Disziplinierte Defensive als Basis für den Erfolg / „Vorn sind wir immer für Tore gut“

Der neue Weg: Effektiv auch ohne Zauberfußball

Torschützen unter sich: Aaron Hunt (links) traf zum 1:0, Claudio Pizarro legte nach dem Wechsel noch zwei Kopfballtore für die Bremer nach.

Werder-Bremen - Von Arne Flügge.  Es läuft bei Werder Bremen . Mit einem verdienten 3:0 (1:0) gegen die Überraschungsmannschaft vom FSV Mainz 05 haben die Hanseaten den Anschluss an die Spitzengruppe der Fußball-Bundesliga gehalten.

Es war das zehnte Pflichtspiel in Folge ohne Niederlage. Seit dem 2:3 am ersten Liga-Spieltag gegen Eintracht Frankfurt hat Werder in allen drei Wettbewerben nicht mehr verloren.

Dass die Freude über den Erfolg gegen die Mainzer nicht überschäumte, lag daran, dass Werder lange Zeit Probleme hatte, ins Spiel zu finden. „Das war kein Zauberfußball. Wir haben lange unseren Rhythmus gesucht und sind erst mit der Führung zu unserer Sicherheit gekommen“, urteilte Sportchef Klaus Allofs . Und Trainer Thomas Schaaf merkte an: „Wir haben uns noch zu viele leichte Ballverluste geleistet.“

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Doch zu sehr wollte die sportliche Leitung die noch vorhandenen Defizite nicht anprangern. „Ich habe immer gesagt, dass die Mannschaft Zeit braucht, um zu wachsen“, erklärte Schaaf: „Wichtig ist, dass wir uns die Erfolgserlebnisse holen.“ Mit dem unterm Strich klaren 3:0 ist den Bremern das ohne Frage gelungen. „Wir schieben uns ran an die Spitzenmannschaften, deshalb sind wir zufrieden“, meinte Allofs: „Wir haben zum dritten Mal in Folge in der Liga zu Null gespielt – also wieder ohne Gegentreffer, die sonst so angeprangert wurden. Man sollte jetzt nicht krampfhaft neue Kritikpunkte suchen.“

Auch Kapitän Torsten Frings stellte fest: „Es ist wichtig, dass wir in der Defensive stabil stehen. Nach vorn sind wir immer gefährlich und für Tore gut.“ Das bewies einmal mehr Torjäger Claudio Pizarro, der nach der Führung von Aaron Hunt (38.) mit zwei Kopfballtreffern (71./82.) für den klaren Sieg sorgte.

Das Erfolgsrezept der Bremer liegt mittlerweile darin, dass jetzt primär Wert auf eine stabile Defensive gelegt wird. Weg vom risikoreichen Hurra-Fußball, den Bremer Festspielen der vergangenen Jahre, hin zur – ganz nach Otto Rehhagel – effektiven, kontrollierten Offensive. Der Ertrag zählt, auch wenn die Auftritte dabei über weite Strecken fußballerisch etwas bescheidener geworden sind. Was aber nicht heißen soll, dass die Bremer sich jetzt komplett aufs Mauern spezialisieren wollen. Haben sie im Spiel ihre Sicherheit in der Defensive gefunden und lässt man sie dann kombinieren, droht weiterhin jedem Gegner Ungemach. Das musste Mainz am Samstag erfahren. „Wir gehen natürlich weiterhin Risiko, und die Abwehrspieler schalten sich auch künftig mit nach vorn ein. Doch wir sind viel konzentrierter“, hat Allofs ausgemacht. Die Mannschaft spiele in der Defensive konstant stabil. „Und das ist das Wichtigste“, sagte Allofs: „Wer ganz vorn mit dabei sein will, der darf nicht so viele Gegentreffer bekommen.“ Und sollte es für Werder jetzt so weitergehen, sei vieles möglich. „Dann sind die Hoffnungen, am Ende ganz oben zu stehen, berechtigt“, sagte Allofs.

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