2:3 gegen Frankfurt – und Wiese schimpft: „So landen wir wieder im Mittelfeld“

Neue Saison, altes Leiden: Lernt Werder nichts dazu?

Oben gucken fünf Werder-Werbestars finster drein, darunter feiern die Frankfurter Fans den unerwarteten 3:2-Auswärtssieg in Bremen.

Bremen - Die Aufforderung hätte plakativer nicht sein können. Auf einem Banner, groß genug, um die Baustelle Westkurve zu verdecken, stand es geschrieben: „Gib alles. Mach den Unterschied.“

Fünf finster dreinblickende Werder-Profis strahlen daneben in Überlebensgröße Entschlossenheit aus. Ja, ja, was Werbung nicht alles vorgaukeln kann. In der Realität sieht es anders aus. 

Bei der 2:3 (2:2)-Heimniederlage gegen Eintracht Frankfurt hatte bei den Bremern a) nicht jeder alles gegeben, war b) von Entschlossenheit wenig zu sehen und c) vor allem kein Unterschied zur Vorsaison zu erkennen. Im Gegenteil: Der Start in die neue Spielzeit förderte die alten Leiden zutage. Vorne wird gewirbelt, hinten gewankt – und später kräftig geschimpft. Torhüter Tim Wiese nahm nach dem blamablen Start kein Blatt vor den Mund: „Es fängt so an, wie es letzte Saison aufgehört hat. Wenn wir weiter so spielen, landen wir wieder nur im Mittelfeld.“

Nach Rang zehn peilen die Bremer in dieser Saison wieder einen Platz unter den ersten Fünf an. Utopisch, angesichts des Aufgalopps gegen Frankfurt. „Nach einer Niederlage wie dieser über das internationale Geschäft zu reden, wäre Blödsinn, einfach lächerlich“, meinteauch Kapitän Torsten Frings, in dessen Gesicht sich Ärger und Schrecken über die ersten 90 Minuten der Bundesliga-Saison vereinten. Die Leistung war ernüchternd, das Ergebnis am Ende schockierend. „Wir haben Frankfurt alle drei Tore geschenkt“, knurrte Frings.

Das Spiel in Bildern

Bundesligaauftakt in Bremen

Zweimal ließ sich Werder im eigenen Stadion auskontern – eine von vielen Parallelen zur Vorsaison. Hat das Team von Trainer Thomas Schaaf in der Sommerpause etwa nichts dazugelernt? Die Tore von Ioannis Amanatidis (6./42.) plus eine Handvoll weiterer guter Chancen der Gäste gaben Anlass, eben das zu vermuten. Schaaf bekannte: „Wir wollten mit einem Heimsieg in der Tabelle vorweggehen, aber dafür war die Mannschaft einfach zu passiv. Uns hat die Zweikampfstärke gefehlt.“

Und Naldo. Dass der Brasilianer wegen einer Sehnenzerrung im Oberschenkel nicht dabei war, wirkte sich in der Viererkette fatal aus. Sebastian Prödl musste trotz nur kurzer Vorbereitung einspringen und erwies sich als Unsicherheitsfaktor Nummer eins. Aber auch Petri Pasanen und Clemens Fritz waren von der Rolle. Zudem hakte es im Mittelfeld. Tim Borowski kam mit seinem Part als einer von zwei Abfangjägern nicht klar, patzte beim 2:3 durch Martin Fenin (71.) zudem entscheidend. Und Marko Marin, der nach vorne gute Aktionen hatte, vernachlässigte die Drecksarbeit. Höhepunkt: Als Frankfurt mal wieder konterte, legte der 20-Jährige nur den Zuckeltrab ein, wurde vom zwölf Jahre älteren Frings überholt und angeschrien. Schneller lief Marin deshalb trotzdem nicht. „Gib alles“ – diesen Slogan muss er irgendwie übersehen haben. Schaaf reagierte sofort, nahm den Neuzugang vom Platz. Das Signal an den Ex-Gladbacher: So geht’s nicht!

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Torsten Frings nahm den neuen Kollegen dennoch etwas aus der Kritik. „Er soll ja nach vorne wirbeln, das ist seine Stärke. Umso stabiler müssen wir dahinter stehen“, sagte er. Weil das aber nicht funktionierte, waren die Tore des überzeugenden Mesut Özil (13./Foulelfmeter) und von Boubacar Sanogo (44.) am Ende wertlos und der Fehlstart perfekt. Dass das nach dem souveränen 5:0-Erfolg in der ersten DFB-Pokal-Runde bei Zweitligist Union Berlin so niemand erwartet hatte, versteht sich von selbst. Sportdirektor Klaus Allofs musste nun aber feststellen, dass Union „nicht der Maßstab für die Bundesliga“ war: „Dort sind wir wohl nicht richtig gefordert worden.“

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