Der neue Werder-Profi soll gesperrt werden / Sportchef Eichin bleibt ganz entspannt

Fall Hajrovic: Galatasaray wehrt sich

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Ein Blick ins Ungewisse: Die Fifa muss wohl entscheiden, ob Izet Hajrovic wirklich für Werder spielen darf.

Bremen - Wenn Werder heute sein Trainingslager im Zillertal aufschlägt, dann wird Izet Hajrovic dabei sein, obwohl Galatasaray Istanbul das gar nicht lustig findet. Die Türken haben gestern auf den Wechsel des Bosniers nach Bremen reagiert, ihm bei der Fifa Vertragsbruch vorgeworfen und eine Sperre gefordert. Außerdem soll Galatasarays Wintereinkauf seine Ablöse an Grasshoppers Zürich in Höhe von 3,5 Millionen Euro selbst zahlen und auch noch Schadensersatz an die Türken entrichten. Jetzt gibt es also das befürchtete juristische Tauziehen um den 22-jährigen WM-Teilnehmer.

Werder-Sportchef Thomas Eichin fühlt sich dabei auf der sicheren Seite: „Wir sind weiterhin der festen Überzeugung, einen vertragslosen Spieler verpflichtet zu haben.“ Hajrovic hat angeblich in Istanbul monatelang kein Gehalt bekommen, deshalb gekündigt und Galatasaray bei der Fifa auf Zahlung aller Gehälter für die komplette Vertragsdauer in Höhe von 4,6 Millionen Euro verklagt.

Wie jeder andere Neuzugang bei Werder wurde Hajrovic ins Transferabgleichungssystem der Fifa (TMS) eingegeben. Nach spätestens zwei Wochen gibt es normalerweise die offizielle Spielerlaubnis. Es sei denn, der Landesverband des abgebenden Vereins, in diesem Fall also der türkische, verweigert seine Zustimmung. Passiert das, müssten Werder und Hajrovic bei der Fifa eine Spielerlaubnis einklagen.

Immerhin braucht Hajrovic bis dahin nicht tatenlos zuzuschauen: Er darf trainieren und dank einer vorläufigen Spielerlaubnis der Fifa bei Testspielen auflaufen. Im Zillertal gibt es dazu gleich zwei Gelegenheiten: am Mittwoch gegen Wacker Innsbruck und am Sonntag darauf gegen Athletic Bilbao. „Wir wollen Izet so schnell wie möglich integrieren“, sagt Robin Dutt. Der Coach hofft darauf, dass Hajrovic nach dem WM-Urlaub nicht nur im konditionellen Bereich arbeiten muss, sondern auch schon viele fußballerische Einheiten mitmachen kann.

Davon wird es in Zell am Ziller nämlich wesentlich mehr geben als in der bisherigen Vorbereitung. Das Krafttanken ist zwar noch nicht abgeschlossen, aber nun geht es vornehmlich ums Spielerische. „Wir können anspruchsvoller trainieren, weil alle ausgeruht und dadurch voll konzentriert sind“, erklärt Dutt den Sinn des sechstägigen Erholungsurlaubs, betont aber zugleich: „Es wird nicht gemütlich zugehen.“

Auch in Sachen Teambuilding wird es wieder einige Schmankerl geben, kündigt Dutt schon mal. Wobei er sich in diesem Bereich eigentlich gar keine Sorgen macht. „Der Teamgeist ist top“, sagt der 49-Jährige und lobt die Disziplin seiner Spieler: „Dieser Mannschaft vertraue ich blind. Sie braucht gar keine lange Leine, sie hat die Leine sehr gut selbst in der Hand.“ Und so darf heute jeder, der möchte, individuell anreisen. Hajrovic reist lieber mit dem Team an und beweist damit in juristisch schwierigen Zeiten schon mal Teamgeist.

kni

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