Wunschelf und ein flexibles System

Neuanfang mit klaren Favoriten

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Das System.

Bremen - „Das Rennen ist noch offen“, behauptet Thomas Schaaf beim Thema Stammplätze. Vier Wochen vor dem ersten Pflichtspiel, DFB-Pokal in Münster, muss der Trainer des SV Werder das sagen, damit es nicht schon jetzt die ersten Enttäuschten gibt.

Doch fast in jedem Training und in den Spielen präsentiert Schaaf seine Wunschformation. Der 51-Jährige hat sein Team quasi in eine A- und eine B-Formation unterteilt, nur wenige dürfen mal wechseln. Sechs Positionen der Startelf scheinen schon fest vergeben, bei vier weiteren gibt es eine klare Tendenz.

„Ich möchte jedem Spieler die Chance geben, sich von Beginn an zu zeigen“, erklärt Schaaf, warum es in den Pausen der vier Testspiele immer zum Komplettaustausch kam. Die Maßnahme hat aber noch eine andere Ursache: Schaaf hat sich (vorerst) von der Mittelfeld-Raute verabschiedet, probiert ein neues System. Ein 4-1-4-1 auf den ersten Blick. Aus dem aber schnell auch ein 4-3-3 oder auch ein 4-2-3-1 wird, wenn sich einzelne Spieler nur ein bisschen anders orientieren. Genau so wünscht Schaaf sich das, er will die totale Flexibilität vor der Abwehr. Das ist nicht einfach, das braucht viel Übung. So mogelt der eine oder andere beim Gespräch über das neue System aus Versehen auch schon einmal einen Spieler mehr auf den Platz, wie Nils Petersen, der ein 4-3-3-1 entdeckt haben will.

Bilder vom Test gegen Cottbus

1:1 gegen Cottbus

Lukas Schmitz untermauert seine Einschätzung mit einem klaren Indiz: „Wir spielen ein 4-3-3, so steht es vor den Spielen auf der Tafel.“ Komisch nur, dass Kapitän Clemens Fritz nach dem Spiel gegen die Tirol-Auswahl im Zillertal erklärte: „Das war ein 4-1-4-1.“ Und Sebastian Prödl meinte: „4-2-3-1, 4-3-3, Raute – wir haben alles gemacht.“ Das hat auch Neuzugang Eljero Elia festgestellt und die umfangreiche Arbeit an der Taktik als den großen Unterschied zu seinen Ex-Clubs Juventus Turin und Twente Enschede bezeichnet.

Sorgen muss er sich dabei nicht machen. Der Außenstürmer aus Holland ist gesetzt. Genauso wie auf der anderen Seite Marko Arnautovic. „Da ist er viel besser aufgehoben“, meint Prödl. Ganz vorne ist Nils Petersen Alleinunterhalter. Denni Avdic bleibt ein Ausleihkandidat, weil er keinen Druck auf Petersen ausübt. Letzteres gilt auch für Johannes Wurtz, der 20-Jährige ist allerdings als Neuzugang von Drittligist 1. FC Saarbrücken noch ein Lehrling.

Eindeutig auf Startelf-Kurs steuert Aaron Hunt. Zumal Mehmet Ekici mal wieder verletzt ist. Intern wird weiterhin das zu langsame Spiel des türkischen Nationalspielers moniert. Denn in diesem Jahr soll alles fixer gehen. „Die Schnelligkeit muss unsere große Stärke werden“, fordert nicht nur Prödl. Der Verein hat entsprechend eingekauft, neben dem schnellen Elia auch Theodor Gebre Selassie verpflichtet. Der macht als rechter Verteidiger ordentlich Alarm. Konkurrenz hat der Tscheche keine, Aleksandar Stevanovic kann ihm nicht das Wasser reichen. Florian Trinks macht es als Arnautovic-Ersatz zwar etwas besser, aber nur bis ein Zweikampf droht. Niclas Füllkrug ist da weniger ängstlich, aber zum Double von Fünf-Millionen-Einkauf Elia langt es für den 19-Jährigen noch nicht. Füllkrug winkt aber die Jokerrolle.

Weniger Klarheit herrscht im halbrechten Mittelfeld: Gegen Cottbus saß Clemens Fritz nur auf der Bank, durfte erst nach der Pause für Zlatko Junuzovic ran. Trotzdem besitzt der Kapitän noch die etwas besseren Karten. Auch Philipp Barg-frede hat als Sechser einen Vorsprung auf Tom Trybull. Allzweckwaffe Aleksandar Ignjovski kommt für diese Position ebenfalls in Frage, genauso wie Fritz. Gerade im Zentrum des Mittelfelds ist besonders viel Flexibilität gefragt.

In der Viererkette nicht. Da ist Sokratis genauso fest drin wie Gebre Selassie. Prödl muss den Angriff von Neuzugang Assani Lukimya abwehren, wenn er seine eingeforderte Führungsrolle einnehmen will. Auf der linken Seite duellieren sich wie im Vorjahr Florian Hartherz und Lukas Schmitz. Letzterer hat gerade das Näschen vorne, mehr nicht.

Und im Tor? Sebastian Mielitz hat zu Recht die Nummer eins bekommen. Der 23-Jährige wirkte bislang sicher, ehe er im Test gegen Cottbus beim Herauslaufen zögert und zum 1:1 überlupft wurde. Trotzdem muss „Miele“ noch nicht zittern. Raphael Wolf wittert seine Chance, aber ein offenes Rennen sieht anders aus. · kni

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