Werder befördert Filbry und Baumann / Geschäftsführer gesucht

Ein neuer Boss, ein neuer Direktor, aber einer fehlt noch

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Klaus Filbry (links) ist der neue Werder-Boss, und Ehrenspielführer Frank Baumann darf sich künftig Direktor Profifußball und Scouting nennen.

Bremen - Werder hat sich entschieden – zum Teil jedenfalls: Neun Tage nach dem Abschied von Klaus Allofs präsentierte der Aufsichtsrat gestern einen Nachfolger für den Posten des Vorsitzenden der Geschäftsführung.

Den übernimmt Klaus Filbry, seit drei Jahren Geschäftsführer Finanzen und Management. Auch Frank Baumann wurde befördert. Der Assistent der Geschäftsführung und Leiter der Scoutingabteilung bekam den neu geschaffenen Posten Direktor Profifußball und Scouting. Die wichtigste Personalie ist aber weiterhin offen: Werder sucht einen Geschäftsführer Profifußball.

„Unsere Shortlist umfasst nur noch wenige Namen, die man an einer Hand abzählen kann“, berichtete Aufsichtsratschef Willi Lemke auf Sky, wies aber darauf hin: „Wir setzen uns nicht unter Druck. Wir lassen uns Zeit und wollen eine einstimmige Lösung finden.“ Und die wird anders als bei den gestrigen Entscheidungen nicht aus dem Club kommen. Der von vielen gehandelte Aufsichtsrat Marco Bode ist kein Thema für die offene Stelle.

Baumann war es auch nicht. „Die Eins-zu-Eins-Nachfolge für Klaus Allofs kam für mich nicht infrage, weil ich sowohl beruflich als auch privat andere Vorstellungen habe“, erklärte Baumann. Nun ist er Direktor und kein Sportchef oder Sportdirektor, wie der 37-Jährige ausdrücklich betonte: „Ich werde nicht auf der Bank sitzen und auch nicht nach den Spielen Interviews geben. Ich will auch gar nicht in vorderster Front oder im Rampenlicht stehen.“ Der Ex-Profi ist neben seinen administrativen Aufgaben wie zum Beispiel der Planung der Trainingslager vor allem für die Optimierung des Scoutings zuständig. Er soll sich aber auch in die Kaderplanung einbringen und dabei eng mit Trainer Thomas Schaaf zusammenarbeiten. Dessen Vorgesetzter wird nicht Baumann, sondern der neue Geschäftsführer Profifußball sein.

Von dem erwartet Lemke, dass er „in der Bundesliga sehr gut vernetzt ist“ und dass er „den Bereich Verhandlungen abdeckt“. Die totale Nachfolge von Allofs wollte der Aufsichtsrat dem neuen Mann nicht zusprechen und hat deshalb Filbry, dessen Vertrag nun bis 2017 verlängert wird, zum Werder-Boss gemacht. „Der Vorsitz der Geschäftsführung ist im kaufmännischen Bereich am sinnvollsten verankert, und Klaus Filbry hat Werder bereits strategisch in vielen Bereichen nach vorne gebracht“, erklärte Lemke. Es gab allerdings auch keine Alternative zu dem 45-Jährigen, der vor drei Jahren von der adidas AG an die Weser gewechselt war. Der zweite Geschäftsführer, Klaus-Dieter Fischer (71), darf wegen seiner Doppel-Funktion als Vereinspräsident dieses Amt nicht bekleiden.

„Klaus Filbry ist lange genug dabei, er hat hervorragende Arbeit geleistet. Das ist die richtige Entscheidung“, lobte Schaaf. Mit der Beförderung von Baumann ist der Trainer ebenfalls zufrieden. Nun wartet er geduldig darauf, mit welchem Geschäftsführer er es künftig direkt zu tun hat. Schaaf soll ein Mitspracherecht besitzen. Reden mag der 51-Jährige darüber nicht und einen Zeitrahmen abstecken schon gar nicht: „Es braucht so lange, wie es braucht. Man bemüht sich um eine sinnvolle Lösung.“

Werder hat aber auch eine schnelle Entscheidung im Blick gehabt und ist ganz bewusst vor dem brisanten Nordduell mit dem neuen Allofs-Arbeitgeber Wolfsburg in die Offensive gegangen. „Das soll allen ein klares Signal geben: Es geht weiter bei Werder“, verdeutlichte Lemke und fügte noch an: „Wir haben zumindest zwei wichtige Stellschrauben geklärt.“ Auf die dritte wird jetzt gespannt gewartet. · kni

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