Werder sortiert sich im Nachwuchsbereich neu

Neuer Posten für Wolter, Skripnik übernimmt U 23

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Neue Funktionen, neue Aufgaben: Thomas Wolter (li.) wird zum Sportlichen Leiter des Nachwuchsleistungszentrums befördert. Viktor Skripnik (re.) übernimmt die Aufgabe des U 23-Trainers.

Bremen - Thomas Wolter steigt aus. Am Ende der laufenden Saison übergibt der 49-Jährige die Aufgaben als Trainer des U 23-Teams von Werder Bremen an Viktor Skripnik. Thomas Wolter steigt aber auch auf.

Ab dem 1. Juli wird der Ex-Profi die neugeschaffene Stelle eines Sportlichen Leiters im Nachwuchsleistungszentrum des Fußball-Bundesligisten besetzen – als eine Art Supervisor für die Arbeit mit den Bremer Talenten.

Man könnte Wolter auch als Oberaufpasser bezeichnen, denn in diese Richtung tendieren seine künftigen Aufgaben. Als da wären: Kontrolle des Trainingsbetriebs bei den Jugendteams. Überwachung der Umsetzung der von Profi-Cheftrainer Thomas Schaaf vorgegebenen offensiven Spielphilosophie. Brücken bauen von der U 23 zum Bundesliga-Kader.

Diese Felder sind freilich nicht neu. Sie gehörten auch bislang zu Wolters Verantwortung. Neu ist eigentlich nur, dass der Ur-Werderaner (kam 1984 als 21-Jähriger aus Hamburg zu Werder) ab dem Sommer nicht mehr für die U 23 verantwortlich sein wird. Nach dann elf Jahren ist in diesem Bereich Schluss. „Es war nicht immer einfach, alles abzudecken. Es blieb auch mal etwas auf der Strecke“, gibt der ehemalige Nationalspieler (ein Einsatz) zu. Klaus-Dieter Fischer, für den Nachwuchsbereich zuständiger Werder-Geschäftsführer, pflichtet bei: „Es hat sich gezeigt, dass gewisse Inhalte und Aspekte noch intensiver angegangen werden müssen und vor allem die Doppelfunktionen wie bei Thomas Wolter diesen Anforderungen nicht mehr gerecht werden.“

Über Lösungswege wurde seit längerem diskutiert, so Fischer. Herausgekommen ist das neue Job-Profil. „Uns war klar: Wir brauchen einen Sportlichen Leiter ohne Mannschaft“, erklärte Thomas Wolter, der sich in Zukunft aber nicht ausschließlich hinter dem Schreibtisch sitzen sieht: „Ich werde noch mehr Spiele sehen und Spieler beobachten, Gespräche mit ihnen führen. Ich werde auch Trainingseinheiten anschauen oder selber leiten. Und das nicht nur im Sommer, wenn das Wetter schön ist. Ich brauche auch den kalten Ostwind, der mir um die Nase weht.“ Dass er weiterhin raus geht auf den Platz, musste er sogar seiner Frau versprechen. Wolter: „Sie hat schon Schiss, dass ich meine Aggressionen bald nur noch zu Hause auslebe.“ Wird er nicht – hofft er jedenfalls: „Da kriegen wir schon einen Dreh ran.“

Mit der U 23 war Thomas Wolter im vergangenen Sommer aus der Dritten Liga abgestiegen. Aktuell belegt das Team in der Regionalliga Platz fünf – mit 15 Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Holstein Kiel. Der Tabellenplatz ist allerdings nicht das alleinige Maß, mit dem seine Arbeit gemessen wird. Es geht seit jeher vielmehr um Aufbau, Entwicklung und Förderung von Talenten – mit dem Endziel, bundesligataugliche Spieler zu liefern. Zuletzt hat das bei Sebastian Mielitz und Niclas Füllkrug funktioniert, davor bei Philipp Bargfrede. Tom Trybull, Florian Trinks und Felix Kroos standen in der vergangenen Saison an der Schwelle, schafften den Sprung aber (noch) nicht.

Drei in drei Jahren – ist das viel, ist das wenig? Auf jeden Fall sollen es mehr werden. Dafür setzt Werder auch noch gezielter ganz unten im Nachwuchsbereich an. Bis zur U 8 reicht die Kontrolle von Wolter – in den jüngeren Jahrgängen wird er allerdings von Björn Schierenbeck unterstützt. Der gebürtige Weyher und bisherige Koordinator im Nachwuchsleistungszentrum übernimmt den ebenfalls neuen Posten des Abteilungsleiters „Grundlagen- und Aufbaubereich“. „Wir wollen“, sagt Uwe Harttgen als Leiter des Nachwuchs-Leistungszentrums, „in den jüngeren Altersbereichen ein Vorreiter bleiben in Deutschland“. · csa

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