Neue Saison, neue Liga, neuer Coach

Der Start in ein erstklassiges Abenteuer

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Sie laufen Richtung Erstliga-Premiere: Die Werder-Frauen haben gestern mit der Saisonvorbereitung begonnen.

Werder-Bremen - Von Astrid Labbert. Vor knapp zwei Monaten sangen sie noch „Erste Liga, Werder ist dabei“, jetzt wird es ernst: Gestern Abend sind die Fußballerinnen des SV Werder ins Mannschaftstraining gestartet. Sechs Wochen vor dem Debüt in der Frauen-Bundesliga am 29. August ist neben den fünf Neuzugängen auch „der Neue“ an der Seitenlinie in Bremen eingetroffen: Steffen Rau.

Am Morgen hatte er sich in Magdeburg in sein Auto gesetzt, um ein paar Stunden später seinen ersten Arbeitstag bei den Grün-Weißen in Bremen anzutreten. Der 45-Jährige stand noch bis Mitte des Monats beim Fußballverband Sachsen-Anhalt unter Vertrag. In Bremen dann das erste Kennenlernen der Kollegen, am Mittag die neue Wohnung sehen und um 19 Uhr „der Hauptpunkt“, so Rau: die erste Trainingseinheit. Viel hat er spielen lassen, „sie sollen ein bisschen Spaß haben“, sagt der neue, für zwei Jahre verpflichtete Coach. Ernst wird es ja auch noch früh genug.

Werder ist der letzte der zwölf Bundesligaclubs, der ins Training einsteigt. Es wird zweifelsohne die bis dato schwierigste Saison in der jungen Frauenfußballgeschichte des Vereins, denn der Leistungssprung zwischen erster und zweiter Liga ist enorm. Das Ziel: Klassenerhalt. Birte Brüggemann hat seit dem Aufstieg auf allen Ebenen organisiert: Die Leiterin des Mädchen- und Frauenfußballs hatte Rau an die Weser gelotst, nachdem klar war, dass die Aufstiegstrainerin und jetzige Co-Trainerin Chadia Freyhat ihren Hauptjob bei der Bundeswehr nicht aufgeben wird. Brüggemann hat Wohnungen besichtigt, Papierkram erledigt, Gespräche mit potenziellen neuen Spielerinnen geführt und dabei zunehmend den Wind der ersten Liga gespürt. „Bei manchen Forderungen habe ich Schnappatmung gekriegt“, sagt die Abteilungsleiterin.

Clubs wie der VfL Wolfsburg, Bayern München, 1. FFC Frankfurt zahlen andere Gehälter. In Bremen aber bleibt es beim bisherigen Etat für die Frauenabteilung, so Brüggemann. Mit den 280000 Euro durch TV-Gelder und Ligasponsor Allianz dürften das rund 500000 Euro sein. Brüggemann: „Wir sind das Darmstadt der Frauen-Bundesliga.“

Alle Spielerinnen hat Trainer Rau gestern noch nicht kennengelernt: Mit Pia-Sophie Wolter (U19-EM in Israel) und Lisa-Marie Scholz, die in den USA noch die Finals mit dem Tampa Bay Hellenic Women’s Soccer Team spielt, kommen beispielsweise zwei Nachzüglerinnen erst Anfang August zurück ins Team. Der Trainer nimmt’s gelassen. Bis dahin hat er ohnehin viel auf dem Zettel. Mit Jennifer Martens, die nach einem Jahr beim Erstliga-Absteiger Herforder SV wieder an die Weser zurückkehrt, Neuzugang Lisa Weinert vom Zweitligisten FFV Leipzig und dem eigenen Nachwuchstalent Anna Brockhorst ist im Tor der Dreikampf eröffnet. Ferner gilt es, Verteidigerin Sophie Maierhofer vom österreichischen Double-Sieger St. Pölten/Spratzern, Gabriella Toth vom 1. FC Lübars und Angreiferin Venus El-Kassem (Bayer 04 Leverkusen) ins Team zu integrieren. „Wir sind zufrieden mit dem Kader“, sagt Brüggemann, „wir wissen aber, dass wir jedes Wochenende ans absolute Limit gehen müssen und auch mal einen auf den Hintern kriegen werden.“

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