „aber der Schuss war auch nicht besonders platziert.“

Eine Aussage, die typisch ist für den 25-Jährigen, von dem Sportchef Thomas Eichin sagt, dass er „sich nicht so wichtig nimmt“. Stimmt wohl. Auch nachdem er mit seiner Parade den Klassenerhalt für Werder im Grunde perfekt gemacht hatte, drängte es Wolf nicht ins Rampenlicht. Auf den Zaun musste er beinahe geschubst und gezogen werden. Heldenverehrung? Nichts für ihn! „Die Mannschaft hat das geschaukelt, nicht ich allein“, sagte er über den Sieg und den nur noch rechnerisch gefährdeten Klassenerhalt, konnte aber auch nicht umhin, festzustellen: „Ich habe habe schon einen großen Teil dazu beigetragen.“

Für Wolf war die Parade gegen Salihovic eine Premiere. Die ersten drei Bundesliga-Elfmeter gegen ihn waren alle drin. Dann schoss Stuttgarts Martin Harnik beim 1:1 im März an den Pfosten, nun die Glanztat gegen Hoffenheims Salihovic. Der hatte beim 4:4 im Hinspiel noch zweimal verwandelt und galt bis vor kurzem noch als sicherster Schütze der Liga. 26 von 28 Elfmetern hatte der Bosnier in seiner Bundesliga-Karriere versenkt – jetzt sind es 26 von 29, von den letzten drei Versuchen hat er zwei nicht versenkt.

Wolf hatte sich zwar per Videostudium intensiv auf Salihovic vorbereitet, dann aber doch intuitiv gehandelt: „Eigentlich wollte ich in die andere Ecke springen, habe mich dann aber noch schnell anders entschieden.“

Möglicherweise setzt sich für Wolf jetzt fort, was für ihn als Schlussmann des SV Kapfenberg in der ersten Liga Österreichs begonnen hatte: „Da war meine Quote nach gewissen Anlaufschwierigkeiten ganz gut – jedenfalls haben sie mich Elfer-Killer genannt.“ Denn von 20 Strafstößen hielt er sechs. Insgesamt hat er in seiner Profi-Karriere von 25 Elfmetern nur 17 passieren lassen. Heißt: Rund jeder dritte Strafstoß geht bei dem Werder-Keeper nicht rein.

Diese starke Elfer-Statistik ist auch ein Grund, weshalb Werder nach der Saison versuchen wird, den aktuell bis 2015 laufenden Vertrag mit Raphael Wolf vorzeitig zu verlängern. Thomas Eichin: „Wir sind sehr zufrieden mit ihm und werden versuchen, ihn über 2015 hinaus zu binden.“ · csa

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